Still-Geschichten/ Interviews, Stillen
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Stillgeschichten: Interview mit eine Zwillings-Frühchen-Mama (3)

Bevor ich mir eine kleine „Feiertags-Blogpause“ gönnen werde, habe ich noch ein richtig spannendes Interview für euch: Fast pünktlich zum ersten Geburtstag der zwei niedlichen Persönchen, um die es indirekt gehen wird! Deren Mama, die liebe Ines (@twinsinili), hat sich auch zu einem Einblick in ihre Still-Geschichte bereiterklärt. Ines ist nicht nur wahnsinnig nett, nein, vor ihr habe ich wirklich den absoluten Respekt! Ich erzählte ja, dass ich mit meiner Freundin, der Milchpumpe, eine Hass-Liebesbeziehung führte. Ich konnte es wirklich nicht abwarten, bis ich sie nach einigen Wochen zurück in ihrem Koffer auf Heimreise schicken konnte. Ines hat das ganze unglaubliche sechs Monate  durchgezogen und dabei ihre frühgeborenen Zwillinge ohne Zufüttern mit Muttermilch versorgen können! 
 
 

Stelle dich ganz kurz vor! 

 
Ich bin 32, meine Zwillinge werden kurz vor Weihnachten 1 Jahr alt. Sie waren absolute Wunschkinder! Nachdem ich bereits 2,5 Wochen im Krankenhaus wegen vorzeitigem Blasensprung und Wehen lag, wurde die Geburt dann bei 32+6 eingeleitet. Die Herztöne von meinem Sohn sackten dann aber ab, deshalb entschieden wir uns für einen Kaiserschnitt. Im Nachhinein haben wir dann aber erfahren, dass da der große Bruder zum ersten Mal seine kleine Schwester beschützt hat, denn für sie wäre eine natürliche Geburt wohl zu viel gewesen!
 
Wie war deine Einstellung zum Thema Stillen in der Schwangerschaft? Hast du dich irgendwie darauf vorbereitet? Oder einfach alles auf dich zukommen lassen?
 
Vor der Schwangerschaft habe ich mir wenig Gedanken über das Stillen gemacht und mich deshalb auch nicht vorbereitet, außer dass ich mir ein Zwillingsstillkissen gekauft habe 😉 Wenn das Stillen klappt, würde ich mich freuen, wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch – das war immer so meine Einstellung!
Kannst du dich noch an dein allererstes Stillerlebnis erinnern?
 
Ja, auch mein erstes Stillerlebnis war noch auf der Neo im Krankenhaus. Dennoch war es unglaublich intensiv und so innig, als dieser kleine Mann an meiner Brust trank. So blöd es auch klingen mag, da habe ich diese unglaubliche Liebe noch intensiver gespürt!
Mussten in der Anfangszeit Hilfsmittel eingesetzt werden? Wie hast du dich damit gefühlt?
 
Ich habe noch in der Nacht nach dem Kaiserschnitt das erste Mal abgepumpt. Klar war das Aufsetzen am Anfang sehr schmerzhaft, aber dass meine zwei Frühchen dann meine Muttermilch bekommen, war mir doch wichtig. So gehörte die Pumpe schon ganz früh wohl oder übel zu meinem Alltag. Alle vier Stunden – egal ob am Tag oder in der Nacht – habe ich abgepumpt und mich dann eben so organisiert!
 
 
Gab es Probleme oder Komplikationen? Was hast du dagegen unternommen?
 
Ich gehörte zu den Frauen, die wirklich sehr viel Milch hatten! So gab mir meine Hebamme schon in der ersten Woche Tipps, wie ich die Milchproduktion reduzieren kann. Weniger wurde es dennoch nicht, aber meine zwei Mäuse haben mit der Zeit ja auch mehr getrunken. Dennoch hatte ich öfter mal mit Knoten in der Brust zu kämpfen, vor allem wenn ich nicht oft genug abpumpte. Witzigerweise konnte niemand die Knoten so gut lösen wie mein Sohn! Weder Ausstrichen, Duschen, Kälte… halfen – war mal wieder ein Knoten da, war der Sohn am Start 🙂
 
 
Hast du dich besonders ernährt oder besonders viel getrunken?
 
Generell ernähre ich mich recht gesund mit viel Obst und Gemüse. Als ich noch abgepumpt habe, habe ich dann viel Wasser getrunken, aber auch viel Süßigkeiten gegessen. Das war da einfach drin! So 2,5 bis 3 Liter Milch am Tag wollten ja auch produziert werden. 😉
 
 
 
Wann hat sich eine Routine eingestellt? Wie sah diese aus?
 
Die Routine hat sich ganz schnell eingestellt. Die Mäuse taten sich am Anfang so schwer, auch nur ein paar Milliliter zu trinken, dass ich einfach weiterhin alle vier Stunden abgepumpt habe. Auch zu Hause wurden dann zuerst die zwei Kleinen gefüttert und danach habe ich abgepumpt. Die übrige Milch habe ich dann eingefroren. Nur selten haben die zwei am Abend die Flasche verweigert, dann habe ich sie gestillt. Leider hatten beide dieselbe Lieblingsseite, so dass die immer völlig leer und die andere Seite ganz prall war 😉 Im Nachhinein denke, dass beide dann bestimmt eine Schub hatten.
 
Wie hast du die Babys später während des Pumpens beschäftigt?
 
Nachts haben sie nach dem Fläschchen immer gleich geschlafen. Da konnte ich entspannt abpumpen. Wenn die beiden wach waren, war das schon anstrengender. Ich hatte die Bustiers von Weleda und dann immer zwei Hände frei, während ich an der Pumpe „hing“. Meistens saßen die beiden in ihren Wippen oder Hochstühlen vor mir, dann konnte ich sie dort bespaßen. Manchmal ließ ich sie auch auf dem Boden spielen, das war aber selten. Ivh habe immer 10-15 Minuten gepumpt und wollte das nicht unterbrechen.
Wann und wie hast du abgestillt? 
 
Als die beiden ein halbes Jahr alt waren, habe ich begonnen abzustillen. Das dauerte dann auch noch so einen Monat… Bis meine zwei so 8 Monate alt waren haben sie aufgetaute Muttermilch bekommen. Danach habe ich problemlos auf PRE umgestellt.
 
Könntest du die erste Zeit nochmal erleben, würdest du bezogen auf das Stillen etwas anders machen?
 
Wenn ich „ein“ reif geborenes Baby zur Welt gebracht hätte, hätte ich auf jeden Fall versucht, normal zu stillen. Aber mit Zwillingen, die 7 Wochen zu früh auf die Welt kommen, würde ich alles wieder genauso machen!
 
 
Was möchtest du werdenden (Zwillings-)Müttern mit auf den Weg geben?
 
Lasst euch nicht stressen. Wie gesagt, wenn es klappt, dann klappt es und wenn nicht, dann „genießt“ die Vorteile der Flasche. So seid ihr von Anfang an ein Stückchen unabhängiger und könnt euch helfen lassen. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: „ob du eine gute Mutter bist oder nicht, hängt nicht davon ab, ob du stillen kannst!“
Liebe Ines, hab großen Dank, dass du deine Erfahrungen zu Verfügung gestellt hast.
Ps.: Möchtest auch DU deine Still-Geschichte – egal ob kurz, lang, einfach oder schwer (jede Geschichte ist etwas besonderes und erzählenswert! Nicht nur Zwillings-/Frühchen-Mamas sind eingeladen…)  – auch hier teilen, dann kontaktiere mich einfach per E-Mail oder Instagram-Direktnachricht.

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