Gesundheit, Kinderwunsch
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PCOS ohne Übergewicht: Skinny Cysters

Im Lehrbuch klingt alles immer so klar und offensichtlich: Die Kinderwunsch-Patientin ist übergewichtig, hat Akne und einen unschönen Damenbart. Im Zucker-Belastungstest fällt sie durch. Sie reduziert ihr Gewicht, nimmt Metformin ein und hat plötzlich wunderbare Zyklen und Eisprünge.
Leben und Lehrbuch haben manchmal aber rein gar nichts miteinander zu tun.
Heute möchte ich erzählen, wie ich vor einiger Zeit aus allen Wolken fiel und was es mit den „Skinny Cysters“ auf sich hat.

PCOS ohne Übergewicht Erfahrung Skinny Cyster

Wenn man schon lange vor dem eigentlichen Projekt Kinderwunsch weiß, dass es auf Grund einer chronischen Vorerkrankung dabei Schwierigkeiten geben könnte, geht man natürlich etwas anders an das Thema heran. Mit großer Planung. Mit der Option zu Plan B. Ohne allzu hohe Erwartungen. Leider mit Komplikationen im Hinterkopf.
Dann kommt es plötzlich anders.
Monsterzyklen.  50 Tage, 60 Tage, 90 Tage. Irgendwann blutet es gar nicht mehr. Die Temperatur, die ab einem gewissen Zeitraum jeden Morgen feinsäuberlich aufgezeichnet wird, zeigt ein munteres, zusammenhangloses hoch und runter. Von einem Eisprung weit und breit keine Spur.
Die Haut sieht schlimmer aus als in der Pubertät. Die Haare fallen aus. Die, die noch auf dem Kopf sind, sind sofort nach dem Waschen direkt wieder fettig. Im Bauch zwickt und zwackt es beinahe täglich.
Irgendwann landet man ratlos und geknickt auf dem gynäkologischen Stuhl. Ultraschall. Dicke runde Löcher – der Eierstock sieht aus wie ein Schweizer Käse.

Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen: die Hautprobleme, die fehlenden Zyklen. Die polyzystischen Ovarien. Ich leide leide unter PCOS!
Wie bitte? Ich? Ich habe doch schon diese eine chronische Erkrankung! Läuse und Flöhe? Ich bin schlank, mein Blutzucker nach dem Verzehr eines Käsebrots liegt bei 60 mg/dl. Haare im Gesicht an unpassenden Stellen habe ich auch nicht.
Damit hätte ich nicht gerechnet. Mit allem, aber damit nicht.
Den Schock habe ich natürlich mit Recherche kompensiert. Und dabei bin ich auf die ein oder andere interessante Tatsache gestoßen.
Informationen, Studien und Erfahrungsberichte in großem Umfang gibt es vor allem aus den USA. Dort sollen ca. 4 % der weiblichen Bevölkerung an PCOS leiden, was gar nicht ganz so viel ist. In Australien gibt es nämlich Studien, wo das Vorkommen mit 11% angegeben wird.

Die Diagnose wird nach den „Rotterdam-Kriterien“ gestellt:

1.         laborchemische oder klinische Zeichen des Testosteronüberschusses (Haut/Haare)
2.         zu seltene/ gar keine Blutungen bzw. Eisprünge ODER typische Zysten im Ultraschall

Übergewicht und Insulinresistenz kommen also in den Definitionen schon mal gar nicht vor.
Leider habe ich bis jetzt noch keine genauen Zahlen gefunden, allerdings scheint es einen gar nicht so kleinen Anteil an Betroffenen zu geben, die in den USA als „Skinny Cysters“ bezeichnet werden: Frauen mit normalem oder sogar zu niedrigem BMI, die an PCOS leiden.
An einigen Stellen habe ich gelesen, dass eine Therapie bei Skinny Cysters schwieriger sein soll. Die Option Gewichtsreduktion als Problemlösung fällt weg. Metformin ist nur mit Vorsicht zu genießen. Die weiteren Therapiekonzepte sind aber ähnlich: Clomifen oder Letrozol zur Unterstützung der Eireifung. In einer Studie wird behauptet, dass Letrozol in diesem Fall sogar etwas erfolgsversprechender sei. In Deutschland kommt es aber wohl seltener zum Einsatz.
Die gute Nachricht ist, dass IVF/ICSI bei Normalgewichtigen scheinbar weniger Komplikationen und eine höhere Baby-Take-Home-Rate haben.
Sehr, sehr spannend finde ich die zahlreichen Erfahrungsberichte und der rege Austausch zwischen Betroffenen, z.B. auf Seiten wie www.soulcysters.net.

Falls jemand hier einen Erfahrungsbericht teilen mag oder auch konkretere Fragen zum Thema hat, freue ich mich über Kommentare oder Nachrichten!

PCOS ohne Uebergewicht Skinny Cysters Erfahrungen Kinderwunsch

20 Kommentare

  1. Annika sagt

    Hallo Nora,

    ich bin heute eher durch Zufall auf deine Seite gestoßen und komme aus dem Lesen gar nicht mehr raus 😉 Dank dir weiß ich jetzt – ich bin eine Skinny Cyster!

    Ich hab schon immer PCOS, hatte nie richtige Zyklen, wollte aber auf jeden Fall Kinder und wusste, dass unsere Kinderwunsch-Geschichte wahrscheinlich langwieriger wird. So war es dann auch, aber nach vielen erfolglosen KiWu-Behandlungen (Zyklusstimulationen mit Sex nach Plan bzw. Inseminationen, dann ICSI mit Überstimulation, dann insgesamt vier Kryos und zwei Fehlgeburten) kam im März 2016 unsere gesunde Tochter zur Welt – als Ergebnis eines „missglückten“ zweiten ICSI-Versuchs ? (es hatte sich unter den vielen unreifen PCO-Follikeln nur eine Eizelle herangebildet und wir haben es dann „normal“ versucht).

    Nach meinen Erfahrungen glaube ich, dass es alles nur Zufall ist, ob man letztendlich zu den Glücklichen mit erfolgreicher „Baby Take Home-Rate“ gehört oder nicht. Auf jeden Fall sollte man sich nicht entmutigen lassen, Fehlversuche gehören bei PCO (meistens) dazu.

    Was mich derzeit beschäftigt, ist zum einen der zweiten Versuch, den wir wagen wollen – ICSI kommt natürlich nicht mehr in Frage! – und zum anderen ganz konkret die Frage, wie oder ob man nach abgeschlossenem Kinderwunsch das PCO behandelt – soll ich dann für den Rest des Lebens die Pille nehmen? Laut meiner FA ist das Krebsrisiko bei ausbleibenden Blutungen erhöht. Vielleicht weißt du etwas dazu?

    Viele liebe Grüße, Annika

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Annika, es freut mich, dass du von den älteren Artikeln profitieren konntest und ich drücke ganz fest die Daumen für Kind zwei!
      Ich kenne Gynäkologen, die es total locker sehen. Früher waren die Frauen meistens schwanger oder haben gestillt. Das heißt, sie hatten so gut wie nie ihre Tage!
      Allerdings habe ich da auch schon einmal dran denken müssen, weil ich mir das auch prinzipiell in der Gebärmutter so herum vorstellen könnte wie dein Gynäkologe… Müsste mal recherchieren, ob es da Daten zu gibt. Nehme die Frage mit auf meine Artikelliste für 2018 🙂
      Alles Gute!

    • Sonja sagt

      Hallo Annika! Ich bin auch gerade erst auf diese Seite gestoßen. Ich hab 2013 die Diagnose PCOS mit 29 Jahren erhalten, da versuchten wir vergeblich Baby Nr 2!!! zu zeugen. Nr 1 ging ganz von allein. Vlt ein Glückstreffer ….Naja ich scheine wohl auch untypisch, laut FA. Volles dickes Kopfhaar, kein Bartwuchs, schlank…einzig etwas unreine Haut und naja, ich baue schon relativ leicht Muskeln auf ubd würde daher nie in die Muckibude gehen 😀 Wir haben viel probiert und rumgedocktort, waren in der KWK und der ES wurde stimuliert. IVF wollten wir dann nicht und im Juli 2015 war ich plötzlich wieder schwanger. Nach der Geburt und der Stillzeit hatte ich sogar einen regelmäßigen Zyklus und zack auch ein drittes Kind entstand natürlich (November 17). Ich hab im US immernoch Zysten (trotz Eröffnung dieser in einer Bauchspiegelungs-Op 2014), aber sowas wie einen Zyklus. Also erstmal abwarten, ob sich sowas nicht nach der SS einpendelt. Ich hab gerade nur gegoogelt, weil diesen Monat meine Periode ausblieb (Test negativ ;)) und ich wissen wollte, ob es an meinem aktuell vielen Sporteinheiten und der Diät liegen könnte….Hatte über Weihnachten auch Noro und hab seit Oktober 4kg abgenommen, also nix dramatisches, BMI ~23….vlt einfach nur körperlicher Stress..

      • Liebe Sonja,
        du hast mittlerweile sicher Klarheit. Sport, Ernährungsumstellung, Gewichtsverlust und Krankheit können den Zyklus auf jeden Fall beeinflussen.
        Bei mir schien es auch so, als ob die erste Schwangerschaft das Problem „beseitigt“ hätte. Die zweite kam dann aber so schnell, dass ich keine Langzeitprognose abgeben kann. Mal schauen, wie es nun ist. 🙂

  2. Hallo Nora,

    ich war heute beim FA zur Routineuntersuchung und er hat leider PCO festgestellt, mit der Bemerkung, dass es nichts schlimmes sei. Ich habe jetzt stundenlang recherchiert und gelesen, dass der Kinderwunsch sogar überfüllt bleiben könnte, was für mich leider sehr wohl schlimm ist. Ich bin absolut nicht übergewichtig (168 cm, 57 kg). Die Aussage man solle abnehmen fällt für mich schon mal weg. Des Weiteren steht, man solle die Ernährung umstellen und mehr Gemüse essen, was ich ohnehin schon mache. Der Arzt hat mir dann Femibion mitgegeben (9 streifen á 7) bringt das überhaupt etwas?

    LG Alne

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Alne,
      wie lange versuchst du denn schon schwanger zu werden? Dein Arzt hat ja wahrscheinlich nur polyzystische Eierstöcke (das gesehen und keinen Hormontest oder so gemacht, die das Syndrom bestätigen… Und wenn du dich noch weiter durch die älteren Beiträge geklickt hast, wirst du sicher gelesen haben, dass es gar nicht so unglaublich schwer war mit dem schwanger werden. Man muss sich nur frühzeitig (nach einem Jahr) Hilfe in Form eines Kinderwunsch-Zentrums holen, auch damit eventuelle zusätzliche Baustellen bei euch abgeklärt werden können und überlegt werden kann, wie am besten nachgeholfen wird. Nicht hängen lassen! Ich drücke die Daumen.
      Ach so, Folsäure bei Kinderwunsch und nicht erst in der Schwangerschaft macht auch bei PCO Sinn, muss kein teures Kombi-Produkt sein… denn ein Glückstreffer kann immer sein!
      Liebe Grüße!

  3. Hallo Nora,
    ich finde es sehr interessant, von schlanken Frauen zu lesen, die auch PCOS haben.
    Die Sache mit den fettigen Haaren kenne ich auch…. schlimm! Teilweise waren meine Haare früher schon wieder fettig, bevor sie richtig getrocknet waren. Hast du da eine Lösung gefunden?
    Ich finde, die Ernährung und der Verzicht auf Zucker machen einen extremen Unterschied, was Haut und Haar angeht.
    LG,
    Christina

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Christina,
      ich hatte auch das Gefühl, dass raffinierter Zucker, führend vor allem in Form von Schokolade, Haut und Haar negativ beeinflusst – Metformin eher positiv dagegen wirkt. Ein Pflegeprodukt, was von außen irgendeinen grandiosen Effekt hat, habe ich nicht gefunden. Allerdings habe ich gerade wohl das Glück, dass die Schwangerschaft den Hormonhaushalt einmal komplett resettet hat. Mal schauen, wie lange das hält…
      Liebe Grüße und alles Gute!

  4. Patricia Mayr sagt

    Hallo Nora,

    bei mir wurde ebenfalls das PCO – Syndrom diese Woche diagnostiziert (nach unerfülltem Kinderwunsch). Jeder Satz den du geschrieben hast, trifft genau auf mich zu. Ich lebe vegetarisch und bin am Überlegen, ob das in diesem Fall der richtige Weg ist, da ich im Grunde (denke ich) dadurch mehr Kohlenhydrate esse. Wenn man im Internet sich einließt über das Syndrom, bekomme ich richtig Panik (Krebsrisiko, Diabetes, Fehlgeburten, unerfüllter Kinderwunsch…) Meine Ärztin im Kinderwunschzentrum hat die Sache auch eher als „unspektakulär“ dargestellt. (Vermutlich taktisch nicht falsch bei der Psyche einer Frau…)

    Lg Pia

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Pia,
      es tut mir Leid, dass du betroffen bist. Aber – es ist wirklich eine Diagnose, mit der man arbeiten kann. Siehe unsere Geschichte! Da gibt es viel fiesere Baustellen. Also erst einmal toi toi toi. Und es kann sein, dass sich nach erfolgreicher Schwangerschaft und Stillzeit der Körper wieder von alleine resettet. Das erlebe ich gerade.
      Was die PCO Ernährung angeht, bin ich (noch) keine Expertin. Allerdings habe ich das Gefühl, dass raffinierter Zucker und kurze Kohlenhydrate sich eher negativ auswirken. Zu hellen Weizenmehlprodukten gibt es aber wirklich viele leckere, tolle und vollwertigere Alternativen, mit der auch eine vegetarische Ernährung gut machbar sein sollte. Hast du schon mal Hirse probiert? Liebe Grüße und alles Gute!

  5. Mamka sagt

    Hallo,
    bin gerade in meiner absoluten Verzweiflung auf deinen Artikel gestoßen, ich hab die Diagnose nicht schwarz auf weiß auf dem Papier stehen, aber die wird in ein paar Wochen da sein. Mit zwölf ist mir schon die erste Zyste geplatzt, Körperbeharrung katastrophe, Fettige Haare Hautprobleme schrecklich. Vor 4 Jahren blieb die Blutung aus…kein Eisprung mehr keine Periode, kein Schleimhautaufbau sondern genau wie du geschrieben hast durchlöcherte Eierstöcke in Schlafposition. Mit einer Hormonspirale ging es in den letzten 3 Jahren, als sie fällig war zum entfernen, kam erstmal eine neue Schockdiagnose( Vorstufe Gebärmutterhalskrebs PAP 4 a-h, HPV 16 positiv, dank Konisation alles wieder gut) fürs erste zmd. , seitdem gehen die Gefühlsschwankungen hoch und runter, könnte den halben Tag mit weinen und den anderen halben mit schlafen verbringen.
    Heute bei der Krebskontrolle dann wieder ein Eierstock der nicht mehr macht…ich bin so runter mit den Nerven, ich bin auch schlank und Vegetarierin zmd. zu 80% im Jahr.
    Man hat mir in den letzten Jahren schon soooooo viel an Pillen und Glump verschrieben um das in den Griff zu kriegen mit dem Erfolg, dass ich zu genommen oder absolut unleidlich war.
    Jetzt stehen wieder Hormone im Raum als möglichkeit. Keine zu nehmen ist kaum eine Option, da damit tatsächlich dass Krebsrisiko und Osteoporose Risiko steigt wenn die Blutung ausbleibt. Meine Oma hat Osteoporose, Meine Uroma hatte Gebärmutterkrebs und der Rest der Verwandten hat Diabetes oder Hashimoto. Vom Bluthochdruck ganz zu schweigen. Ach ja ich bin erst 26 und hab Angst dass es meiner Tochter auch so ergehen wird, bei ihr fängt die Pubertät gerade langsam an. (Ich hab mein Kind mit 16 bekommen wofür ich unendlich dankbar bin weil dass nicht mehr so leicht gehen wird.)
    Im Moment überfordert mich dass ganze total.
    Kann es sein, dass diese Insulinresistenz dazu führt das man ein gesteigertes Verlangen nach Zucker hat?…Manchmal kommt es mir so vor als würde mein Körper danach schreien, dass er das jetzt braucht.
    Wie bist du damit umgegangen und wer hat dir brauchbare Informationen geben können?

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Mamka,
      bitte entschuldige die auf Grund unseres Urlaubs verzögerte Antwort. Es tut mir Leid, was du schon in kurzer Zeit so alles durchmachen musstest. Es klingt wirklich so, als sei in eurer Familie ein „hormoneller Wurm“ im Gen-Pool. Das muss aber keineswegs heißen, dass deine Tochter auch betroffen sein muss (hier rate ich einfach neben der HPV-Impfung wachsam zu sein, du bist ja leider Expertin und weißt worauf zu achten ist…).
      So richtig schlaue Vorschläge habe ich auch nicht. Bist du an eine Endokrinologische Klinik (am besten Uniklinik) angebunden? Die kennen sich oft am besten aus und haben auch das richtige Know-How, dir medikamentös weiterzuhelfen.
      Ich kann dir nur in soweit Hoffnung machen, dass man PCO wirklich (zumindest zeitweise) auch wieder loswerden kann oder gut eingestellt zum Schlummern bringen kann. Und für den Kinderwunsch ist es wirklich nur eine mittelgroße Hürde und kein Weltuntergang. Das war immer mein Anker.
      Die meisten für mich brauchbaren Infos habe ich mir aus amerikanischen Portalen über Google geholt. Die Frage mit dem Zucker ist spannend, habe ich so noch nichts von gehört.
      Liebe Grüße und alles, alles Gute

  6. Theresa sagt

    Liebe Nora,
    Ich habe auch gerade die PCO Diagnose bekommen,kein Übergewicht,im Gegenteil,Haut und Haare sind kein Problem,aber eben immer schon unregelmäßigen Zyklus gehabt,dann mehrere Jahre die Pille genommen und dann nach dem Absetzen wegen Kinderwunsch seit 4 Monaten keine Periode.Eierstöcke sind voll von Follikeln und Bluttest hat PCO ergeben.Bin 33 und nehme seit gestern Metmorfin,allerdings wurde mir nur eine geringe Dosis von 500mg 1x/Tag verschrieben.Soll noch die Schilddrüse checken lassen. Zur Ernährung und auch sonst wurde mir nichts gesagt leider,außer,dass Alkohol mehr oder weniger tabu ist.Blutzucker ist normal. Nach viel Recherche um das Thema Zucker bei PCO bzw. Metmorfin ohne eine konkrete Aussage wäre ich sehr dankbar für eine Stellungnahme dazu.Lebe von Natur aus sehr gesund,Ernährung mit viel Obst und Gemüse,Vollkornprodukten etc.,aber liebe Süßes und esse dementsprechend auch mehr davon.Ist das jetzt auch ein komplettes Tabu bzw.wirkt Zucker der Metmorfinwirkung entgegen? Wäre sehr dankbar für eine eindeutige Antwort. Dass Zucker allgemein nicht in Mengen gegessen werden sollte,ist mir klar,würde jetzt aber gern mehr konkret in Bezug auf PCO und Metmorfin wissen. Mein Gynäkologe konnte mir auch nicht wirklich was zur Behandlungsdauer mit Metnorfin sagen,war eher relaxt und hat PCO nicht als Problem gesehen..möchte aber nichts falsch machen,daher meine Frage!Danke sehr!!

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Theresa,

      es tut mir Leid, dass du auch mit dieser nervigen Diagnose konfrontiert bist. Ich kann dir – wie auch schon den meisten Kommentatorinnen – nur empfehlen, dich relativ zeitig an eine Kinderwunschklinik oder universitäre Endokrinologie zu wenden. Die kennen sich meistens richtig gut mit der Krankheit, Metformin und aktuellen Studien zur Behandlung aus. Soweit ich weiß, weiß man ja noch nicht mal, warum es einer Gruppe der PCO-Betroffenen so gut hilft. Ich habe hier die Erfahrung gemacht: einfach ausprobieren – und viel Geduld haben. Einen Effekt kann ewig auf sich warten lassen und man kann absolut nicht vorhersagen, ob/ bei welcher Dosis/ wie schnell der Körper drauf anspricht. Meine Ernährung, die deiner wohl recht ähnlich ist, habe ich nicht weiter umgestellt. Ich habe aber in amerikanischen Blogs gelesen, dass Frauen es alleinig durch eine Ernährungsumstellung wieder wegbekommen (viel Rohkost und Gemüse, kein raffinierter Zucker, kaum Fruchtzucker und kaum Kohlenhydrate – würde ich niemals durchhalten). Ich weiß, wie kräftezehrend das ist, wenn man beim Thema Kinderwunsch so viel Geduld haben muss, ich kann deinem Frauenarzt aber insoweit mit meiner Geschichte recht geben: es ist definitiv eine der leichteren Steine auf dem Weg zum Kind und wie du siehst, wird alles gut!

      Ich wünsche alles Gute,

      Nora

  7. Elena sagt

    Hallo Nora

    Ich bin 29 Jahre alt und lebe seit 2008 ohne Schilddrüse aufgrund eines Karzinoms. Seit 2014 habe ich die Antibabypille abgesetzt, vorwiegend weil ich keine zusätzlichen Hormone mehr nehmen wollte und allgemein mein Leben auf möglichst natürliche Art gestalten wollte.. Nun, ab diesem Zeitpunkt habe ich während ca. 8 Monaten keine Mens mehr bekommen. Während der ersten beiden Jahre zweimal jährlich, dann alle 3 Monate und seit ich Pulsatilla und Alchemilla nehme alle 2 Monate ca. Natürlich liess ich mich abklären, wonch ich ebenfalls die Ausschlussdignose PCO erhalten habe, wobei es bei mir nicht ganz eindeutig sei, weil ich kein Übergewicht, keinen Haarwuchs, kein Haarausfall und keine abnormale Laborwerte habe. Einzig, die perlenkettenartigen Follikel auf dem US Bild. Ich bin zu 4 verschiedenen Gynäkologen gegangen, von diesem skinny cyster habe ich aber noch nie etwas gehört… Mittlerweile ist bei mir der Kinderwunsch da, ich pressiere jedoch nicht. Ist es überhaupt möglich ohne medikamentöse Therapie trotzdem schwanger zu werden? Wenn es bei mir auf natürliche Weise nicht möglich ist, dann denke ich soll es einfach nicht sein.. Dankeschön für die Antwort.
    Liebe Grüsse
    Elena

    • Nora | milchundmehr.de sagt

      Liebe Elena,
      die Frage kann dir prospektiv leider niemand beantworten.
      Als „skinny cyster“ gibt es halt generell weniger bewährte Therapiemöglichkeiten – der Körper spricht zum Beispiel weniger wahrscheinlich auf Metformin oder eine Ernährungsumstellung an. Obwohl du dich natürlich über letzteres vielleicht mal informieren möchtest. Es gibt diverse Amerikanische Foren und Blogs, die darum handeln, wie man PCO natürlich behandelt.
      Wenn du alle zwei Monate blutest, spricht auch nichts dagegen, dass du alle zwei Monate einen Eisprung hast. Vielleicht nützt dir also auch das Führen eines Zyklustagebuchs mit Basaltemperatur ect., da braucht man nur sehr viel Geduld.
      Ich wünsche dir alles Gute!

  8. Mil(k)a sagt

    Ich bin 1,70m groß, wiege 48 Kilogramm, bin Vegetarierin und habe PCOS. Was glaubt ihr, könnten Pestizidrückstände und Konservierungsmittel Auslöser davon sein? Oder vielleicht sogar Impfungen? Es kann doch schließlich nicht sein, dass Frauen, die sich relativ gesund ernähren um Krankheiten zu vermeiden plötzlich PCO bekommen.
    Lg Mil(k)a

    • Liebe Milka,

      es tut mir Leid, dass du auch betroffen bist. Ursachen sind ja ziemlich unklar. Bei den Sachen, die du vorschlägst, kann ich mir die Zusammenhänge nicht richtig erklären. Ich habe eher hormonelle Verhütung im Verdacht. Aber auch dafür werde ich von den meisten Gynäkologen belächelt. Das Gute ist ja: auch in unseren Fällen kann es – so plötzlich wie es gekommen ist – auch wieder z.B. nach einer Schwangerschaft verschwinden!

      Viele Grüße und alles Gute!

  9. Anna sagt

    Hallo Nora,
    Auch ich habe die Diagnose pcos bekommen, es wurde ein viel zu hoher wert an männlichen Hormonen gemessen und einige Bläschen an den Eierstöcke festgestellt.
    Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich die Pille abgesetzt, danach das übliche, stärker Haarausfall, unreine Haut und fettige Haare sowie für ein halbes Jahr gar keine periode mehr. Die hat sich nun in unregelmäßigen Abständen von 8 bis 5 Wochen wieder eingeschlichen und auch der Haarausfall wurde besser. Meine Haut und die fettigen Haare sind allerdings noch nicht optimal.
    So wurde bei mir die Schilddrüse untersucht und auch eine mögliche insulinresistenz getestet, beides jedoch ohne Auffälligkeiten. Was schließlich anhand der unregelmäßigen Zyklen, unreiner Haut sowie dem Ultraschall zu der Diagnose pcos führte. Empfehlung meines endokrinologen, wieder eine Pille einzunehmen, abgestimmt auf die hormonelle disbalance…. Jedoch wollte ich von der Pille weg und habe dies auch angesprochen. Mir wurde jedoch sowohl vom endokrinologen als auch meines Fa deutlich gemacht, dass ich das Risiko eingehe, das pcos würde sich mit hoher Wahrscheinlichkeit verschlimmern und zu mehr Problemen führen, als dass, wie ich hoffte, sich mein Körper von selbst voll erholt und wieder in einen Normalzustand findet… Schließlich waren meine Zyklen vor Einnahme der pille recht regelmäßig… Ich bin normalgewichtig, ernähre mich vegetarisch und recht gesund.

    Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich meinem Körper helfen könnte, ohne hormonelle Präparate zu mir zu nehmen und dass sich das pcos wieder „selbst heilt“???

    Vielen Dank dir!
    Liebe Grüße
    Anna

    • Liebe Anna,
      es tut mir Leid, dass du dich auch mit diesem Thema herumärgern musst. Ich kann dir lediglich von meinen Erfahrungen und meinem Bauchgefühl berichten, fundiertes und vor allem aktualisiertes Wissen habe ich mir nicht mehr angehäuft.
      Mir hat die Hormonumstellung durch die Schwangerschaft und Stillzeit scheinbar gut geholfen.
      Auch wenn Gynäkologen das total belächeln, bin ich mir nicht sicher, ob die jahrelange Pilleneinnahme etwas zur Erkrankungsentstehung beigetragen haben könnte. Die Pille versteckt zwar die PCOS Symptome, aber bekämpft die Ursache ja nicht wirklich. Hmm, mich würde mal interessieren, worauf Endokrinologe und Frauenarzt sich berufen?!
      Es gibt einige Geschichten, bei denen auch untergewichtige Frauen sich mit speziellen Diäten geheilt haben. Vielleicht ist es auch einfach Zufall oder Zeit, die man dem Körper geben muss…bei Kinderwunsch natürlich leichter gesagt als getan.
      Ich drücke dir die Daumen! Alles Gute

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