Familie, Tagebuch
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Vier Monate Mama-Glück

Routine – ist das Schlagwort mit dem sich der vergangene Monat wohl am besten beschreiben lässt. Routine, man könnte es auch überspitzt als Langeweile bezeichnen, führt bei uns zu zwei halbwegs entspannten Kindern (die eine mehr, der andere weniger) und einer Mutter, die den Kopf behält. Und die weiterhin genügend Kraft hat, sich den beiden Vampiren zu stellen. Wie es im nächsten Monat stilltechnisch weitergeht, weiß ich noch nicht. Mein großes Etappenziel habe ich erreicht. Nun kann gerne noch ein bisschen Kür kommen.
Wie sieht also unser streng getakteter Alltag momentan aus? Die Aufzeichnung ist vom vergangenen Freitag…

Um drei Uhr meldet sich die Tochter mit Bärenhunger. Der Sohn wird weiterhin mitgeweckt. Nach den Windeln gibt es den Nacht-Snack. Anschließend wollen wir alle vier wieder schlafen. In zwei Fällen gelingt es auch problemlos. Allerdings nicht bei meinem Mann und mir. Seit einigen Tagen finden wir nach der Versorgung nicht mehr in den Schlaf zurück. Wir drehen uns hin und her, bis dann der Wecker vom Mann um fünf Uhr klingelt. Er begibt sich trotz gut schlafender Früchtchen hundemüde zur Arbeit.

Ich gleite in einen unruhigen, von komischen Träumen geprägten Halbschlaf. Um halb Sieben meldet sich der Sohn. Ich schleppe wieder beide Kinder in den Nachbarraum zur Stillburg, lasse sie trinken und schleppe sie wieder zurück ins Bett. Von einer dritten Runde schlaf halten sie nun leider gar nichts mehr. Dabei hätte ich sie so dringend gebraucht. Sie schauen mich erwartungsvoll mit großen Knopfaugen an. Also fummel ich sie nach ein paar vergeblichen Kuschelversuchen wieder aus ihren Säcken und schleppe sie zurück ins Kinderzimmer. Morgendliche Babywäsche, Wickeln und Umziehen folgen. Dabei unterhalten wir uns ein bisschen in Babyslang.

Durch die fehlende dritte Schlafrunde ist unser Tagesablauf doch schon wieder ganz schön durcheinandergeraten. Ich schleppe die Kinder in die untere Etage, einen nach dem anderen, um selbst frühstücken zu können. Dabei spielen wir „Schlag den Stern“ in den Hochstühlen und der Sohn darf seine Kraftflasche schlabbern. Anschließend schleppe ich die Herrschaften wieder hoch zum zweiten Frühstück. Dann sollen sie mal ein Vormittagsschläfchen halten. In meiner Vorstellung schlafen sie dabei im Milchkoma ein, werden von mir zugedeckt, bekuschelt und ich kann ein paar Haushaltsdinge erledigen. In ihren Vorstellungen war das eine total bekloppte Idee. Auch Dazulegen nützt nichts. Also schleppt die Mutti sich einen Wolf. Die Kinder kommen im Wohnzimmer in die Federwiegen, pennen dort aber wenigstens mit Bootgeknarze aus der Sound-App. Also renne ich ein bisschen haushaltswütig durchs die Bude. Nach eineinhalb Stunden wird die Tochter mit Bärenhunger wach. Also wieder alle Mann hoch. Trinken. Windeln. Nun habe ich auch Bärenhunger, schleppe uns wieder runter und lade die Kinder auf der Spieledecke ab. Noch während meine Hühnersuppe in der Mikrowelle brutschelt, kann ich zu meiner großen Freude die Tochter wieder raufschleppen und einmal komplett reinigen. Der Sohn bleibt zu seinem Missfallen unten. Deshalb muss ich die Suppe dann auf dem Wohnzimmerboden essen, um die Wogen wieder zu glätten. Wir spielen mit diversen Bällen, machen ein paar Baby-Turnübungen und quatschen noch ein Ründchen. Dann ist es Mittagsschlaf-Zeit. Also wieder ab in die Wiegen. Ich muss mich bei einer großen Portion Eis, wippend, erstmal von meinem Treppensport erholen. Bin ich froh, darauf bestanden zu haben, die Wiege über dem Sofa anzubringen.
Zweieinhalb Stunden später wecke ich meine Babys. Der Tagschlaf soll nämlich nicht länger als die Nachtschlafetappen sein, sagte das schlaue Buch (habe ich hier vorgestellt).
Es gibt eine Runde Hühnersuppen-Eis-Milch oben, dort bleiben wir nun aber wirklich. Gleich ist der Rückbildungssport und ich kann schon jetzt kaum noch laufen, ich Schlappi.
An anderen Tagen würde nun Besuch kommen oder wir würden einen kleinen Spaziergang unternehmen. So muss ich mir noch etwas zur Bespaßung überlegen. Also wird die Heizung voll aufgedreht (macht mich nicht fitter) und die Herrschaften dürfen windelfrei rumturnen. Das ist zwar bei zwei Kindern eine große Sauerei, aber sie haben Spaß und sind erstaunlich mobil. Sie werden frisch gemacht, sind überdreht und müssen noch ein bisschen mit Singen abgelenkt werden. Endlich kann ich wieder St. Martins-Lieder trällern. Da kenne ich die Texte sogar noch halbwegs. Kurz bevor der Papa zur Übergabe kommt, gibt es noch eine Ladung Milch. Ich schmeiße auch noch schnell irgendwelche Kalorien in mich hinein und düse zum Sport. Dabei bin ich schon so k.o.. Irgendwie überlebe ich die Stunde Drillen ohne aus den Latschen zu kippen. Zu Hause pennen die Früchtchen wieder in den Wiegen. Wir wecken sie (muss sie abknutschen, hab sie so vermisst in der einen Stunde!), der Mann schleppt beide nach oben, wir machen sie bettfertig und starten das Abendritual. Mein Part, eine Ladung Milch, ist schnell erledigt. Ich bin nicht nur unendlich müde, sondern habe nach den Bauchübungen auch ordentlich Nackenschmerzen. Die warme Dusche hilft ein bisschen. Ich zwinge mich noch zu einem Abendbrot bevor ich zu meinen drei Süßen krieche. Um neun Uhr wecken wir sie noch einmal für Windelcheck und Snack. Ich habe mittlerweile zum ersten Mal seit der Geburt starke Kopfschmerzen. Die Woche war nicht ohne. Um zehn schlafen wir alle vier tief und fest.

 


P.s.: Sollte mir nun jemand vorschlagen, einfach auch unten zu stillen um weniger Gerenne zu haben – ich bin leider (noch?) auf meine Burg-Konstellation mit diversen Kissen und vor allem der Matratze angewiesen, um mich alleine mit den Früchtchen halbwegs sicher zu fühlen…also leider gerade keine Option.

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