Familie, Tagebuch
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3 Monate Mama-Glück

Schon ein viertel Jahr sind meine kleinen Früchtchen alt. Sie sind auch gar nicht mehr richtig winzig. Erste Sachen mussten aussortiert werden. Es wird ehrgeizig an den motorischen Skills gefeilt und wir können schon richtige Unterhaltungen führen. Zwar noch nicht auf Mandarin, aber immerhin in Baby-Slang.
Eigentlich wollte ich einen entspannten Wochenendtag zu Viert mit mehr Action festhalten. Leider war der letzte Samstag dann ein bisschen anders als sonst. Ohne Besuch, Zeit für mich oder für eine schöne Unternehmung. Er war dann ziemlich eintönig. Aber so ist es nun einmal im Alltag mit Baby(s).
 
Pünktlich zum Vierteljahres-Geburtstag bereiten uns die Früchtchen ein Geschenk. Gleich zwei Milostone-Cards dürfen ausgepackt werden… nur Frucht 2 fehlt. War beim Shooting zu grumpy.
Ich wache um zwei Uhr auf. Beide Früchtchen sind etwas unruhig. Ich stelle die Bachlauf-App aus und wecke den Mann. Wickelmeister und Milchfrau gehen also schnell routiniert ihren Aufgaben nach bei gedämpftem Licht der Lichterkette. Ich bin sehr angespannt. Die letzte Stillmahlzeit verlief so desaströs, dass die folgende durch Flaschen ersetzt wurde. Leer war ich, nach dem Rückbildungssport noch leerer als sonst in dieser Woche. Seit dem letzten Wochenende herrscht ein Stilltief.

Zunächst ein einseitiger Milchstau, dann gab die betroffene, eigentlich genesene Seite ihren Geist auf und versagte schließlich die ganze gestresste, verzweifelte Mutti. Aber nach der längeren Stillpause fühle ich mich nun wieder fähiger. Und siehe da, die Früchtchen sind zufrieden. Selbst die Tochter, die sonst eine Endlos-Nucklerin ist, schlabbert sich ins Milchkoma. Es geht wieder ins Bett.

Um fünf Uhr wache ich auf, ohne dass sich die Früchtchen gemeldet hätten. Ich schicke den Mann aus dem Bett ins Homeoffice. Er ist ein bisschen nölig, weil sein Wecker erst eine halbe Stunde später klingeln sollte. Dort klingelt dann aber der Sohn und ich schleppe wieder beide Kinder zum Stillturm ins Nachbarzimmer. Auch diese Mahlzeit klappt gut. Sollte es also wieder bergauf gehen? Zur Sicherheit wird die böse Seite anschließend noch abgepumt.
Ich war/bin kurz vor dem Hinschmeißen. Ein Versuch mit Dauerstillen am Wochenende mit Unterstützung vom Mann will ich aber noch wagen. Deshalb kann ich nun auch nur über eins berichten: Ich stille. Wieder um neun Uhr. Dazwischen war eine dritte Runde Schlaf geplant. Allerdings waren die Früchtchen abwechselnd unruhig und meine Hand im Dauereinsatz im Nebenbett. Es beruhigt sie nämlich, wenn wir Händchen im Pucktuch halten. Da ist so eine kleine Lücke. Das ist sehr niedlich. Nur – mir schlafen dabei immer die Arme ein.
Anschließend frühstücken wir zu Viert. Die Kinder im Hochstuhl sind mit dabei. Der Sohn darf noch seine Extraflasche gepumpte Kraftnahrung schlabbern. Die Tochter wird wieder quengelig. Schon wieder Hunger? Nein, mit zielsicherer Mutti-Intuition verfrachte ich sie auf die Krabbeldecke. Madame möchte Kopfhalten und Rolle seitwärts üben. Sie ist auf dem Gebiet sehr ehrgeizig.
Dann unterhalten wir uns noch ein Weilchen in Babyslang. Der kleine Happy-Budda ist nicht so happy wie gedacht. Er muss eine große Milchmenge verarbeiten.
Nach kurzer Zeit kuscheln wir uns zu Viert zu einem Vormittagsschläfchen aufs Sofa. Das ist schön, wohltuend und damit beendet, dass die nächste Raubtierfütterung eingefordert wird.
Der Mann ist unterdessen den Wocheneinkauf erledigen. Letzte Woche haben wir das doch tatsächlich erstmals zu Viert gewagt. Drogerie (Sohn und ich), Getränkemarkt (Tochter und Mann), Supermarkt (wir alle) und Bäcker (nur ich). Das hat mit den Tragen erstaunlich gut geklappt. Es gab keine fremden Grabbscher, viele liebe Kommentare und auch erst wieder im Auto wurde gemeckert. Was allerdings ins Zwillingsschicksal-Elterntagebuch gehört ist, dass wir den kompletten Einkauf nur mit Mühe und Not mit nach Hause bekommen haben. Dabei war der Kinderwagen noch nicht einmal im Kofferraum.
Zurück zum besagten Samstag: Nach dem Stillen spielen wir also eine weitere Runde, weil der Papa schon wieder zu lange braucht. Er findet ja nie etwas! So ganz schaffen wir es also doch nicht mit dem „nur stillen“.
Dann snacken wir etwas zu Mittag, die Früchtchen wieder zu Tisch dabei. In den Hochstühlen sitzen sie wirklich gerne.
An Nachmittag geht es dann los mit dem richtigen Cluster-Stillen. So heißt das nämlich, verriet mir die Suchmaschine. Und es soll gar nicht so unnormal sein, wenn sich das Milchangebot neu einpendeln muss. Erst stille ich bequem auf der Couch einzeln, dann unbequem auf der Burg zusammen. Pause machen wir zum Essen und zum was sonst noch zwingend erledigt werden muss. Mit Getränken werde ich ja nun endlich mal beliefert. Zwischendurch kommt es immer mal wieder zu Unzufriedenheit. Diese Unruhe kenne ich gar nicht von den Früchtchen. Es ist aber nicht mehr so schlimm wie am Tag zuvor.
Die Abendroutine verläuft relativ entspannt. Nach dem Stillen geht es frisch gewickelt in die Pucksäcke. Im abgedunkelten Schlafzimmer dürfen die Früchtchen zu milden Klängen des Bachlaufs an Papa gekuschelt den Tag ausklingen lassen. Gestern war es eine Katastrophe, sodass ich heulend die Flaschen anschleppte. Heute kann ich allerdings in Ruhe Duschen und ein paar Minuten nur für mich genießen.

Bevor wir auch richtig ins Bett gehen darf die Tochter ausnahmsweise beide Seiten stillen und der Sohn seine Kraftflasche schlabbern. Um zehn Uhr sind wir alle Vier im Land der Träume.


Nachtrag: Im Nachhinein würde ich sagen, dass dieser Tag einem typischen Wachstumsschub geschuldet ist. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Hier geht es zu meinem Still-Resümee.

 

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