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Quetschbeutel als Kindersnack: Vorteile und Nachteile

enthält Werbung | Unter uns Müttern ist die Diskussion um Quetschbeutel ziemlich heiß. Von Leuten, die sich intensiv mit Kinderernährung beschäftigen, habe ich in letzter Zeit verteufelnde Statements dazu mitbekommen.
Ich stehe zu den Beuteln in unserem Familienalltag und werbe sogar hin und wieder aus Überzeugung – wie auch indirekt in diesem Blogpost – für sie.
Warum?! Weil sie manchmal einfach den Moment im Alltagschaos retten.

So startete neulich ein Instagram-Beitrag von mir, in dem ich euch die neuen Freche Freunde „Beikost-Quetschies“ gezeigt habe . Das Thema schien einen Nerv bei euch getroffen zu haben. Es entstanden viele Dialoge. Auch auf die dazugehörige Story erhielt ich einige private Nachrichten mit interessanten Fragen und Anmerkungen.
Deshalb möchte ich diesen Artikel nutzen, um noch einmal ausführlich meine Meinung zu Quetschies zu teilen. Es ist ein Versuch, sachliche Vorteile und Nachteile zu sammeln, Sinn und Unsinn zu erklären und natürlich jeder Menge Alltagserfahrung einzubauen. Es gibt aus meiner Sicht gesundheitlich nichts dagegen einzuwenden, den beliebten Kindersnack mit Bedacht einzusetzen.

Quetschbeutel fuer unterwegs Vorteile Nachteile

Kinder lieben Quetschies

Warum Kinder es so toll finden, eine undefinierte, süße Masse aus Plastik zu saugen und das teilweise sogar dem Genuss eines Schokoladenkekses vorziehen, ist mir ein Rätsel. Ich habe die Beutel selbst auch schon probiert und empfand es eher mittelmäßig. Klar, Obstpüree ist lecker. Aber für mich dann doch lieber vom Löffel…
Aber die meisten Kinder fahren total drauf ab! Mit meinen eigenen Kindern führe ich im Supermarkt mehr Kauf-Diskussionen vor dem Quetschie-Regal als in der Süßwarenabteilung. Und neulich durften sie sich auf einem Büffet, was voller Kuchen, Kekse und Bonbons stand, alleine etwas aussuchen und kamen freudestrahlend mit Quetschbeuteln zu mir zurückgerannt.
In unserer Kindheit war es das vollkommen überzuckerte, nährstofflose Trinkpäckchen mit einem ebenso überzuckerten Weizenkeks (wer kennt noch die Eierplätzchen?), die zu jeder Gelegenheit ausgepackt wurden. Nun ist es Obstpüree.
Ein verrücktes Gegenargument ist für mich immer: Wenn schon Naschen, dann doch bitte was richtiges! Wer definiert denn, dass Schokolade besser schmeckt als Apfel-Mango-Mark? Das sollten unsere Kinder doch lieber selbst entscheiden. Vor allem, wenn sie es nicht anders kennen, schätzen sie zuckerfreie Naschereien.

Frisch ist besser, aber nicht immer möglich

Nun meckern wir also über püriertes Obst und Gemüse?
Natürlich, frisch und knackig sollten die täglichen Portionen Obst und Gemüse (etwa je fünf gefüllte Handteller) für unsere Kinder sein.
Aber im Alltag gibt es genug Situationen, in denen man das einfach nicht bieten kann und sich dann anderen Snacks bedienen muss: auf Reisen, im Stau, bei Erledigungen, die spontan länger dauern, unerwarteten Wartezeiten oder einfach nur, weil gerade ein total blöder Tag ist. In solchen Momenten ist es meiner Meinung nach besser, einen Quetschbeutel aus der Tasche zu zaubern, als die deutlich ungesünderen Alternativen wie Trinkpäckchen, Schokoriegel oder Gummibärchen. Und vorher Zeit für eine ganze Familie zu schnibbeln oder sogar auch nur Trockenobst abzufüllen, habe ich nicht immer.

Quetschie fuer Kleinkinder nicht schaedlich

Convenience Produkte für den Familienalltag

Es gibt so viele Situationen im Familienalltag, bei denen das kurzfristige Anheben der Laune UND des Blutzuckers gold wert sind.
Ich greife in solchen Momenten gerne auf Convenience Produkte zurück, bei denen ich nicht erst eine lange Liste an Inhaltsstoffen studieren muss, die ich gar nicht aussprechen kann. So sind Quetschbeutel für mich ein ganz guter Kompromiss. Denn in besagten Situationen habe ich weder Obstkorb noch Schneidebrett dabei.
Wir handhaben Quetschbeutel als etwas besonderes – als Süßigkeit. Nicht als Ersatz für die fünf täglichen Portionen an Obst und Gemüse!!!
Der Osterhase oder Nikolaus hat oft einen im Gepäck. An heißen Sommertagen nutze ich die Beutel auch gerne als Mehrzweck-Kühlakku von anderen Speisen. Der kühle Snack ist dann ein kleiner Bonus auf dem Flüssigkeitskonto der Kinder.
Dem vorzuziehen wären natürlich Boxen mit liebevoll geschnittenen Obst- und Gemüse-Stückchen oder selbstgemachten Energiebällchen mit natürlicher Süße. Dafür ist aber manchmal einfach keine Zeit.

Sind Quetschbeutel gesund oder ungesund?

Das ist eine Frage, die meiner Meinung nach gar nicht gestellt werden sollte. Natürlich enthalten gute Produkte im begrenzten Umfang Nähr- und Vitalstoffe. Aber sie sind nun mal kein Ersatz für die natürliche, ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln, die der Gesundheit nachweislich zuträglich ist.
Dann bleibt wohl eher die Frage zu beantworten: schadet Kindern püriertes, eingekochtes Obst und Gemüse im Plastikbeutel mit Saugaufsatz?
Oft kritisiert wird vor allem die Dareichungsform. Durch das Dauernuckeln könne der Zahnschmelz angegriffen und das (Milch-) Gebiss zu Schaden kommen. Viele Mütter müssen über die Warnung, die sich mittlerweile auf den Packungen befindet, schmunzeln. Quetschiliebhaber leeren den Beutel in wenigen Sekunden. Und wenn das nicht so ist, sollte man als Eltern ein Auge darauf haben.
Ausschließlich Brei zu schlucken ist auf Dauer nicht gut für das Verdauungssystem von älteren Kindern. Für zahnlose Beikostbabys im ersten Lebensjahr sehe ich allerdings keine Nachteile im Brei. Im Gegenteil!
Für ältere Kinder sind Kaubewegungen nicht nur für die Nahrungszersetzung, sondern auch für die Ausbildung eines Sättigungsgefühls relevant und bleiben beim Genuss eines Quetschbeutels aus. Das ist aber vollkommen irrelevant, wenn es hin und wieder einmal passiert. Verwirrt wird diese Nervenverschaltung übrigens auch durch ständiges Lutschen von Bonbons oder Lollis oder durch das Trinken einer Limonade.
Wichtig finde ich, dass man Quetschis mit Bedacht einsetzt. Sie sind eine Süßigkeit, deren Inhaltsstoffe ich persönlich gut verschmerzen kann. Sie sind wie gesagt etwas Besonderes und kein Ersatz für frische Vitamine.
Allerdings gibt es auch von Firma zu Firma Qualitäts-Unterschiede. In manchen „guten“ Beuteln stecken mehr oder weniger schonend erhitzte oder sogar kaltgepresste pure Bio-Fruchtpürees, in weniger guten finden sich Fruchtsaftkonzentrate, Reis- oder Maismehl und unnötige Nahrungsergänzungsmittel. Genauso ist es bei den Brei-Gläschen auch.
Was auch noch zu beachten gilt: viele Sorten sind wilde Kombinationen aus teils populären, teils exotischen Obst- und Gemüsesorten. Pure Geschmäcker und Gerüche kann ein Kind so nicht kennenlernen und braucht dazu im Alltag wie schon gesagt die knackigen Alternativen.

Freche Freunde Beikost Quetschie Erfahrungen

Alternativen zum Verpackungsmüll?!

Quetschbeutel produzieren Müll. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Auch hier macht die Dosis für mich das Gift aus, was wir unserem Planeten zumuten!
Laut Hygiene-Richtlinien müssen Convenienceprodukte für Kinder, die entsprechend lange haltbar sind, anscheinend Auflagen erfüllen, die den Einsatz von Kunststoff erforderlich machen.
Viele größere Produzenten haben sich Maßnahmen überlegt. Ob es nur PR fürs Gewissen ist oder tatsächlich etwas bringt, kann ich nicht bewerten:
Freche Freunde hat in diesem Jahr ihre Beutel auf Plastikverbund umgestellt, das bedeutet der Papieranteil ist größer geworden, der Einsatz von Aluminum fällt weg. Sie tüfteln an stetiger Verbesserung.
Pumpkin Organics bietet Privatkunden an, die Beutel-Entsorgung (ab 100 gesammelten Beuteln) an die Firma TerraCycle weiterzuleiten, sodass dort mit speziellen Verfahren eine Recycling-Quote von 100% erreicht werden kann.
FruchtBar hat schon vor einigen Jahren eine Upcycling-Aktion ins Leben gerufen, bei der Beutel eingeschickt und in integrativen Werkstätten zu Taschen vernäht werden können. Seit 2010 sind dort übrigens schon mehr als 2 Millionen Quetschbeutel wieder angekommen. Eine krasse Zahl!
Ich frage mich, wie hoch der durchschnittliche Quetschie-Verbrauch in der Population der unter 10-Jährigen ist?! Ich würde schätzen, in den letzten drei Jahren sind wir hier jeweils auf 15-20 Beutel pro Kopf gekommen – was ich schon nicht wenig finde.
Mein praktischer Nachhaltigkeits-Tipp: Wenn ich bei Ausflügen in die Natur Quetschbeutel dabei habe, nehme ich sie wieder mit nach Hause und entsorge sie ordnungsgemäß in der gelben Tonne.
Ich kann es gut verstehen, wenn Familien aus ökologischen Aspekten komplett auf Quetschbeutel verzichten möchten. Ich finde aber auch, dass keiner für den Konsum in Maßen verurteilt werden sollte. Nachhaltigkeit ist vielschichtig.

Quetschis selbst befüllen?

Einige Mütter haben mir berichtet, dass sie selbst wiederverwendbare Quetschbeutel befüllen und so weniger Müll produzieren. Oder sie würden es gerne ausprobieren und wollten wissen, ob sich das lohne?!
Auch ich habe damals es bei den Zwillingen eine Zeit lang gemacht. In „Zu viel Obst – zu wenig Gemüse für Kinder. Geht das?“ habe ich schon einmal dazu berichtet.
Letztendlich habe ich es aber wieder drangegeben, weil sich für mich der Zweck so nicht erfüllt hat. Gelegentliche schnelle, spontane Snacks bedeuten für mich einen Griff in den Rucksack und nicht Schnibbeln, Pürieren, Kühlwege und anschließende Spülarbeiten für drei Portionen. Das muss ich ehrlicherweise gestehen.
Die Idee dahinter ist trotzdem gut! Man behält die beste Kontrolle über die Zutaten. Ich empfehle es den Eltern, deren Kinder frisches Obst und Gemüse ansonsten komplett verweigern (also ein hoher Verbrauch besteht) oder sich gerade im Übergang von „belöffelt werden“ zu „alles alleine essen“ befinden und dabei viel unterwegs sind. Ein Quetschbeutel ist nämlich eine ziemlich hygienische, schnelle Sache, die ich alleine mit zwei kleinen Kindern auch zu schätzen gelernt habe. Ehrlich gesagt hätte ich auch den selbstgekochten Mittagsbrei in Ausnahmefällen abgefüllt, um unterwegs flott zwei Kinder gleichzeitig zu sättigen, wenn ich von der Existenz von wiederbefüllbaren Quetschbeuteln schon in der Beikost-Zeit gewusst hätte. (Oder eben die Freche Freunde Beikost-Quetschis gekauft, die ihr auf den Fotos seht. Die gab es damals aber auch noch nicht).
Auf Grund eurer Kommentare hat mich aber wieder das Interesse gepackt und ich werde meine wiederverwendbaren Beutel bei Gelegenheit mal wieder auspacken und meine Erfahrungen nochmal mit euch teilen.

gesunde Kindersnacks Quetschbeutel

Quetschbeutel für Babys

Für Babys empfehle ich aus diversen Gründen eigentlich, selbst zu kochen – egal ob Brei, breifreie Kost oder eine Mischung.
Das praktische an den neuen Freche Freunde Beikost-Quetschies ist, dass es einen Löffelaufsatz (z.B. bei dm) gibt. So muss das Baby gar nicht erst an eine andere Form der Nahrungsaufnahme gewöhnt werden, wenn es Brei kennt. Aber auch für alle anderen Beutel gilt: sie können auch einfach auf einen Babylöffel ausgedrückt werden! So haben wir schon im Urlaub gefüttert. Babys können saugen, sollten die richtige Nahrungsaufnahme aber anders lernen.
Für Notfall-Mahlzeiten ist ein Quetschbeutel auch für die Kleinsten eine gute Sache: einfach zu transportieren, nicht zu kühlen, schnell griffbereit. Die Freche Freunde Sorten sind mild und unaufgeregt. Das finde ich generell gut. Papaya und Drachenfrucht muss für mich auch für die Großen nicht unbedingt drin sein.
Quetschbeutel finde ich auch praktisch, wenn man nur ganz geringe Mengen an Obstmus benötigt, zum Beispiel zum alternativen Süßen (Kuchen, Müsli, Brotaufstrich…) oder für den Milch-Getreidebrei. Einmal geöffnete Gläschen sollten in 1-2 Tagen verbraucht werden. Dafür mache ich dann manchmal lieber einen Quetschbeutel auf, um keine Lebensmittel wegschmeißen zu müssen.
Gut finde ich zum Süßen auch die von Yamo, die wir im Sommer testen durften. Sie sind hochdruckpasteurisiert, müssen deshalb zwar gekühlt werden, schmecken aber deutlich „frischer“.

Ich hoffe, ich konnte so noch ein paar Fragen klären und Denkanstöße geben. Falls ihr noch ergänzendes loswerden möchtet, freue ich mich über Kommentare. Wie verwendet ihr die Quetschbeutel im Alltag? Was sind eure Lieblingssnacks für Kinder, wenn es richtig schnell gehen muss?

Milch & Mehr Mamablog Signatur

Ps. zur Transparenz:
Die auf den Bildern sichtbaren Freche Freunde-Produkte (Beikost-Quetschbeutel) sind PR-Samples. Der Beitrag wurde nicht vergütet oder vorab mit den im Text erwähnten Firmen abgesprochen. Inhalt und Meinung kommen zu 100% von mir.

PPs. zum Merken & Weitersagen:

Quetschbeutel fuer Kinder Vorteile und Nachteile

2 Kommentare

  1. Danke liebe Nora, das sind ziemlich genau meine Worte!! Deshalb stehe ich auch dazu, unterwegs und als Dessert oder so Quetschies zu benutzen.

    Liebe Grüsse Moana

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