Familie, Tagebuch
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Die 31. Woche (30+0 bis 30+6)

Nun steht also die drei vorne, ohne dass man sie noch wegdiskutieren könnte. Das ist sehr beruhigend. Trotzdem ist wohl der richtig schöne Teil meiner Schwangerschaft vorbei. Damit habe ich mich nun abgefunden. Zwar stecken wir uns schon ganz vorsichtig die nächsten Etappenziele, aber dass spätestens beim nächsten Arzttermin die Entscheidung fallen kann die beiden frühzeitig zu holen, bleibt immer als dunkler Schatten im Hinterköpfchen. 
Ein bisschen verschwimmen langsam die Tage: Aufstehen, klitzekleine Erledigungen nach denen ich mir vorkomme als hätte ich gerade ein Zirkeltraining absolviert, Ausruhen, Essen, Ausruhen, To-Do-Liste abarbeiten, Ausruhen, Essen, Schlafen. Das liest sich ziemlich langweilig – ist es auch. Allerdings kann ich mit Langeweile gerade gut leben.

In der 31. SSW seid ihr zwei immer noch so groß und schwer wie jeweils eine Ananas, diese Verarbeitungsform war definitiv das Top 1 Gelüst in der ersten Schwangerschaftshälfte…

An manchen Tagen fühle ich mich wirklich richtig schwanger. Fieser Druck nach unten, ständig wird der Bauch hart, alle festen Schuhe sind furchtbar eng und selbst die Oma-Socken ohne Bund machen Furchen. Essen ist bah und macht Darmprobleme, aber ohne Essen sind Kreislauf und Stimmung zu weit unten. 
Dabei bin ich eigentlich nach wie vor mit meinem körperlichen Zustand zufrieden, auch wenn dreieinhalb Zeilen Gejammer ganz schön viel sind. Weil die Füße könnten dicker sein, ich unbeweglicher, die Symphyse lockerer, die Übungswehen fieser, die Nächte schlimmer…und Schonen hin oder her, ich mache doch eigentlich noch relativ viel, wonach mir ist. Zum Beispiel mit einer kleinen Zwergin große Piratenschiffe besteigen, die Obstabteilung des Supermarktes plündern oder auch halbgezwungenermaßen den Wohnungsputz (in mehreren Etappen).

Unwohl habe ich mich am Wochenende gefühlt. Da war mein Mann für 36 Stunden außer Landes. Was, wenn genau in dieser Zeit etwas passiert und ich alleine Entscheidungen treffen muss und vor allem alleine durch fiese Situationen? Da lastete eine riesen Verantwortung auf mir und ich war richtig erleichtert, als er wieder da war und die Babys noch dort, wo sie hingehören. Also Kompliment an alle, deren Partner ständig auf Dienstreisen sind und unter Umständen aus einem anderen Teil Deutschlands in den Kreissaal gerufen werden müssen. Solche Geschichten kenne ich nämlich zu Genüge aus dem Bekanntenkreis. Da hatte ich es mit dieser einen Ausnahme wohl recht luxuriös. Vielleicht haben die Kleinen meine Anspannung gemerkt, vielleicht hat ihnen sogar der Papa gefehlt (finde ich romantischer), vielleicht war es Zufall: sie waren am Wochenende richtig unruhig. Als ich schlafen wollte, hatten sie dann auch beide gleichzeitig einen heftigen Schluckauf. Da geht es richtig ab!
Komischerweise merke ich beim Babyjungen den Schluckauf auch relativ weit unten, obwohl er bei den letzten Arztterminen immer ganz anders lag. Entweder ist er ein großer Turner oder er kann sehr rhythmisch mit den Beinen zucken.

…und schmeckt euch wohl auch immer noch 🙂

Zum Ende der Woche stand noch ein Termin beim Gynäkologen an. Das Resultat ist etwas wischi-waschi. Darauf waren wir allerdings schon vorbereitet. Der Pränatalzauberer darf nämlich auch ganz bald schon wieder messen und nach seinen Werten richtet sich das weitere Vorgehen. Es hat mich etwas wuschig gemacht, dass der liebe Kollege aber versäumt hat meinen Muttermund auszumessen. Gerade jetzt, wo es da unten spannend wird, hätten mich genaue Daten wirklich interessiert. Aber gut, das nächste Mal ist nicht lange hin…
Nestbautechnisch sind wir mit dem Gröbsten durch. Jetzt fehlt vor allem an Vorbereitungen noch die blöde Bürokratie. Das ist ja irgendwie alles überhaupt nicht meins. Und dann diese Entscheidungen über Elternzeit, Elterngeld und in unserem Fall noch zusätzlich diverse Versicherungen… Zumindest das Mutterschaftsgeld wurde die Tage von mir beantragt. Das war ja wirklich nur ein kleines Formularchen. Dabei wusste ich noch nicht mal, wann mein Mutterschutz offiziell überhaupt beginnt. Das habe ich dann interessehalber mal nachgeschaut. Anfang Juli. Toi, toi, toi, dass die Kinder solange durchhalten (können). Wenn ich mir vorstelle, ich hätte bis dahin gearbeitet… Ich bin doch froh, wenn ich noch zum Briefkasten komme. Danke Sozialsystem, dass du es mir ermöglichst, meine Kräfte anders zu verteilen!
Vermisse ich etwas?  nächtlich meinen Mann, aus Babyjungen-Schonungs-Gründen liegt nämlich nun immer das dicke Wurstkissen zwischen uns
Heisshunger? vorzugsweise alles, was ich auf Fotos/ Werbung sehe; gebe mich allerdings häufig mit Alternativen/ Verzicht zufrieden, der Weg in den Supermarkt ist beschwerlich…
 Wehwechen? das ewige Hartwerden des Bauches stört mich momentan am meisten, mittlerweile glaube ich allerdings, dass das größtenteils meine beleidigten Bauchmuskeln sind und nur teilweise Übungswehen
 Bauch?  eine verschluckte Riesenmelone, im Mama-T-Shirt (Gr. S) habe ich bauchfrei
Stimmung?  Verantwortung wiegt so viel…
Highlight der Woche? auch wenn es irgendwie deprimierend klingt: dass sie „erfolgreich“ abgeschlossen ist, außerdem war unser wöchentliches Foto-Shooting diesmal besonders cool und die Babys haben Nuancen selbst geernteter Beeren schlabbern dürfen
Worauf freue ich mich?  Stillvortrag, Geburtsanmeldung/-Planung, schöne Events rund ums Wochenende, die ich hoffentlich alle miterleben darf
Anschaffungen? Materialien für ein Mobile, Badewanne, Jacken


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