Familie, Tagebuch
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Die 27. Woche (26+0 bis 26+5)

 

 

In der ersten Wochenhälfte ging es mir irgendwie gar nicht so prickelnd. Wahrscheinlich hatte ich mich bei den Vorbereitungen und bei einer eigentlich klitzekleinen, unspektakulären Feier bei uns zu Hause doch etwas übernommen. Oder/ und es handelte sich mal wieder um die typische Schwäche-Phase vor dem Wachstumsschub. In der Literatur bin ich darüber bislang ja noch nicht gestolpert: Komischerweise geht es mir nämlich immer für ein paar Tage schlecht und anschließend ist der Bauch definitiv dicker. Geht/ ging es noch jemandem so? Gibt es vielleicht schon vorgeburtliche Schübe? Oder interpretiere ich da zu viel?
Auf jeden Fall bestanden so meine Tage lediglich aus Ausruhen und dem Erledigen der allernötigsten Hausarbeit sowie aus der einen Yoga-Stunde, bei der ich erstaunlicherweise ganz gut mitmachen konnte.
Anschließend erlebte ich noch meinen persönlichen Tiefpunkt-Tag, an dem mir einfach alles weh tat, alles zu viel war und alles nervte. Beim Einkaufen habe ich noch nicht mal ein passendes Wochen-Obst oder Gemüse gefunden. 
In der 27. SSW seid ihr so groß wie zwei dicke Papayas, die man hier aber momentan nicht kaufen kann. Irgendwann werden wir euch zeigen, dass es sie aber in Asien wirklich gibt und sie sehr lecker schmecken. Bis dahin gibt es selbstgemachten Papaya-Smoothie mit Zwillings-Schirmchen!
Dann ist mir auch noch tatsächlich ein wackeliger Greis mit seinem Wagen in den Bauch gefahren und mehrere ältere Damen meinten sich an mir vorbei drängeln zu müssen, obwohl ich selbst kaum meine Einkäufe bändigen konnte. Es hat echt nicht viel gefehlt und ich wäre dort in Tränen ausgebrochen!

An Wehwehchen führend ist nach wie vor dieses Durchblutungsproblem. Zunächst hatte ich es nur beim Bücken, mittlerweile aber auch unabhängig meiner Position, beispielsweise auch im Liegen. Plötzlich ist zu viel Blut im Kopf und zu wenig in den Beinen. Es fühlt sich ein ganz kleines bisschen nach Strangulation an und eben nach Pudding-Beinen. Und nach kurzer Zeit ist der Spuk wieder vorbei. Ich habe mich mit diversen „Fachkollegen“ ausgetauscht und so richtig schlau daraus werden wir nicht. Am ehesten wird es auf das zusätzliche Blutvolumen zurückzuführen sein, vielleicht auch ein bisschen auf das berüchtigte Cava-Syndrom.
Sich nur zu bücken, wenn es unvermeidbar ist, lässt sich doch gar nicht so schlecht in den Alltag integrieren. Aber es ist schon beachtlich, wie viel mir auf einmal hinfällt wenn ich darauf achte. Und wie oft ich mir meine wenigen Shirts, die noch passen, versaue, weil ich mir etwas auf den Bauch kleckere. 
Die Schwangerschafts-App kündigte gerade bei Zwillingen für diese Woche Übungswehen an (amerikanisch: Braxton-Hicks-Kontraktionen). Damit behielt sie wohl auch recht. Immer mal wieder wurde der Bauch kurz hart und schmerzte.
Die zweite Wochenhälfte wurde dominiert durch ein trubeliges, familienreiches Pfingstwochenende, welches wir 200 km von zu Hause in einer Kleinstadt verbrachten. Das nächste Level-1-Krankenhaus wäre eine gute Stunde Autofahrt entfernt gewesen. Gerade weil es mir ja vorher so komisch ging habe ich mir wirklich Sorgen gemacht und überlegt, ob ich überhaupt mitkommen kann. Aber die Vorstellung 200 km weit von meinem Mann getrennt zu sein wenn dann etwas passiert war jetzt auch nicht gerade verlockend. Letztendlich ging es mir dann auch wieder erstaunlich gut. Ich konnte mit ein paar Modifikationen alle Programmpunkte mitmachen und die Adressen der Krankenhäuser im Umkreis, die ich noch leicht panisch heraus gesucht hatte, mussten nicht verwendet werden.
Mittlerweile bin ich richtig froh, dass das meiste des Pflicht-Nestbau-Anschaffungsprogramms so früh abgearbeitet wurde und das vieles, was jetzt noch ansteht eher zur Kategorie „Kür“ gehört. Somit kann ich mir guten Gewissens Auszeiten gönnen, wenn ich mal einen müden, schlappen Tag habe.
Vermisse ich etwas?  nichts nennenswertes
Heisshunger? eher wenig Appetit
 Wehwechen? komische Durchblutungsabnormalitäten, nächtliche Wadenkrämpfe, Übungswehen
 Bauch?  ich glaube nicht, dass ich mit der jetzigen Umstandskleidung durch den Sommer komme, ich werde wohl auf Säcke und Laken zurückgreifen müssen (objektiv ist der Bauch aber wohl gar nicht so groß)
Stimmung?  an Schlappitagen etwas geknickt, es gab schon einen kurzen Streit mit meinem Mann über das Wochenbett, ansonsten gut
Highlight der Woche? die Babys tanzen weiterhin IM Bauch
Worauf freue ich mich?  „gute Überlebens-Chance“ sagt die App
Anschaffungen?ausnahmsweise mal keine, wir müssen jetzt das häusliche Babymarkt-Lager in ein gemütliches Kinderzimmer verwandeln

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