Gesundheit, Schwangerschaft
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3 kuriose Fakten über den schwangeren Körper

 

 

Wie ihr ja mittlerweile wisst, habe ich relativ eifrig studiert. Und ein paar Ratgeber gelesen sowie diverse Mutti-Schwangerschaftsblogs verschlungen. Und seitdem die Big News raus ist, bekomme ich auch wirklich viele Geschichten von Jungmüttern erzählt, die ich teilweise gar nicht so detailliert wissen wollte… Ihr kennt das sicherlich.
Allerdings bin ich ja über so ein paar Körperstreiche gestolpert – da wäre ich echt froh gewesen, ich wäre darauf vorbereitet gewesen. Vor allem, wenn es relativ harmlose medizinische Erklärungen gibt…
Im folgenden geht es um Kurzatmigkeit, Schwangerschafts-Gingivitis und die Rektusdiastase.
1.    Luftnot ab Tag Eins
Mir war ja durchaus bewusst, dass man als Schwangere irgendwann kurzatmig wird. Dicker Bauch drückt auf die Lunge, mehr Gewicht muss durch die Gegend getragen werden, weniger Training/ Sport schmälert die Kondition… konnte ich mir alles gut vorstellen. Aber dann waren da diese Mini-Reiskörner in meinem Bauch und ich musste schon den Fahrstuhl in den zweiten Stock nehmen, wenn ich anschließend nicht für die nächsten fünf Minuten außer Gefecht gesetzt sein wollte? Was war denn bitte da kaputt?

Nichts! Das ist alles vollkommen normal. Doktor Google hat mir glaubhaft versichern können, dass mal wieder die Hormone Schuld sind. Zuerst das Progesteron, später das HCG. Die bewirken nämlich, dass man oberflächlicher und in höherer Frequenz atmet. So gelangt mehr Sauerstoff ins Blut und damit auch zur Gebärmutter, wo es ja dringend zum Wachsen gebraucht wird. Das aus der Puste kommen hat also nicht nur etwas mit dem dicken Bauch zu tun und ist ganz physiologisch…also normal. In Ruhe kriegt man davon kaum etwas mit, bei der kleinsten Belastung macht es sich direkt bemerkbar.
2.    Zahnfleischbluten kann behoben werden
Über die auch durch Progesteron bedingte Schwangerschafts-Gingivitis liest man ja relativ viel. Auf Grund der allgemeinen Mehrdurchblutung kommt es auch im Mund schnell zu Kontaktblutungen – genauso übrigens auch an allen anderen Stellen des Körpers.
Damit hatte ich mich dann relativ schnell abgefunden. Mein Zahnarzt nicht. Er hat nämlich erklärt, dass neben der Mehrdurchblutung auch eine Keimbesiedlung und dadurch bedingte unterschwellige Entzündung Ursache für das Zahnfleischbluten ist. Nach einer professionellen Zahnreinigung war bei mir sofort alles deutlich unblutiger! Er empfiehlt diese übrigens am Anfang und zum Ende einer Schwangerschaft. Ich hatte meinen Termin eher in der Mitte.
Übrigens habe ich auch hinterher gelesen, dass einige gesetzliche Krankenkassen aus diesem Grund bei Schwangeren die Kosten (um die 100 Euro) ausnahmsweise übernehmen, um schwereren Schäden vorzubeugen. Also lohnt es sich, dort mal nachzufragen.
3.    Tschüss Bauchmuskeln, hallo Rektusdiastase!
Meine Vorkenntnisse zu diesem Thema waren ungefähr folgende: In der Schwangerschaft und nach der Entbindung soll man vorsichtig mit dem Training von Bauchmuskeln umgehen. Sie schieben sich ein bisschen zur Seite und es kann einen kleine Lücke entstehen. Äh ja, also bei mir ist die Lücke am Anfang des dritten Trimenons mit Zwillingen mittlerweile Faust-groß. Die geraden Bauchmuskeln sind funktional quasi nicht mehr existent. Daher sind ziemlich viele Bewegungen sehr mühsam. Richtig spaßig wird es allerdings erst, wenn ich viel/ schnell/ falsch esse und mich am besten hinterher direkt hinlege. Dann schieben sich Darmschlingen durch diese Lücke, ganz viel Luft bildet sich und ich habe das Gefühl zu platzen. Ansich ist das alles harmlos, solange der Darm wieder nach drinnen verschwindet und sich nicht klemmt. Dann wäre es nämlich ein Fall für den Bauch-Chirurgen. Doktor Google hat mir netterweise verraten, dass diese Muskellücke (in der Fachsprache Rektus-Diastase genannt, weil der entsprechende Muskel der Musculus rectus abdominis ist) bei 40% der Erstgebärenden und sogar bei 70% der Mehrfach-Mütter-in-Spe entsteht und bis zu 10 cm breit und 15 cm lang werden kann! Alle Jungmütter, denen ich bisher von meinem neuen Wehwehchen berichtet habe, hatten davon noch nie etwas gehört oder es bei sich so richtig wahrgenommen. Die gute Nachricht ist, dass das Loch wohl in den meisten Fällen nach der Entbindung von alleine wieder zuwächst, leider eher langsam über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Übrigens darf man erst anschließend mit dem Training der geraden Bauchmuskeln anfangen. Deshalb ist da Kommunikation und Untersuchung mit/von der Hebamme wichtig!
Ohne Vorkenntnisse wäre ich sicher in einer Notaufnahme gelandet, als da zum ersten Mal diese riesige Luft-gefüllte Vorwölbung im oberen Bauch entstanden ist.
Ob ihr auch eine Rektusdiastase habt könnt ihr testen, indem ihr euch auf den Rücken legt und den Kopf anhebt. Bei Betroffenen würde sich eine Vorwölbung zeigen.
So, da haben wir jetzt wieder was gelernt?! Oder wusstet ihr darüber Bescheid und ich war einfach nur wieder zu rosa-brillig? Fallen euch noch andere Körper-Kuriositäten ein, die ich noch ergänzen soll?
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

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