Familie, Tagebuch
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6 Monate Mama-Glück

Bedingt durch die Feiertage bin ich spät dran. Deshalb auch noch schnell vorweg: ein frohes, gesegnetes Jahr 2017, meine lieben LeserInnen! 
Ich kann es kaum glauben, dass ich schon ein ganzes halbes Jahr Mama sein soll. Mama der zwei für mich bezauberndsten Kinder. Die Baby-Halbzeit soll wirklich schon herum sein? Mir kommt es so vor, als wäre gerade erst Sommer gewesen und die beiden noch in meinem Bauch. Und plötzlich merke ich, dass von den hilflosen Neugeborenen nicht mehr viel übrig ist. Sie sind schon so selbstständig irgendwie. 😉 Und groß. Ich denke, ich muss nicht mehr dazu sagen. Alle Mamas werden wissen, was ich meine. Und alle anderen werden mich sowieso nur belächeln.
Der Wandel führt auch dazu, dass die Grundbedürfnisse nicht mehr ganz so stark an erster Stelle stehen. Wir haben immer mehr Zeit zusammen richtig Spaß zu haben. Oder, wenn wir zu viert sind, etwas zu unternehmen. Das ist so schön! Ich bin trotz aller Müdigkeit und am Rand-der-Kräfte-Sein so glücklich, dieses doppelte Wunder zu erleben. Danke Universum. Danke Medizin.
Im monatlichen Tagebuch darf unser erstes Weihnachtsfest zu viert natürlich nicht fehlen! Deshalb müsst ihr wohl noch einmal ein bisschen durch den Feiertags-Plüsch durch.
Das kleine Nachttier meldet sich zuverlässig alle zwei bis drei Stunden. Die genauen Zeiten kann ich nicht liefern. Der Blick auf die Uhr ist mir mittlerweile zu viel Aufwand. Macht nur wach. Nichts kann das Nachttierchen gnädig stimmen, außer ein bisschen an der Brust zu kuscheln. Der Urlaubs-Papa gibt sein bestes, damit ich mal in den Tiefschlaf komme, aber vergeblich. So nervig das auch sein mag, ein bisschen stolz macht es mich schon, endlich richtige Stillkinder zu haben. Das zweite Baby schläft, wie fast immer, und weckt uns alle gegen sieben Uhr mit fröhlichem Geschwatz. Dass sie nun jeden Morgen von zwei Erwachsenen statt nur der einen Frau durchgekuschelt werden, finden die Früchtchen mittlerweile weniger befremdlich. Wir begeben uns zu viert in die Morgenroutine. Heute schmeißen wir uns in die Feiertags-Kluft. Rentiere für die Früchtchen. Wir schaffen tatsächlich ein Frühstück zu zweit am Tisch – mit Adventskranz-Romantik – während die Kinder sich die Gegenstände unterm Spielebogen gegenseitig aus den Händen ziehen. Außerdem bemerken sie das komische stachelige grüne Ding mit dem ganzen Glitzer und Blingbling, das seit dem Vortag neben der Krabbeldecke steht und bewundern es noch ein wenig. Zur Einführung in die heutige Tageslektion „Reizüberflutung“ packen wir schon einmal die ersten Geschenke aus, die der Papa von der Arbeit mitgebracht hat. Das Papier und die Bändchen sind so unglaublich spannend. Dann ist es aber auch schon Zeit für das Vormittagsschläfchen. Papa bewacht die Wiege. Mama darf sich schminken! Nachdem sich die wieder erwachten Früchtchen ihre Milchladung abgeholt haben, machen wir ein kleines Familien-Fotoshooting. Später wird sich herausstellen, dass es zu dunkel war (gut, kann man bearbeiten) und dass der Staubsauger auf den besten Bildern schön zentral mit drauf ist.
Den Mittagsbrei, eine Kostprobe Zucchini, gibt es heute etwas früher. Es schmeckt. Dann schockeln wir die Früchtchen schnell wieder in den Mittagsschlaf und bereiten alles für unseren größeren Ausflug vor. Die Babys merken, dass etwas Aufregendes im Gange ist und beenden ihren Mittagsschlaf noch früher als geplant. Es geht in den Tragen in den Kindergottesdienst. Ich habe noch nie einen so kurzen und so unfeierlichen Gottesdienst erlebt. Gut, als Kind war ich da auch schon. Aber da kam er mir ewig und total festlich vor. Das eine Früchtchen ist schon nach wenigen Augenblicken nicht sonderlich angetan, schläft dann aber bei meinem Gesang ein. Das andere Früchtchen muss nach 25 Minuten unbedingt mal frische Luft schnappen. Nach 30 Minuten wurde dann aber sowieso schon „Oh du Fröhliche“ angestimmt. Wir wollen bei Oma und Opa Heilig-Nachmittag-Kuchen essen. Ich laufe den Weg von der Kirche, denn das Früchtchen schläft ja immer noch in der Trage und beim Umladen in den Autositz wäre es sicher aufgewacht. Also vorbei an vielen Kindheitserinnerungen. Es ist ruhig und leer auf den Straßen. Die Welt ist schon heruntergefahren. Bei den Großeltern hat das Christkind schon eine kleine Stipp-Visite gemacht. Und das beste Geschenk überhaupt abgeliefert: den Weihnachtsmann (siehe Foto). Er erfreut(e) sich wirklich großer Beliebtheit. Man könnte auch sagen, er macht die Früchtchen richtig rattig. Daran sieht man, dass es keine wertvollen Geschenke in großer Anzahl bedarf, um kleine Kinder glücklich zu machen. Generell hätten die Früchtchen natürlich auch nicht protestiert, wenn Weihnachten für sie komplett ausgefallen wäre. Wir wollen ihnen dennoch etwas Weihnachtsmagie mitgeben und haben uns deshalb eben für den Kirchgang, den großen Weihnachtsbaum mit Zwillingsspitze und ein paar Geschenke mit ordentlich viel Papier entschieden.
Zurück zum heiligen Nachmittag. Aus meinem eigenen alten Spielzeugfundus hatte ich noch den Spielebogen-To-Go ausgegraben, den wir einfach zwischen die Babyschalen binden und die Früchtchen drunter platzieren können. Den finden sie so interessant, dass wir in Ruhe Weihnachts-Käsekuchen essen können. (Eigentlich wollte ich nun ein ähnliches Spielzeug verlinken, damit ihr wisst, was ich meine. Gibt es aber wohl nicht mehr bzw. finde ich nicht. Muss ich wohl mal ein Foto bei Instagram nachreichen.) 


Der Nachmittags-Snack der Babys, Birnenmark, gestaltet sich ohne Hochstühle (auch eine Premiere) eher abenteuerlich. Es ist alles zu ungewohnt, laut und ablenkend. Deshalb bevozugen die Früchtchen Milch zum runterkommen. Auf der Fahrt nach Hause wird noch einmal ein wenig gedöst. Wir Erwachsenen schaffen es sogar zu Hause angekommen noch, uns gegenseitig zu bescheren. Romantisch. Fast wie früher. Nur eben mit Schnarcheln im Nacken. Den wieder lebhaften Babys erzählen wir, dass das Christkind gekommen ist, während wir unterwegs waren. Sie dürfen ein Motorikspielzeug** und ein Tamburin** auspacken. Das Papier ist wieder interessanter als der Inhalt. So soll es sein. Der Papa packt noch ein Bilderbuch aus der „ars Edition“-Mein erstes Bilderbuch-Serie** aus. Außerdem gab es noch eine Krabbeldecke, die ich am Vortag in einer Nacht-Und-Nebel-Aktion fertiggestellt hatte. Keine Ahnung, welcher Mama-Ehrgeiz mich da geritten hat. Es musste unbedingt etwas Selbstgemachtes sein. Ich hatte mal auf einem Englisch-sprachigen Blog gelesen, dass die Eltern dort „something you want, something you need, something to read“ verschenken und fand die Idee klasse. Mal schauen, ob wir das in den nächsten Jahren auch so ans Christkind weitergeben.

 

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Eigentlich hatten wir (bzw. der Mann, ich hab geahnt, dass es zum Scheitern verurteilt war) noch geplant, dass wir unser Weihnachtsessen, Trüffel-Pasta, mit friedlich unter dem Spielebogen zockenden Kindern einnehmen werden. Daraus wird ein schneller erster Gang mit genervten Babys auf dem Schoß. Somit disponieren wir spontan um und bringen die Früchtchen ins Bett. Seit wenigen Tagen klappt es nämlich, dass sich der Ins-Bett-Bringer mit dem Babyphone noch einmal davonstehlen kann. Die Nudeln schmecken durchgezogen und abgekühlt viel besser. Wir packen noch ein paar Geschenke aus, dann kuscheln wir uns zu den Babys. Es war für sie ein aufregender Tag, der will verarbeitet werden. Ich richte mich auf kurze Schlafphasen ein und werde nicht enttäuscht. Selbst der eigentliche Durchschläfer meldet sich noch vor Mitternacht.


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