Meine Still-Erfahrungen (Zwillinge, Frühgeburt), Stillen
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Ein Stilldrama: Akt 5 Equipment. (Mit Verlosung!)

Kommen wir zum letzten Akt. Was benötigt man meiner Meinung nach an Equipment zum (Zwillings-)Stillen? Mit der folgenden Produktauflistung will ich keine (Schleich-)Werbung machen. Jede Stillgeschichte ist anderes, jede Frau ist anders. Jeder wird – wie auch bei der Babyausstattung – seine Vorlieben haben. Allerdings kam bei mir schon in der Schwangerschaft das erste Mal die Frage auf, was ich auf die unendlich lange Konsumliste setzen muss und ich war dankbar über Erfahrungen anderer Mütter. Also liste ich zu guter Letzt einfach mal auf, was mir geholfen hat, was eher nicht und was ich gerne gehabt hätte. Vieles davon habe ich auch schon in den anderen Posts beiläufig erwähnt. Hier gibt es noch einmal den vollständigen Überblick.
Außerdem hat Medela mir netterweise zwei Starter-Sets, in denen sogar einige der Dinge direkt enthalten sind, zu Verfügung gestellt. Ich möchte sie natürlich an zwei von euch verschenken! 
Die Pakete sind voller Helferchen, die einem im Verlauf der Stillzeit wirklich nützlich sein können – und zum Teil von mir für sehr praktisch befunden wurden. Vor allem der Calma-Sauger hat das kleine Zwiemilch-Früchtchen nun endlich nach vier Monaten zu einem richtigen Stillprofi werden lassen! Was in dem Paket noch enthalten ist, könnt ihr euch auf dem Bild anschauen und nochmal genau über obigen Link durchlesen…
Übrigens hält meine Lanolin-Salbe, die ich im Juli gekauft habe, bis Ende 2018. Also lohnt es sich auch bestimmt noch für ein potentiell nächstes Kind, solltet ihr mit dem Stillthema schon durch sein ;-). Oder ihr nehmt es als (Weihnachts-)Geschenk für eine gerade schwangere Freundin…

Wenn ihr eins der zwei Pakete gerne hättet, hinterlasst einfach hier ODER unter entsprechendem Foto auf Instagram einen Kommentar, in dem ihr mir euren schönsten Stillmoment mitteilt. Wenn ihr noch auf diesen schwanger wartet, schreibt einfach, warum ihr gerne stillen wollt!

Meiner war übrigens, als meine beiden kleinen Früchtchen beim ersten Tandem-Versuch auf einmal einander an den Händchen nahmen…oder wenn sie einander ganz tief beim Trinken in die Augen schauen…
Bei mehr als zwei Kommentatorinnen entscheidet das Los am 25. November, um 10 Uhr (Teilnahmeschluss)! Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Pakete können von mir nur an eine Deutsche Adresse geschickt werden.
Nun aber meine Still-Equipment-Liste…

Nach der Geburt/ im Krankenhaus

Viele werdende Mütter zelebrieren ja das Packen der Kliniktasche. Am ehesten hat das einen psychologischen Hintergrund: die letzte und gleichzeitig erste Vorbereitung vor „dem neuen Leben“, man ist bereit. Als alter Krankenhaus-Hase habe ich das schon am Anfang der Schwangerschaft eher pragmatischer gehalten: Die Kinder kommen irgendwie raus – alles was man dazu braucht, sollte im Kreissaal und der Wöchnerinnen-Station vorhanden sein (vor allem Berge von Vorlagen und Stilleinlagen!). Und dann musste ich ja gezwungenermaßen meine sieben Sachen packen, obwohl ich eben noch gar nicht bereit war. Es wurde bis zur letzten Sekunde hinausgezögert und verlief nicht ohne Tränen. 
Was war nun aber für den „Still-Start“ mit MIR selbst als Früchenmama wichtig?

Medela Symphony Swing: das ist die teuerste aber auch absolut beste Milchpumpe auf dem Markt (ich werde trotz Zusammenarbeit mit Medela für diese Aussage nicht bezahlt!); mit Doppelpumpsetbei Zwillingen (spätestens am ersten Tag nach der OP damit starten! Hier ist die richtige Passform wichtig!); kurz vor Entlassung kann man sie sich mit entsprechendem Rezept hieroder in der Apotheke leihen…

bequeme Still-Bustiers: ich habe die von H&M in einer Größe größer, als ich normal bei Kleidung kaufen würde, und bin damit halbwegs zufrieden; vernünftige Still-BHs hätte ich mittlerweile gerne, bin allerdings nicht zum Kauf gekommen und zwei Online-Bestellungen mussten zurückgeschickt werden, weil sie nicht passten…

Wickelkleider, Still-Oberteile, knöpfbare Jäckchen und Hemden: diese werden viele Milchflecken abbekommen, später dann auch die angedauten…

ggf. Stilleinlagen: es gibt sie von diversen Firmen – ich fand die günstigeren aus den Drogerien besser als die teureren Markenprodukte; das wird aber Geschmackssache sein; erst habe ich gar keine verwendet, dann die Wegwerfprodukte, weil es dadurch bequemer wurde, nicht weil ich so übersprudeln würde; nun komme ich auch ganz gut mit waschbaren Einlagen (z.b. von Alana) zurecht; solange es wunde Stellen gab, habe ich sie als unangenehm empfunden

Sterilisator: während die Kinder im Krankenhaus sind, werden (Einweg-)Milchtransport-Gefäße gestellt, im Krankenhaus pumpt man auch mit Einweg-Aufsätzen; zu Hause hat uns ein Sterilisator (für Pumpenaufsätze, Gefäße…) das Leben ungemein erleichtert; wir haben diesen** und sind damit zufrieden; als die Früchtchen zu Hause waren lief er zwei Mal täglich mit größtmöglichem Aufsatz; aktuell läuft er alle paar Tage mit kleinstem Aufsatz; bei uns ist das Leitungswasser sehr hart, deshalb kippen wir destilliertes Wasser rein, das erspart ständiges Entkalken; alternativ gibt es noch die Möglichkeit, mit der Mikrowelle zu sterilisieren, damit habe ich bislang keine Erfahrung gemacht, genauso wenig wie mit dem old-school Auskochen im Topf

Flaschen-Spülmittel: ist natürlich nicht notwendig, mir ist normales Spüli aber zu Chemie-keulig…

Für den Stillplatz:
Ein Kind zu stillen geht wohl überall ohne große Probleme. Bei zwei kleinen Würmchen wird es schon etwas komplizierter. Meine anfänglichen Versuche auf Sofa und im Bett waren nicht sonderlich erfolgreich. Deshalb bin ich vom Hebammen-Rat „du sollst bequem sitzen und das Kind zur Brust führen statt umgekehrt“ abgerückt und verbringe nun sehr viel Zeit mit krummem Rücken sitzend wie folgt:
Bodenmatratze: war eigentlich als Ausweichbett bzw. als sichere Ablagemöglichkeit für die Kinder gedacht, später als Kuschelecke…
extra großes Stillkissen: ich bin mit diesem ** 190 cm langen von Sugarapple (bzw. kommt der Bezug nur daher, sie verwenden Theraline-Produkte) zufrieden; die 180er-Variante ist meiner Meinung nach zu kurz zum Tandem-Anlegen; hätte ich gewusst, dass ich so lange „am Ball“ bleibe, hätte ich mir das Zwillingsstillkissen, was mir von diversen anderen Zwillingsmamas empfohlen wurde von „My Brest Friend“** gegönnt; von CorpoMed ** gibt es auch eins; da die große Wurst beim Einzelstillen, vor allem nachts für den Partner nervig :-), etwas unhandlich ist, zog bei uns noch Yinny ** ein; damit kann ich sehr bequem in der Wiegehaltung stillen und benutze es auch unterwegs; mittlerweile kommen wir im Notfall aber auch ohne Kissen klar.
Kissen-Sammelsurium: als zusätzliche Unterlage, sodass die Stilllinge auch mal abrutschen können, von mir eigenständig (ggf. einhändig) hoch- und runtergehoben und werden können

Diverses:

ausreichend Wasserflaschen in Reichweite
eine Uhr, ggf. Handy oder eBook-Reader (es gibt immer wieder kurze Phasen, da ist ein bisschen Multitasking möglich!)
eine Taschenlampe für Nachts (es brennt bei uns eine Lichterkette im Raum, zum Anlegen und bei Unruhe brauche ich mehr Licht)
Für das „Stilltraining“ und den Still-Alltag
Wenn das Stillen dann erst einmal klappt, ist das weitere Equipment natürlich stark überschaubar. Für die Zeit, in der wir noch geübt haben, gab es noch die ein oder andere unterstützende Requisiten, teilweise wohl selbstverständlich:
Flaschen zum Zufüttern: ich habe keine Lieblinge; wir haben diverse Marken ausprobiert und bei allen sowohl gutes als auch nerviges festgestellt

Säuglingsnahrung: wenn die abgepumpte Milch nicht ausreicht; auch das lasse ich mal ohne Empfehlung, gerade für den Anfang sollte man nicht zu viel mit den kleinen Verdauungssystemen experimentieren, wir sind zunächst bei dem geblieben, was es auch schon im Krankenhaus gab;
für das sporadische Zufüttern, gerade für unterwegs, sind mir mittlerweile große Fans von Fertigflaschen **; auf die passen auf jeden Fall die Einmal-Nuk-Sauger aus der Apotheke (wir sterilisieren sie seit fast vier Monaten, ist aber natürlich nicht dafür hergestellt!) und der Medela Calma; das kleine Früchtchen schlabbert sie auch in Umgebungstemperatur unterwegs, sie sind mehrere Monate haltbar; es spart sehr viel Zeit…ist aber natürlich nicht gerade umweltfreundlich und etwas teurer

alternative Fütterungsmethoden:

wenn es vom Aufwand her machbar ist, sind alternative Fütterungsmethoden sicherlich eine super Sache; wir hatten einige Male den Fingerfeeder ** im Einsatz, außerdem wurde mir von einer Stillberaterin ein Brusternährungsset ausgeliehen; ich persönlich fand es in meiner damaligen Situation zu aufwendig und unangenehm, würde es allerdings trotzdem für andere Umstände absolut empfehlen

Stillhütchen in der passenden Größe (ganz wichtig, sonst fließt nichts!); ich hatte die von MAM vier Monate im Einsatz und kann darüber nichts negatives berichten

Stilltaugliche Wundsalbe: beim Stillvortrag wurde PureLan100 von Medela, pures Lanolin – also Wollfett – beworben und als Probepackung verteilt; damit war ich zufrieden und habe sie mir dann auch nochmal in der Apotheke gekauft; man braucht nur eine minimale Menge, sodass man auch mit kleinen Tuben sehr lange auskommt

Diverses:

Multi-Mam-Kompressen bei größeren Verletzungen
Wärmekissen und Kühlakku bei Milchstau

Manuelle Pumpe für Zwischendurch, wenn die elektrische Freundin die Heimreise angetreten hat; ich darf nun die Medela Harmony testen; das ist das Basis-Modell, reicht aber für meine Zwecke vollkommen, die da wären: hin und wieder ein bisschen Unabhängigkeit, Regulation der Milchmenge (ich bin total empfindlich, eine Nacht durchschlafende Kinder – nächste Nacht hungrige Früchtchen); das Pumpen an sich ist natürlich nicht vergleichbar mit der großen elektrischen Schwester, aber sie erfüllt seinen Zweck; man macht das, was ich per Automatik gewöhnt war, nämlich die zwei Saugphasen simulieren (Zwei-Phasen-Expression), wie der Name schon sagt per Hand.
So, nun fällt mir wirklich nichts mehr ein.
Habe ich noch was vergessen? Habt ihr mit irgendetwas besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?
Ich weiß, dass es eine ganz schön lange Liste geworden ist. Wäre alles reibungslos verlaufen, wäre sie bei mir definitiv kürzer gewesen. Somit bin ich nun aber unfreiwillig erfahrener Stillprodukt-Tester geworden. Da der Nutzen der Muttermilch aber natürlich monetär unbezahlbar ist, war es mir das einfach wert…

Hier geht es zum Prolog.
Hier geht es zu Akt 3: Frühchen stillen. Zwillinge stillen.
Hier geht es zu Akt 4: Komplikationen.

Hier geht es zu meinen gebündelten Survival-Tipps auf dem Medela-Blog.


Ps.: Vergesst nicht, an der Verlosung teilzunehmen (siehe oben!), ich freue mich auf viele spannende Kommentare!

PPs.: Mit **gekennzeichnete Links sind Affiliate Links. Der Link ist lediglich ein Vorschlag von mir, wie man einfach an die empfohlenen Dinge kommt bzw. kann ich sie so ohne großen Umstand zeigen. Ob und wo ihr etwas davon kauft, ist selbstverständlich euch überlassen. Es kostet euch jedoch nicht mehr und ich darf mich über eine kleine Provision freuen. 

0 Kommentare

  1. Durch Zufall bin ich Ende letzten Jahres auf deinen Blog gestoßen und durch noch größten Zufall fast zeitgleich schwanger geworden (et 14.8.) – mein Baby kam dann sogar noch etwas später zur Welt und würde erstmal zurück gerechnet. Scheinbar war der ursprüngliche Termin falsch aber das wusste ich natürlich vorher nicht und war ganz schön genervt.
    Der Milcheinschuss kam schnell und so war das Geburtsgewicht von 2,5 kg knapp 4 Tage später wieder erreicht, dafür hatte ich Brüste die beinahe platzten. Seitdem wurschteln wir uns jedenfalls so durch, mit dem stillen und abgesehen von Milchstaus und ebenso schnell sich reduzierenden milchmengen klappt es ganz gut. Nur das mit dem pumpen läuft nicht so wie gewünscht. Aber man kann wohl nicht alles haben.

    Der erste Stilmoment, der mir einfällt, ist nicht wirklich schön, aber lustig: der knapp zwei Wochen alte boi kannte sowas wie Sättigung noch nicht und trank früh morgens und trank und trank. Irgendwann bekam er große Augen und öffnete den Mund und ich dachte "Wow er lächelt mich an" doch was dann kam, war ein Schwall Milch direkt in meinen Ausschnitt.

    Einen schönen Moment hab ich aber auch. Mit echtem Lächeln. Und ohne kotze: eines Abends vor kurzem stillte ich ihn im Bett und er sah mich an, lächelte, verlor dabei die Brust, nahm sie wieder auf, sag mich und lächelte wieder, verlor… Das ging ne ganze Weile mit kichern und kuscheln und dieser Moment ist es doch, der einen das alles machen lässt.

  2. Anonym sagt

    Hallo Frollein Doctor,

    Wow, was für ein Interessanter Bericht, toll dass du uns Teil haben lässt.
    Ich bin momentan in der 34. SSW mit einem Zwillingspärchen, waren vor 2 Wochen auch schon im Krankenhaus mit GMH Verkürzung mit Trichter und Wehen. Habe dann die Lungenreife und Wehenhemmer bekommen. Jetzt bin ich wieder zuhause und Hüte die Couch.

    Mein Wünsch ist es es, dass es mit dem Stillen der Twins klappt, weil es einfach das natürlichste und beste für die zwei wäre. Und man will ja nur das Beste für die Krümels.
    Jetzt hoffe ich einfach dass die zwei noch ein paar Wochen drin bleiben, wir dann ganz schnell das Krankenhaus nach der Entbindung verlassen können und das Stillen klappt.

    Dir wünsche ich alles gute für eure Zukunft und danke für deine Tipps.

    Liebe Grüße Sabrina Geiger

  3. Schön, dass du trotz Staus und Mengen-Chaos dran bleibst! Und das ist eine wirklich süße Geschichte. Hatten wir auch schon so ähnlich beim "Mitsingen", wenn ich bei abendlicher Unruhe manchmal ein Gute-Nacht-Lied anstimme ;-)…

  4. Ich bin bei Instagram auf Dich aufmerksam geworden und lese seitdem jeden deiner Beiträge! Ich war zeitgleich schwanger (ET 20.08.) Meine Tochter kam zwei Tage vor Termin auf die Welt.
    Mit dem Stillen wollte es wieder nicht so recht klappen. (Bei meiner ersten Tochter, KS, hatte ich nach 5 Wochen schon keine Milch mehr)
    Für einige Wochen hatten wir wohl eine gemeinsame Freundin. Ich vermisse sie manchmal tatsächlich etwas. Sie hat mir Stress bereitet aber auch vermeintliche Kontrolle geboten. Ich muss mehrmals täglich zufüttern aber möchte das Stillen trotzdem so lang wie möglich beibehalten.
    Meine schönsten Momente dabei sind:
    – das nächtliche liegende Stillen, es kommt auch vor, dass die Milch reicht und sie zufrieden wieder einschlummert. Und mittlerweile schlafe ich dann auch wieder. Das war lange anders.
    – und seit kurzem schaut sie mich tagsüber dabei mit wachen Augen an, streichelt mich und lächelt zufrieden dabei <3

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