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Schwangerschaft: Wassereinlagerungen & Ernährung

bezahlte Kooperation | Im Laufe der Schwangerschaft trifft es irgendwann einmal so gut wie jede Frau. Die eine mehr, die anderen weniger: Wassereinlagerungen. Gerade in den letzten Wochen bei den hochsommerlichen Temperaturen waren sie kaum vermeidbar und auch meine Füße passten kaum noch in die Schuhe.
Im Folgenden möchte ich erklären, wie es zu den Wassereinlagerungen, den sogenannten Ödemen, kommt und vor allem ein paar Tipps und Tricks verraten, was man gegen sie tun kann.
Komplett vermeiden lassen sich Wassereinlagerungen definitiv nicht. Dazu spielen zu viele Faktoren der Umwelt und auch der Veranlagung eine Rolle.
Aber vor allem mit meinem liebsten Besserwisser-Thema, der Ernährung, lässt sich der schwangere Körper etwas beeinflussen und austricksen. Wie genau, das erfahrt ihr gleich. Und vielleicht ist genau die Idee dabei, die euch wieder in eure Lieblingsschuhe verhilft!

Gesunde Ernährung von Anfang an mildert Wassereinlagerungen

Dieser Artikel entstand erneut in Kooperation mit der Initiative 1000 Tage, bei der sich alles um eine gesunde Ernährung vom Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag dreht.
Auf der sehr informativen Homepage erfahrt ihr auch viele Hintergründe zur richtigen, ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft und es gibt einige leckere Rezepte, die den besonderen Nährstoffbedarf und eben solche Nebenerscheinungen wie Wassereinlagerungen von werdenden Müttern berücksichtigen. Ich kann wirklich empfehlen, dort ein bisschen zu stöbern.

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Ursachen für Ödeme in der Schwangerschaft

Wie schon geschrieben: fast jede Frau ist im Laufe der Schwangerschaft von Wassereinlagerungen betroffen. Die einen passen im dritten Trimester an warmen Tagen nicht mehr in ihre Schuhe und haben etwas weniger Feingefühl in den Fingern. Die anderen sehen von Anfang an aus wie Michelin-Männchen, können den Ehering nicht mehr tragen und haben irgendwann gar kein Gefühl mehr in den Händen und Füßen. In den meisten Fällen ist das ganze harmlos. Plötzliche, starke Wassereinlagerungen können aber auch auf eine Schwangerschaftsvergiftung, die (Prä-) Eklampsie, hindeuten. Ganz selten ist der Höhepunkt der Einlagerung sogar erst nach der Entbindung erreicht und selbst im Wochenbett wird zunächst weiter eingelagert.
Ursache des lästigen Übels ist natürlich das Schwangerschaftshormon hCG. Es bewirkt, dass die Blutgefäße durchlässiger und weiter werden.  Zudem steigt das Blutvolumen. Beide Veränderungen sind wichtig für die Versorgung des Babys über die Plazenta. Aber es passiert halt auch im restlichen Körper. So versackt Flüssigkeit an Stellen im Körper, wo sie eigentlich gar nicht hingehört. Am besten kann sie von Fettzellen aufgenommen werden.
Für die Beine kommt erschwerend hinzu, dass Größe und Gewicht der Gebärmutter irgendwann Druck auf die Hohlvenen ausüben, die dann das Blut nur noch erschwert zum mütterlichen Herzen zurück transportieren können. So kommt es dann zu den unbeliebten Knöchelschwellungen. Auch Füße und Unterschenkel können an Umfang zunehmen.

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft ernaehrungstipps

Auch wenn sie Schmerzen machen und den Alltag erschweren, gehören Wassereinlagerungen nicht zwingend zu den krankhaften Veränderungen, über die man sich Sorgen machen muss. Nur wenn sie sehr plötzlich auftreten und das Körpergewicht stark ansteigt, sollte man sich dringend ärztlich beraten lassen. Weitere Warnzeichen, dass eine „Schwangerschaftsvergiftung“ im Anmarsch ist, sind hoher Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen.

Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Wie ich ja oben schon schrieb, nehmen Fettzellen die aus den Gefäßen austretende Flüssigkeit am liebsten und besten auf. Deshalb sind übergewichtige Frauen von Wassereinlagerungen stärker betroffen als Schwangere mit Normalgewicht. Für übergewichtige Frauen ist es deshalb von Vorteil, sich an die Empfehlungen1 der optimalen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft zu halten oder wenn möglich schon vor der Kinderwunschzeit etwas abzunehmen. Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung im weitesten Sinne können hier unterstützen.
Jede verbrannte Fettzelle bedeutet weniger Chance für Wassereinlagerungen.
Aber Hand aufs Herz: diese kluge Weisheit hilft uns gerade allen nicht weiter. Der schwangere Körper lagert nun mal auch gewollt Fett-Reserven für Stillzeit und Wochenbett ein. Also folgen nun die Tipps und Hausmittel, die die Wassereinlagerungen mildern können. Wegzaubern lassen sie sich leider nicht. Entwässernde Medikamente sind nur in den allergrößten Ausnahmefällen berechtigt.

ausreichend Trinken

So paradox es auch klingt, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist das aller wichtigste. Man verfällt ja automatisch eher genau ins Gegenteil. Bloß nicht noch mehr trinken, was dann in den Beinen landet. Aber falsch. 2-3 Liter täglich sollten Minimum sein. So arbeiten Niere und Herz am effizientesten und der Stoffwechsel wird angeregt. Am besten ist es, die Trinkmenge durch Wasser zu decken. Wer ein Wassermuffel ist, kann sich mit Obststücken, Minze oder einem Schuss Direktsaft austricksen.
Einigen Frauen hilft auch die Umstellung auf ein besonderes Mineralien- und Hydrogencarbonat-reiches Mineralwasser. Das soll auch sehr gut bei Sodbrennen helfen.

Entwässerungstees

Bei stärkeren Wassereinlagerungen können nach Rücksprache mit dem Frauenarzt und/ oder der Hebamme auch entwässernde Tees ausprobiert werden. Sie regen auf pflanzlicher Basis die Niere an, sodass mehr Urin ausgeschieden wird. Aber Vorsicht, zu viel Entwässerungstee kann austrocknen und so Mama und Baby gefährden!
Diversen Kräutern werden diuretische Wirkungen nachgesagt. Was letztendlich am besten hilft, ist individuell unterschiedlich. Mir am geläufigsten ist der Brennnesseltee aus der Apotheke. Manche schwören aber auch auf Löwenzahn oder Koriandersamen.

Tipps gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

entwässernde Lebensmittel

Gerade im Sommer habe ich persönlich keine Lust auf Tee und bin froh, dass es eine ganze Reihe weiterer gesunder Lebensmittel gibt, die die körpereigene Flüssigkeitsausscheidung anregen. Auch hierbei gilt, dass die Wirkung und Wirkstärke individuell unterschiedlich ist. Also einfach mal ausprobieren, was hilft! Und es ist wichtig, auch von diesen Dingen nur normale Mengen zu essen und es nicht zu übertreiben.
Zu den meiner Meinung nach wirkungsvollsten Obst- und Gemüsesorten zählen: Spargel, Fenchel, Ananas, Grapefruit und Wassermelone.
Außerdem sollen entwässernde Wirkung besitzen: Möhre, Kürbis, Pastinake, Salat, Gurke, Tomate und Sauerkraut, Artischoken sowie Birnen, diverse Beeren und Zitronen.
Auch viele beliebte Küchenkräuter (Petersilie, Basilikum, Melisse…)  sind der Theorie nach entwässernd. Ich liebe es ja, mit frischen Kräutern zu kochen oder Salate zu verfeinern. Allerdings kann man sie natürlich nicht im Bund verdrücken. Von daher weiß ich nicht, wie groß der Effekt dann tatsächlich ist…
Der Grund für den entwässernden Effekt der Lebensmittel ist übrigens ein hoher Kalium-Gehalt oder der hohe Wasseranteil. Beides regt quasi die Niere an.
Vielleicht weiß ja die ein oder andere zu berichten, was ihr besonders gut hilft oder kann die Liste sogar noch ergänzen!
Übrigens ist es nicht nur sinnvoll, die aufgezählten Lebensmittel zu futtern. Ich erinnere nur mal an die Gurkenmasken. Gurkenscheiben helfen tatsächlich in geringem Umfang bei geschwollenem Gesicht. Und ihr habt mir auch von erfolgreicher Linderung mit Quarkwickeln berichtet!

Irrglaube: auf Salz verzichten

Früher wurde immer empfohlen, sich bei Wassereinlagerungen besonders salzarm zu ernähren. Keine großen Salzmengen zu konsumieren ist zwar aus vielen Gründen, gerade für das Verdauungssystem und das Herz-Kreislaufsystem, sehr gesund. Die Niere benötigt allerdings schon ein bisschen Salz und auch aus anderen Gründen (Iod und ggf. Folsäure-Lieferant) ist es wichtig, in der Schwangerschaft nicht komplett auf Salz zu verzichten.

richtige Verhaltensweisen bei Wassereinlagerungen

Man sollte vermeiden, viel zu stehen, immer mal wieder für kurze Zeit die Beine hochlagern und sich vor allem viel Bewegen: Treppensteigen, Spazieren, Schwimmen, Radfahren… solche Maßnahmen regen die Durchblutung und die Venenpumpen an. Wer (beruflich) nicht drum herum kommt, viel zu stehen oder lange zu sitzen, sollte auf Pausen bestehen und sich Kompressionsstrümpfe (Klasse 2) verordnen lassen. Mein Trick, wie man sie auch noch schwanger halbwegs selbst an- und ausgezogen bekommt: mit dicken Gummihandschuhen nach dem Stoff greifen.

Was man gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft tun kann

alternativmedizinische Maßnahmen

Fußbäder, Wechselduschen und Fußpeeling regen die Durchblutung an und fördern den Stoffwechsel. Das sanfte Ausstreichen der Gliedmaßen kann sehr gut tun. Wichtig ist, dass dies immer in Richtung Herz geschieht, um den Blutrückfluss anzuregen. Also von Zehen/ Händen in Richtung Bein/ Arm und bloß nicht umgekehrt. Das wäre kontraproduktiv. Im Grunde ist das auch das Geheimnis der Lymphdrainage, die in besonders schweren Fällen von einem Physiotherapeuten durchgeführt werden kann. Zu Hause kann man auch gut einen Igelball oder einen Naturschwamm für eine kleine Beinmassage verwenden.
Manche Hebammen bieten in ihrem Akkupunktur-Programm für Schwangere  auch eine spezielle Behandlung gegen Wassereinlagerungen an.
Mit Globuli und Homöopathie habe ich ja ehrlich gesagt eher wenig am Hut. Aber falls jemand damit gute Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich über einen ergänzenden Kommentar. Vielleicht hilft es ja auch der ein oder anderen Leserin weiter.

Ich bin gespannt, was ihr noch für Tipps und Tricks kennt und freue mich, wenn ihr berichtet, was euch am besten geholfen habt, wenn ihr etwas der oben genannten Dinge ausprobiert.
Allen Hochschwangeren wünsche ich noch eine möglichst angenehme Zeit, viel kühlenden Sommerwind und einen kleinen Temperatursturz. Das wäre glaube ich am allerbesten.

Milch & Mehr Mamablog Signatur

Ps.: Der Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Milupa Nutrica. Text, Thema und Meinung kommen aber zu 100% von mir.

1 „Weight Gain During Pregnancy“ nach Consens des ACOG

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