Beikost, Ernährung
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Beikosteinführung beim zweiten Kind

Die Beikost. Für viele Eltern ein aufregendes, aber auch leicht überforderndes Kapitel der Elternschaft. Während man mit Milch (egal ob aus Brust oder Flasche) ja irgendwie immer auf der richtigen Seite gewesen ist, muss man nun ganz plötzlich essentielle Entscheidungen für das Baby treffen. Ist es schon reif für festes Essen? In welcher Form soll es Beikost angeboten bekommen? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Damals bei den Zwillingen, also im Dezember 2016, habe ich mir viele Gedanken gemacht.
Ich habe recherchiert, beobachtet, entschieden, mich an die Kinder angepasst und wieder recherchiert. Ängste und Zweifel etwas falsch zu machen, konnte ich glücklicherweise recht schnell ablegen. Aber ich weiß, dass sie bei vielen Eltern lange Zeit bestehen. Man möchte ja nur das Beste fürs Kind.
Deshalb möchte ich nun noch einmal von der Beikosteinführung 2.0 berichten: was sich mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen geändert hat. Und was ich durchs Baby neu dazu gelernt habe.


Beikosteinfuehrung beim zweiten Kind
Mein Ziel dieses Blogposts: euch ermutigen, mehr aufs Bauchgefühl zu hören und weniger Bedenken zu haben, etwas falsch zu machen, wenn man nicht komplett mit der Herde geht!
Und ich möchte zeigen, dass auch der beste Plan wertlos ist, wenn das Baby etwas anderes im Sinn hat. Gegessen wird eine lange Zeit als Team.

Beikost: Vorstellungen versus Realität

In der zweiten Schwangerschaft hatte ich einen ganz groben Plan von der Ernährung meines Kindes: es wird erstmal gestillt. Wenn das Baby nichts anderes einfordert, vielleicht auch sechs Monate voll. Bei EINEM Kind sollte die Versorgung ja nicht so anspruchsvoll für meinen Körper sein wie damals bei zwei, sodass eine früherer Beikoststart notwendig wäre. Wahrscheinlich ist Stillen sogar praktischer als eine Breischlacht mit Baby und zwei Kleinkindern?! Und wenn es dann soweit ist, würde ich vieles in etwa so handhaben, wie vor zwei Jahren. Denn da lief alles ausgesprochen gut.
Brei hat mir und den Zwillingen Spaß gemacht. Never change a running system… Und falls die Prophezeiungen wahr werden, dass Folgekinder schneller Familienmahlzeiten einfordern, dann sollte auch das meinetwegen so sein.

Familientisch von Anfang an

Nun wurde aber bei uns der Familientisch von den älteren Geschwistern ab dem zweiten Lebenstag des Babys eingefordert. Und wenn das Baby wach und in entsprechender Laune war, haben wir dem Wunsch – dank Tripp Trapp Newborn Aufsatz – auch oft erfüllt. Denn sie haben  ja recht. Gemeinsam is(s)t es viel schöner.
So verabschiedete ich mich ziemlich schnell vom Gedanken, sechs Monate ausschließlich zu stillen. Ich hoffte vielmehr, dass ich das Baby zumindest die empfohlenen vier Monate hinhalten kann. Denn, wer (fast) immer mit dabei ist, möchte natürlich nicht nur daneben sitzen, sondern teilhaben.
Als dann im Alter von viereinhalb, fast fünf Monaten jegliche Vortäusch-Versuche mit rohen Karotten, die wie selbstverständlich zum Mund geführt werden, scheiterten, der tägliche Vitamin D Tropfen vom Löffel regelrecht zelebriert wurde und ich manchmal das Gefühl nicht loswurde, wir hätten einen hungrigen Hund, wusste ich, dass mein Kind bereit für Beikost ist.

Falscher Hase statt Brei mag das Baby nicht leiden

Mit falschem Hasen lässt sich mein Baby nicht mehr abspeisen… 😉

Wenn es nach ihm gegangen wäre, gäbe es das, was wir alle essen. Breifrei oder Baby Led Weaning empfand ich zu diesem frühen Zeitpunkt, in dem ein Baby noch überhaupt nicht alleine sitzen kann, als nicht angebracht. Also sollte es erst einmal wieder Brei geben.
Soviel also zu den Beikost-Reifezeichen.
Für gewöhnlich stolpert man ja immer über so etwas wie „mit nur wenig Unterstützung frei Sitzen“ oder „selbstständig Drehen“, weil dann Zungenstoßreflex und Verschlucktendenzen vermindert sein sollen sowie mahlende Kieferbewegungen ausgereift genug. Steht das wirklich alles im Zusammenhang? Ich kann es in der Praxis nicht wirklich bestätigen.
Ich finde relevanter, dass das Baby motiviert ist und klar zeigt, wenn es kein Interesse mehr hat. „Kauen“ – auch ohne Zähne – und Schlucken kann schnell gelernt werden.

Beikost ohne strikten Plan

Den Plan, alles so zu machen, wie bei den Zwillingen (zum Nachlesen:Beikosteinführung bei Frühchen) warf ich dann auch wieder über Bord. Damals war der Nachmittagsbrei und das schnelle Ersetzen von Mahlzeiten einfach die richtige Entscheidung für uns. Aktuell dreht sich der Nachmittag aber um die Zwillinge und wir sind viel zu unregelmäßig zu Hause. Und wenn ich eins gelernt habe: Babys essen am liebsten mit viel Routine.
Also wählte ich diesmal den klassischen Weg: es gab zuerst Gemüsebrei zu Mittag. Ich belöffle, während ich gleichzeitig zwei Zweijährige unterstütze UND selbst essen. Das ist nichts für schwache Nerven, aber das einzige, was alle drei Kinder akzeptieren.

Beikostreifezeichen fuer ersten Brei meine Erfahrungen
Und da das Baby ziemlich schnell signalisierte, dass es beim gemeinsamen Abendbrot auch nicht nur daneben sitzen möchte, führte ich einige Tage nach Beikoststart schon den Getreide-Obst-Brei ein, obwohl noch keine volle Mahlzeit ersetzt wurde. Für (Kuh-)Milch, also den klassischen Abendbrei, war es mir persönlich noch zu früh mit 5 Monaten, obwohl ich Milch im ersten Lebensjahr nicht ausschließe.
Zum Brei gibt es immer eine rohe Möhre und oft auch ein Stück weicheres Obst oder Gemüse, was wir gerade auch essen.
Wenn das Baby unser gemütliches Samstagsfrühstück, dass ihr aus den bebilderten Wochenendrückblicken kennt, nicht verschläft, darf es auch hier ein Stück Obst oder Gemüse annagen.
Ich finde eine gesunde Mischung aus pürierter Kost und festen Nahrungsbestandteilen ist der beste Weg, um ein gutes Verhältnis zur Ernährung aufzubauen. Ich verstehe nicht, wieso sich strikte Babyernährungs-Lager (BLW vs. Brei) gebildet haben und die einen das andere verteufeln. Für mich und meine Kinder ist der Mittelweg optimal!

Babyernährung nach Bauchgefühl

Wie ihr lest, ging es weder nach meinen Vorstellungen noch nach irgendeinem Lehrbuch oder ernährungswissenschaftlichen Plan. Ich habe hauptsächlich mein Bauchgefühl entscheiden lassen, möglichst im Sinne des Babys. Natürlich spielen meine Erfahrungen und mein mittlerweile angehäuftes Wissen mit ein. Und ich kann auch nachvollziehen, wenn es unerfahreneren Eltern leichter fällt, sich an einem festen Plan entlang zu hangeln.
Ich kann euch aber wirklich nur ermutigen, aufs Bauchgefühl zu hören – im Einklang mit den eigenen Vorstellungen und den Bedürfnissen des Babys.
Es ist total egal, zu welcher Tageszeit ein Brei serviert und mit welcher Mahlzeit gestartet wird. Überall auf der Welt ist die Beikosteinführung unterschiedlich. Und überall auf der Welt werden die Kinder groß.
Achtet lediglich darauf, dass Wachstum, Nachtschlaf und die Verdauung nicht leiden (das tut letztere im gewissen Umfang aber immer mit der Umstellung auf feste Kost!) und haltet, falls ihr selbst kocht, gewisse Zubereitungsgrundlagen ein.
Wählt die Mahlzeiten so, dass sie zu euren eigenen Routinen passen.
Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, die Kinder früh am Familientisch teilhaben zu lassen. Und da es hier abends Brot gibt, und morgens Müsli, wird der Milch-Getreide-Brei auch in Anlehnung daran morgens statt abends gegessen.
Wer nachmittags für sich selbst warm kocht, der kann auch nachmittags seinem Kind das Gemüse pürieren oder als Fingerfood zurecht schnibbeln.

Babyernaehrung breifrei und klassisch kombiniert

Vorteile, mit älteren Geschwistern aufzuwachsen

Mit dem zweiten (oder eben auch dritten Kind) wird man immer entspannter und weniger strikt. Ich habe mir bei den Zwillingen sehr viel Gedanken gemacht: wie verhindere ich Allergien? Bekommen sie von allen Nähr- und Vitalstoffen genug? Essen sie die optimale Menge? Wie werden sie gute Esser? Können sie das Lebensmittel überhaupt schon schlucken und verwerten? Es durfte nicht zu eintönig und nicht zu vielseitig sein.
Ich weiß nicht, ob es am Vorwissen oder an der schlicht fehlenden Zeit und Aufmerksamkeit liegt: Gedanken und Perfektionismus sind viel, viel nebensächlicher.
Ich koche Brei mehr nach Augenmaß als mit Waage oder Rezept. Ich lasse neue Lebensmittel probieren, ohne immer in der Fachliteratur nachzuschlagen, ob es für das Alter empfohlen ist und bin viel weniger ängstlich. Neulich wollten wir nach einem für alle anstrengenden Tag zu Abend essen. Das Baby war sehr mies gelaunt und hat die anderen mit seinem Geschrei nervös gemacht. Also habe ich ihm einfach einen Kanten Brot in die Hand gedrückt, in dem wahrscheinlich Weizen und eine viel zu große Menge Salz verarbeitet war. Aber das Baby war sofort glücklich und unserer aller Gemüt konnte sich erholen. Seitdem giert es nach Kohlenhydraten in fester Form und irgendetwas findet sich immer.
Da ich nicht sonderlich gerne Fleisch püriere und vom Boden kratze, erspare ich mir diesmal den Fleisch- und Fischbrei. Das Baby wächst gut und ist gesund, sodass ich mir über einen Mangel an Eisen oder Fettsäuren keine Gedanken mache. So schnell kann es von uns etwas Lachs (ist schon passiert) oder Hackfleisch mitessen, da kommt es auf ein paar Wochen nicht an.
Mir ist egal, ob die täglichen Vitamine aus Obst oder aus Gemüse kommen. Ich halte beides für tolle, gesunde Lebensmittel, achte aber darauf, dass das Angebot vielseitig ist.
Vor Allergien habe ich viel weniger Angst, da es bei den älteren Geschwistern bislang nie Hinweise darauf gab. Natürlich kenne ich immer noch alle gängigen Empfehlungen und beachte streng, dass gewisse Lebensmittel im ersten Lebensjahr tabu sind (z.B. Honig, Nüsse/ Trauben im Ganzen wegen der Erstickungsgefahr, Zucker & Salz so wenig wie möglich…). Aber es ist für mich kein Weltuntergang mehr, wenn ich eine Leitlinie nicht 1:1 umsetze.
Übrigens sind viele Empfehlungen, zum Beispiel die zur Allergieprophylaxe, vor etwas weniger als 10 Jahren grundlegend überarbeitet worden. Damals haben die Eltern ihr erstes Kind noch total einseitig ernährt und sollten dann plötzlich bei den Geschwistern genau das Gegenteil tun. Das muss sich ja verrückt angefühlt haben.

Mahlzeiten ersetzten & Abstillen

Ich weiß, dass für viele das Ersetzen der Milch-Mahlzeiten keine große Priorität hat. Gerade stillende Mamas haben es oft gar nicht sonderlich eilig. Ich habe für mich nun wieder festgestellt, dass ich nicht der Typ bin, der gerne voll stillt. Ich stille gerne und halte Muttermilch für mit Abstand die beste Nahrungsquelle für Babys, bin aber sehr erleichtert, wenn ich weiß, dass es zur Not auch spontan und unkompliziert ohne mich geht.
Nun erleichtert es auch einfach meinen Alltag mit „drei unter drei“, dass Stillmahlzeiten wegfallen und das Baby mehr am Familienleben teilhaben kann.
Für mich gilt eine Mahlzeit als ersetzt, wenn nach dem Essen kein richtiges Interesse mehr an Milch besteht oder wenn in den nächsten Stunden ständig gespuckt wird, weil der Bauch zu voll ist.
Der relativ frühe Beikoststart im Alter von 4,5 Monaten hatte für mich den Vorteil, dass ich mir selbst keinen Druck gemacht habe, möglichst schnell weniger zu stillen.
Apropos Trinken: ich habe beide Male gute Erfahrungen damit gemacht, schon mit dem ersten Löffel Brei Wasser anzubieten. So können sich Baby und Eltern spielerisch daran herantasten sowie Trinkgefäße austesten und erkunden, ohne dass wirklich viel Flüssigkeit im Kind landen muss. Eigentlich heißt es, dass Trinken erst ab drei vollen Breimahlzeiten nötig sein soll oder gar nicht sein muss, solange es noch pure Milchmahlzeiten gibt. Aber das wäre mir dann später zu stressig, wenn es von 0 auf 100 klappen muss. Gerade wenn es dann plötzlich heiß wird im Sommer oder das Baby krank ist…

Beikost so gelingt der erste Brei

Was hält das Baby von der Beikosteinführung?

Zum Schluss allerdings noch die Antwort auf eine entscheidende Frage: Was sagt das Baby eigentlich zu meinen Brei-Breifrei-Mix-Plänen und zu dem, was es vorgesetzt bekommt?
Die Zwillinge waren – zumindest in meiner rosigen Erinnerung – zwei vollkommen unkomplizierte Brei-Vernichtungsmaschinen. Wenn sie mal etwas partout nicht essen mochten, lag es immer an der Konsistenz und nicht am Geschmack.
Für mich ist es neu, dass ein kleiner Winzling tatsächlich schon klare Vorstellungen davon hat, was er wann isst und was nicht. Und es wird nicht nur die Konsistenz sehr feinfühlig beurteilt, sondern auch der Geschmack. An Zucchini traue ich mich glaube ich gar nicht wieder ran.
Das war/ist aber auch schon bei Stillen so. Wenn satt, dann satt. Das kenne ich auch bislang anders. Charakter? Einlings-typisches Verhalten?
Ich bin glücklich, dass das Baby Brei isst, aber so richtig vom Hocker Haut es das nicht. Es zeigt deutlich mehr Interesse an fester Kost, greift und kaut auch schon ziemlich professionell, sodass ich nicht mehr im Weg stehen möchte. Es ist verrückt, was Babys sich von Kindern abschauen können.
Also besteht die neue tägliche Herausforderung daraus, ausreichend Baby-gerechte Häppchen und Essen für die anderen beiden Raubtiere bereitzuhalten. Von der Tatort-Beseitigung fange ich gar nicht erst an zu berichten…

Brei oder Baby Led Weaning Erfahrungsbericht

Ich hoffe, meine Erfahrungen können den ein oder anderen Leser inspirieren – egal ob beim ersten, zweiten oder zehnten Mal Beikost.

Wann und wie haben eure Kinder gestartet? Wie haben sich eure Erfahrungen bei Geschwisterkindern vom ersten Mal unterschieden?

Ich freue mich über eure Kommentare.

Milch & Mehr Mamablog Signatur

Zum Weiterlesen:
Beikost – Mittagsbrei Rezepte im Frühling
Baby Led Weaning – Breifrei für Einsteiger
Trinken Lernen – Trinkmenge bei Kleinkindern
Projekt Zuckerfrei – keine Schokolade für meine Babys

 

Zum Merken:

Beikost beim zweiten Kind Erfahrungsbericht

 

10 Kommentare

  1. Danke für den Artikel, ich hab was ähnliches geplant zu schreiben denn ich mache es genau so wie du mit einem Mix von Brei und BLW und das Baby ist glücklich! Und beim zweiten ist man wohl viel lockerer 🙂

    • Ich bin gespannt, was du berichtest und wie es für die Kleinen weitergeht. Wenn es nach dem Baby geht, würde hier nämlich gar kein Babyessen mehr gekocht werden. 😉
      Liebe Grüße

  2. Julia sagt

    Hallo Nora,
    ich denke auch, je entspannter und weniger dogmatisch man an das Thema herangeht, desto besser 🙂
    Wir haben es bei beiden Kindern (3 Jahre auseinander) ähnlich gehalten wie du jetzt und sowohl Brei als auch Fingerfood angeboten. Ein Argument für BLW lautet doch, dass die Babys somit selbst bestimmen, was und wieviel sie essen und dass das bei Brei nicht so sei. Das traf auf meine Tochter (2. Kind) überhaupt nicht zu; wenn sie Brei nicht wollte, dann wollte sie nicht, da bekam man dann auch kein Milligramm in den Mund. Und ob sie essen wollte oder nicht, hing auch weniger vom Hunger ab, sondern mehr von ihrem Stress-Level. Auf Konsistenzen und Mundgefühl reagiert(e) sie auch sehr empfindlich. Unser Großer war da unkomplizierter (das war er aber allgemein in vielen Belangen).
    VG
    Julia

    • Liebe Julia,
      vielen Dank für dein Feedback! Ich finde es besonders spannend, dass bei dir auch das zweite Kind, von dem ja immer Gegenteiliges behauptet wird, das anspruchsvollere war. Somit ist Essverhalten zumindest in Teilen ein Charakterding.
      Ich stimme dir auch voll zu – Brei, Fingerfood UND Milch sowohl aus der Flasche als auch aus der Brust kann ein Baby gut ablehnen. Ich glaube die BWL-Idee geht noch ein Stück darüber hinaus: das Baby soll sich ja alles selbst/ unbeeinflusst nehmen und das Essen selbst zum Mund führen. Ich habe aber persönlich das Gefühl, dass meine Kinder teilweise auch gerne Stückchen in den Mund gesteckt bekommen, damit sie sich aufs Schmecken und Kauen konzentrieren können (oder was auch immer da gerade in ihren Köpfen vorgeht ;-)).
      Liebe Grüße,
      Nora

  3. Mamaroska sagt

    Wir befinden uns gerade am Anfang von Beikost 2.0 und ich bin sehr unsicher. Der Zwerg ist jetzt fünf Monate alt und wir haben vor ein paar Wochen zaghaft angefangen, weil wir den Eindruck hatten, er interessiert sich für den „Essensvorgang“ an sich (verfolgt Löffel usw)

    Gemeinsames Mittagessen mit dem großen Bruder habe ich ganz schnell wieder verworfen. Bei zwei unter zwei landete mir zu viel Essen auf dem Boden und ich war nur gestresst. Also nehme ich mir jetzt in Ruhe Zeit für das Brei füttern und das klappt mal sehr schlecht und mal ein bisschen schlecht. Der Zwerg mach den Mund nicht wirklich auf, was sei denn, er findet das Prozedere komisch und Lacht. Hab ich dann was am Gaumen abgeschmiert, schiebt er das meiste mit der Zunge gleich wieder raus. Auf dem Rest wird rumgeschmatzt und eingespeichelt und dann irgendwann mit viel Glück runtergeschluckt. Maximal 50g schafft er bisher pro Mahlzeit und die auch nur, wenn ich mir ca 30 Minuten Zeit nehme (die ich nicht immer habe)
    Nun weiß ich nicht, ob ich einfach noch warten sollte, weil er noch nicht so weit ist oder lieber „dranbleiben“ und üben?!… Im Moment lasse ich den Brei an mehreren Tagen in der Woche einfach weg, weil ich nicht die Geduld dafür habe.
    Beim Großen war es letztes Jahr genauso und es dauerte fast ein halbes Jahr, bis er einigermaßen vernünftig gegessen hat und wir Milchmahlzeiten weglassen konnten. Daraufhin hatte ich mir eigentlich vorgenommen, beim Zwerg (mir) nicht so einen Druck zu machen.

    • Liebe Mamaroska,
      ich kann deine Verunsicherung und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Gerade wenn es beim Großen auch schon eine eher langwierige, stressige Geschichte war. Ich kann dir nur zustimmen, das ganze möglichst ohne Druck anzugehen.
      Wie reagiert das Baby denn auf Stücke? (z.B. Möhre, Gurke, Hirseflip, Banane…) Wenn da Interesse für da ist, würde ich konsequent mit Minimengen Brei und fester Kost „dranbleiben“ und vielleicht sogar versuchen, ein Mittelding des Familientisches zu machen, zum Beispiel erst das Baby anfüttern (so sagen wir mittlerweile hier;-)), dann den Großen dazu holen, ihm etwas unkompliziertes als ersten Gang servieren und mich dann bei der Mahlzeit komplett ihm zuwenden und das Baby zuschauen lassen.
      Falls es da auch noch nicht dran interessiert ist, würde ich wirklich einfach nochmal eine komplette Pause machen. Das entstresst euch wahrscheinlich dann alle insgesamt am meisten, oder?!
      Ich drücke die Daumen, dass ihr eine für alle zufriedenstellende Lösung findet.
      Liebe Grüße,
      Nora

      • Mamaroska sagt

        Danke für Deine Antwort und Anregungen.
        Generell ist der Kleine sehr interessiert, wenn es wir essen. Trotzdem habe ich jetzt erstmal eine Pause gemacht und probiere Brei jede Woche einmal und schaue wie es klappt. Bisher wird noch fleißig mit der Zunge rausgeschoben und für ein paar Löffel, die drin bleiben, brauchen wir fast eine halbe Stunde.
        Hirseflip (Danke für den Tipp) kommt übrigens super an. Weiches Gemüse probiere ich jetzt auch mal. Vielleicht steht er ja einfach auf BLW… habe ich nur nicht so Lust drauf, wegen der Sauerei 😉
        Wir tasten uns einfach weiter ran und machen keinen Druck.

        • Ja ich kann das gut nachempfinden. Ich finde aber, man gewöhnt sich schnell ans Saubermachen und es wird vor allem auch schnell besser, wenn man die richtigen Lebensmittel wählt. Viel Erfolg noch! Bei Fragen jederzeit melden 😉

  4. Carla sagt

    Ach Nora, Danke für deinen Bericht!
    Hier nun auch seit 6,5 Lebensmonat Beikost neben Stillen. Und mit dem Familientisch läuft das wirklich alles anderes. Start mittags Gemüsebrei?! Nee! Zum Frühstück was , zum Mittag, zum Snack, zum Abendessen. Er will auch und Brei… naja, lieber selber was in der Hand und das ohne „freies Sitzen“…
    neues Kind = neue Herausforderung 😄
    ich selber trotzdem weiter durch deine Rezepte, irgendwas muss ihm doch mal munden…

    • Liebe Carla,
      danke für dein Feedback „aus dem selben Boot“.
      Wir haben uns jetzt mittlerweile (sitzend – yeah!) ganz gut arrangiert. Erst Brei, dann Essen wie die Großen!Ich drücke die Daumen, dass ihr auch mit Geduld und etwas Beharrlichkeit einen Weg findet, mit dem alle glücklich werden. 😉

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