Familie, Tagebuch
Schreibe einen Kommentar

Die 11. Woche (10+0 bis 10+6)

Die Woche startete mit einem vollkommen beschissenen Arbeitstag. Die Anforderungen an mich waren nicht mehr vereinbar mit meinen Kräften. Irgendwann hätte ich am liebsten im Fahrstuhl angefangen zu heulen, als dieser immer wieder nach unten fuhr, obwohl ich nach oben wollte. Meine nette Kollegin hat dem ganzen Tag dann aber noch zu einem tollen Ende mit einer Runde Baby-TV verholfen. Es ist schon verlockend und luxuriös, wenn dieses tolle Hightech-Ultraschallgerät so greifbar ist. Ich war mir gar nicht sicher, ob man über die Bauchdecke schon etwas sehen kann. Aber sofort waren die zwei Fruchthöhlen sichtbar – mit zwei zappelnden kleinen Menschlein! Wir konnten Arme und Beine sehen und sogar bei Turnübungen zuschauen. Das war einfach nur toll! Ich glaube, ich kann das jetzt aber nicht zu oft machen, weil mein Mann sonst neidisch wird. Mir ist auch bewusst, dass theoretisch die Gefahr besteht, dass wir durch solche Spielereien etwas Unschönes entdecken könnten. Aber dann kann ich natürlich immer noch meinen Gynäkologen konsultieren.
 
Ansonsten ist alles weiterhin relativ unspektakulär. Ich habe nach wie vor das Bedürfnis sehr viel und sehr oft zu essen. Wenn ich tagsüber nicht alle zwei Stunden meinen Magen beschäftige, eskaliert das ganz schnell in Brechreiz.
Das ewige Essen macht sich natürlich an vielen Stellen des Körpers und auf der Waage bemerkbar. Ich probiere es so ausgewogen und gesund wie möglich zu halten, gönne mir aber auch mal etwas Süßes oder gebe einem Fastfood-Gelüst nach.
Durch den langen, anstrengenden Arbeitstagen habe ich allerdings das Gefühl, dass die Selbstachtsamkeit, was Ernährung und Bewegung angeht, etwas zu kurz kommt. Meine Freizeit besteht eigentlich allenfalls aus einer Runde Couch, wenn es nicht direkt nach dem Essen ins Bett geht. Und auch am Wochenende ruhe ich mich lieber ordentlich aus.
Deshalb werde ich auch immer kurzatmiger, was man eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt gar niemandem erzählen darf! Ich muss also langsam echt etwas für meine Fitness tun, damit ich auch für alles was mein Körper noch leisten muss gewappnet bin.
Insgesamt ist mir aufgefallen, dass ich viele Begleiterscheinungen der Pille nun wieder begrüßen darf: meine Haut im Gesicht ist endlich wieder pickelfrei, am restlichen Körper sehr trocken und juckend, die Nägel wachsen schneller und ich habe leichte Wassereinlagerungen in den Beinen.
Die Woche wurde beendet, wie sie angefangen hat: mit Baby-TV. Es stand nämlich noch die offizielle Ersttrimester-Untersuchung beim Gynäkologen an. Dort kam dann auch mein Mann in den Genuss der zwei Zappelwesen. Die beiden wurden diesmal ordentlich vermessen und sind wieder gut gewachsen, mittlerweile ohne Größendiskordanz.
Auch wenn es dafür überhaupt keine Anzeichen gab, war ich vor der Untersuchung wieder total nervös und habe mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Ich warte jetzt auf die magische Angstfreiheit mit dem Erreichen der zwölften Woche und bin gespannt auf alle weiteren Sorgen die ich mir dann noch so machen kann.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.