Beikost, Ernährung
Kommentare 7

Die Breiprobe: Selbstgekocht, Gläschen & Yamo im Test

Werbung | Wie ihr wisst, war ich eine begeisterte Breiköchin und bin nicht sonderlich überzeugt von Beikost aus dem Glas. Aber ich beschwerte mich auch oft genug über die Zeit, die das Zubereiten der Babynahrung in Anspruch nahm. Was habe ich mir alles überlegt, wie ich beim Breikochen Zeit sparen kann. Trotzdem lief es auf zwei wöchentliche Kochsessions hinaus, die inklusive Aufräumen und Spülen mindestens eineinhalb bis zwei Stunden dauerten.
Deswegen war ich fast schon etwas wehmütig, als mich Luca vom Schweizer Unternehmen Yamo fragte, ob ich mich nicht einmal durch ihr Sortiment probieren mag. Yamo hat sich nämlich etwas cooles einfallen lassen, um uns Mamas die Kocherei komplett zu ersparen. Dazu gleich mehr.
Wehmütig war ich auch, weil die Breiphase bei uns ja schon längst zu den abgeschlossenen Kapiteln der Babyzeit gehört. Deshalb benötigte ich für eine vernünftiges Feedback ein paar valide Testkandidaten. Und so war ein kleines Event geboren: die Milch & Mehr Breiprobe.

Babybrei durch HPP hergestellt

An einen verregneten Samstagnachmittag wurde es trubelig in unserem Esszimmer. Ein kleiner Haufen befreundeter Mamas und Babys kam zusammen, um diverse Breie zu testen. Quasi eine stillfreundliche Weinprobe. Und das ließen sich natürlich auch die zwei hiesigen Vielfraße nicht entgehen und vergaßen kurz, dass sie Breiiges eigentlich extrem uncool finden.
Niemand außer mir wusste, was da genau auf dem Tisch stand. So wurde sich durch diverse Breisorten getestet und von den Erwachsenen ein Bewertungsbogen ausgefüllt.
Ein bisschen aufgeregt war ich, denn ich habe auch meine eigenen Rezepte mit ins Rennen geschickt. So verglichen wir Karotten-Brei, Kürbis-Kartoffel-Brei und Birnenmus. Jeweils selbstgekocht von mir, von Yamo und Bio-Sorten aus dem Glas.

Babybrei selbst kochen oder kaufen Vergleichstest

Was die Tester sagen und was nun überhaupt so besonders am Brei von Yamo ist, könnt ihr im Folgenden nachlesen:

Hochdruck-Pasteurisierung statt Hitze-Konservierung

Das besondere an dem Yamo Brei ist, dass er in einem neuen Herstellungsverfahren haltbar gemacht wird. Der herkömmliche Babybrei aus dem Glas wird konserviert, indem er unter möglichst sterilen Bedinungen ganz stark erhitzt wird. Dadurch gehen Farbe, Geschmack und vor allem aber auch einige Vitamine verloren, die dann hinterher wieder künstlich zugesetzt werden. Das ist alles eine vernünftige, altbewährte und hygienisch einwandfreie Sache. Kinder werden damit groß, keine Frage. Aber meine Vorstellung, wie ein Baby in die Zauberwelt der Nahrung eingeführt werden soll, trifft das nicht so gut.

Babybrei #FreshFoodForBabies

Yamo gart das Gemüse bei niedrigeren Temperaturen, sodass Geschmack und Nährstoffe erhalten bleiben und befreit den fertig abgepackten Brei dann in einem Druckbad von potentiellen Schädlingen. Das Verfahren, HPP = High Pressure Processing, wird mittlerweile immer öfter in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Ich schätze zum Beispiel die Fruchtsäfte und Smoothies, die es mittlerweile sogar beim Discounter zu kaufen gibt.
Bezüglich des Nährstoffgehalts haben wir keine chemischen Analysen im Heimlabor angestellt, aber das Ergebnis des Geschmackstests erfahrt ihr nun.

Gläschen fallen durch.

Das Urteil über die Gläschen überraschte mich etwas. Schließlich habe ich Marken gekauft, denen ich vertraue und die ich auch einem Baby im Beikostalter bedenkenlos geben würde, wenn nichts Selbstgekochtes da ist.
Schon die Konsistenz finde ich persönlich alles andere als ansprechend. Viel zu dünn. So fein Püriertes und Gesiebtes, beinahe Saftiges haben meine Kinder auch zur Beikosteinführung nicht bekommen. Der kartoffelhaltige Brei ist unaufgewärmt ein einziger Klumpen. „Schwabbelig“ bezeichnete es eine der Tester-Mamas. Da musste ich jetzt gerade beim Lesen der Bewertungsbögen nochmal schmunzeln. Eine andere hingegen findet die feine Konsistenz besonders ansprechend.
Allerdings konnten alle drei Gläschen geschmacklich überhaupt nicht punkten. Möhre pur erinnerte an einen gezuckerten Möhrensaft, Kürbis-Kartoffel hat keiner herunter bekommen und selbst die Birne konnte im Vergleich zu den anderen beiden Vergleichs-Töpfchen einpacken (siehe unten).

Selbstgekocht versus Yamo

Dieses Urteil zu fällen war schon schwieriger. Letztendlich würde ich sagen, dass wir in einer Liga spielen. Eigenlob kann ich. Gleichzeitig ist das aber auch ein riesiges Kompliment an die Schweizer. 😉
In der Kategorie „Natürlichkeit“ bekamen alle Breisorten der beiden Kategorien die Bestnote.
Die Konsistenz der Yamo-Breis ist unschlagbar. Wirklich genau richtig. Gleichmäßig. Nicht zu fein, nicht zu grob. Da kann mein Pürierstab nicht mithalten.

Yamo Brei oder selbst kochen

Und auch wenn ich mir beim Dampfgaren viel Mühe gebe, den richtigen Gar-Punkt zu finden, bin ich sicher, dass die Jungs von Yamo es perfektioniert haben Vitamine zu retten.
Das Geschmacks-Urteil ist natürlich etwas subjektiv:
Die Zwillinge verlangten Gott sei Dank von meinem Möhrenbrei den größten Nachschub. Sentimentale Gewohnheitstiere. Auf die ist Verlass. Ich selbst bin mir aber eindeutig bei der Birne („Fresh Prince of Bel Pear“) in den Rücken gefallen. Das Yamo Obstmus schmeckt wirklich unfassbar frisch und fruchtig. Das Gläschen Birne-Pur ist wieder durchgefallen, da es im Vergleich zu den anderen Obst-Proben sehr säuerlich und undefiniert geschmeckt hat. Dabei fanden wir es ohne entsprechenden Vergleich früher immer ganz ansprechend.
In den Gemüse-Sorten  sind größtenteils Zitronen- oder Limettensaft enthalten, was wir nun alle nicht gewohnt sind. Es macht aber durchaus Sinn: guter Vitamin-Booster und natürliches Anti-Oxidationsmittel. Sehr clever! Ich denke, dass Babys sich schnell dran gewöhnen. Einfach testen! Aber auch den Windelbereich dabei im Blick behalten…
Die absoluten Sieger waren hier „Beetney Spears“ mit Roter Beete, Birne und Linsen sowie „Cocohontas“ mit Kichererbsen, Spinat und Kokosmilch – sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern. Salatsoße oder Brotaufstrich mit ersterem waren unfassbar lecker und von letzterem hätte ich gerne noch einen Eimer. Meine Portion wurde mir gnadenlos weggefuttert.
Ganz nebenbei – die Namen sind auch einfach nur cool, oder?!

Noch ein bisschen Hintergrund

Durch die Druck-Pasteurisierung wird der Yamo-Brei einige Wochen (im Durchschnitt 1 Monat) haltbar gemacht – solange die Kühlkette intakt bleibt. Er muss nämlich unbedingt gekühlt werden. Das gehört auch mit zu den größten Herausforderungen, denen sich die Yamo-Entwickler aktuell stellen müssen. In der Schweiz kann man den Brei schon in einigen Supermarkt-Kühltheken bekommen. In Deutschland kann er erst einmal nur per gekühltem Versand bezogen werden: als Einmalbestellung oder an ein Alter angepasstes Abonnement.
Einen Tag lang hält sich die Breiportion ohne Bedenken auch ungekühlt in der Wickeltasche. Bei Ausflügen kann also auch Yamo gemampft werden.
Aktuell gibt es nur eine Portionsgröße (120 Milliliter). Becher für Vielfraße sind aber in Planung.
Die verwendeten Zutaten sind regional und biologisch. Alle Rezepturen sind frei von künstlichen Zusatzstoffen. Ab April soll die Produktion auch in Deutschland selbst starten, um Transportwege zu verkürzen.

Breitest Yamo Glaeschen oder frisch gekocht

Wer übrigens auch mal den Yamo Brei testen möchte, der kann sich direkt hier ein gratis Probierpaket bestellen. Lediglich für den Versand müsst ihr aufkommen. Wer meinen Brei testen möchte, der muss mich als Küchenelfe engagieren 😛 oder einfach mal das Grundrezept ausprobieren.

Ich halte selbstgekochten Babybrei nach wie vor für die beste Option: Eltern (+Baby) entscheiden, was drin ist, wo es her kommt und welche Menge benötigt wird. Aber man muss auch der Realität ins Auge sehen: Brei selbst zu kochen, nimmt Zeit in Anspruch, die jungen Eltern fehlt. Und wer einfach nicht gut und gerne kocht, wird wahrscheinlich auch kein begnadeter Breikoch. Deshalb ist unter Hochdruck-Pasteurisierung hergestellter Babybrei eine geniale Alternative, um die kleinen Esser mit frischen und natürlichen Zutaten zu versorgen.
Ob immer im Abo oder nur mal zwischendurch, wenn hektische Tage bevorstehen?! Zur Beikost-Einführung oder wenn das Baby zum großen Brei-Fan mutiert ist? Das sollte jede Familie am besten selbst entscheiden. Letztendlich ist es eine Geschmacks- und Kosten-Frage.

Ich bin gespannt, was ihr von Yamo haltet. Berichtet doch mal, wenn ihr probiert habt!

Milch & Mehr Mamablog Signatur

7 Kommentare

  1. Rosa sagt

    Hallo, ich koche für meine Zwillinge auch alles selbst und friere eine größere Portion in Gläschen ein. So wie es aussieht entsteht durch Yamo bergeweise unnötiger Plastik Müll…ganz abgesehen davon dass Plastik Müll wohl eines der größten zukunftsprobleme für unsere Kinder, deren Gesundheit und ihre Umwelt wird. Diese Erde gehört uns nicht wir haben kein Recht sie derart zu verschmutzen und sollten nachhaltig handeln wo das nur geht. Mein Gemüse kommt völlig müllfrei einmal die Woche in einer Kiste in demeter Qualität direkt vom Bauernhof und wird dann am selben Tag verkocht. Ich schaffe diese „Arbeit“ sehr gut zeitlich, es macht Spaß und ist wohl das beste für die kleinen. Aber in unserem Haushalt wird dieses Thema auch großgeschrieben, so wickeln wir die Zwillinge vom ersten Tag an ausschließlich mit Stoff und sparen auch so wieder Tonne an Müll ein. Unsere schwarze Tonne hat daher die kleinste Größe und ist fast immer leer. Ich fände es schön wenn vor allem mehr junge Mamas nachhaltiger denken und handeln würden da wir das Vorbild für unsere Kinder sind. Liebe Grüße rosa

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Rosa,
      es freut mich, wenn ihr den für euch richtigen Weg gefunden habt! Es gibt viele berechtigte Ansätze, diverse Ressourcen zu sparen und nachhaltig zu handeln. Für mich ist es vollkommen okay, dass jede Familie ihre eigenen Prioritäten setzt. Liebe Grüße und weiterhin viel Freude beim Breikochen.

  2. Kathrin sagt

    Ich finde es gut und wichtig sich mit dem Thema Babynahrung differenziert und an die jeweilige familiäre Situation angepasst auseinanderzusetzen. Ich zum Beispiel werde zur Beikosteinführung meiner Tochter bereits wieder arbeiten und habe auch noch eine Große. Brei kochen ist da schlicht nicht drin zumal ich mich sehr schwer tue Lebensmittel in eine für mich nicht verzehrbare Konsistenz zu bringen 🙂
    Yamo werden wir auf alle Fälle testen, klingt gut. Das einzige wo ich mir Gedanken machen muss ist Fleisch und Nudeln, denn ich will nicht vegan/ vegetarisch ernähren, Yamo selbst hat aber ja kein Fleisch/Fisch im Programm. Weiß jemand ob da was geplant ist oder ob zumindest vielleicht was mit Nudeln oder Reis kommen wird?

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Kathrin,
      es freut mich, wenn ich dir Input liefern konnte. 😊 Als der Artikel vor etwa einem Jahr entstand, hatte Yamo noch keine konkreten Pläne für Fleisch und andere Getreidesorten. Ich werde aber nochmal nachhorchen!
      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Reis, Nudeln und Co eher mäßig im Brei ankommen und lieber mit 9-10 Monaten von Mamas Teller genascht werden. Vllt ist das ja auch eine Option für euch?
      Und zum Thema Fleisch/ Fisch: ich habe wirklich nur alle paar Wochen für zwei Kinder gekocht und dann in etwas überdimensionierten Eiswürfelformen eingefroren, und 2-3 / Wo aufgetaut. War schon gewöhnungsbedürftig, aber zeitlich machbar…
      Alternativ ist mir noch eingefallen, dass es den ein oder anderen Anbieter gibt, der Brei-Einzelbestandteile in Eiswürfelportionen verkauft. Wäre ja vielleicht auch eine Option für Fleisch?! Leider fällt mir der Name echt nicht mehr ein. Es kann sein, dass ich das mal in einem der älteren Brei-Artikel oder in den Kommentaren dort verlinkt hatte…
      Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Beikost-Start! Liebe Grüße, Nora

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Nachtrag: laut Yamo wird fleißig an Fisch/ Fleisch-Rezepten getüftelt – bislang aber noch ohne richtig leckeres Ergebnis. Nudeln und Reis sind nicht geplant.

  3. Sabrina Franke sagt

    Ich habe Yamo probiert und war wirklich schockiert vom Geschmack . Ich hatte große Erwartungen aber dass es so unangenehm geschmeckt hat , das ich das wieder ausspucken muste , hätte ich nicht erwartet .

    Sowas kann man doch nicht essen.
    Das schmeckt als wäre chemischer Reiniger beigemischt . Egal welxhe soete ich probiert habe , es war immer der selbe ekelhafte Beigeschmack
    Wirklich ungelogen nicht genießbar .
    Meine Mann und meine Mutter haben unabhängig voneinander das selbe gesagt .

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Sabrina,
      es tut mir Leid, dass dein/euer Geschmack nicht getroffen wurde. Es könnte mir vorstellen, dass der Limettensaft (siehe Blogartikel oben) diese Assoziationen bei dir hervorgerufen hat. Ich persönlich finde es angenehm, koche selbst öfters mit Zitronensaft… Und wie im Text steht haben wir den Geschmack viel natürlicher als den der herkömmlichen Babynahrung aus dem Glas bewertet. Aber Geschmack ist natürlich sehr subjektiv.
      Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach einem passenden Brei!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.