Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frühgeburt

Ein Stilldrama: Akt 1 – Der Start auf der Neonatologie.

Meine Stillgeschichte begann mit einer mehr als bescheidenen Ausgangslage: Frühgeburt. Kaiserschnitt. Zwillinge. Kinder im Inkubator. Eigentlich ging sie jedoch schon in der Schwangerschaft los: „Und, wirst du stillen?“, wurde ich sehr häufig gefragt. Oft sogar von Menschen, bei denen ich diese Frage auf Grund unseres nicht sehr engen Verhältnisses als Indiskretion empfand. Meine Antwort war immer oberflächlich: „Ich werde es versuchen, aber darauf versteifen sollte ich mich bei Zwillingen wohl besser nicht“. Hinter dieser Aussage stand ich auch. Stehe ich noch immer. Eigentlich bin ich ein ziemlicher Kopfmensch, der gerne Ratgeber und Studien wälzt. Bei dem Thema Stillen war ich erstaunlicherweise eher locker. Vor allem eben fürs Stillen hatte ich mir doch eine Nachsorgehebamme gesucht. Und eine sehr stillfreundliche Entbindungsklinik gewählt. Da sollte ich schon Unterstützung bekommen. Einzig über diesen Artikel bin ich gestolpert und fand ihn so eindrucksvoll, dass sogar mein Mann ihn lesen musste. Und ich war bei einem Vortrag, bei dem die nette, höchst kompetente Stillberaterin auch auf Zwillings-Besonderheiten einging. Im Nachhinein hätte ich ein paar Hintergründe und Theorien lieber schon vor der …

Geschichten vom Kinderkriegen: DIE Geburt

Ich muss gestehen: Ich bin aktuell kein großer Fan von Geburtsberichten. Vor der Schwangerschaft habe ich sie regelrecht verschlungen. In der Schwangerschaft hat mich das Lesen eher nervös gemacht. Und nun – macht es mich ein bisschen wehmütig. Trotzdem habe ich natürlich viele Geburtsgeschichte voller Spannung und Empathie verfolgt. Einfach, weil mir einige Frauen hier im Internet sehr ans Herz gewachsen sind. Aber ich würde nun nicht mehr danach googlen, wenn ihr versteht was ich meine… Deshalb war ich mir auch nicht sicher, ob überhaupt jemand von meiner Geburt lesen möchte?! War das überhaupt eine Geburt oder eher eine Operation? Ist es nicht trotzdem zu persönlich? Mittlerweile ist es schon fast vier Monate her und ich möchte doch hier festhalten, wie die Früchtchen auf die Welt kamen. Denn es war sehr wohl eine schöne Geburt. Für mich und meinen Mann. Ein paar Gegebenheiten möchte ich einfach festhalten, damit wir sie nicht vergessen. Und das große Stilldrama ist endlich in Arbeit. Und das kann man wohl hiermit besser verstehen… Also nun geht’s los – der Bericht …

Heute. Theoretisch.

Heute wäre der theoretische Tag der Tage. Heute wäre der errechnete Entbindungstermin. Mit Zwillingen hätte ich ihn zu einer Wahrscheinlichkeit von < 1% überhaupt nur erreicht. Also wäre ich nun ohnehin schon einige Tage oder Wochen Mama. Trotzdem musste ich die letzten Tage immer wieder daran denken, was gewesen wäre wenn… Wie geht es mir also heute? Nervlich bin ich strapaziert. Heute haben meine Kinder mir gezeigt, dass sie nun wirklich keine Frühchen mehr sind. Sondern Babys mit starkem Willen und dringenden Bedürfnissen. Der Tag war geprägt von Dauerhunger, Schlaflosigkeit und Geschrei. Ich hätte mehr Hände gebraucht. Eine größere Milchbar. Und taubere Ohren. Somit war keine Zeit für wehmütige Gedanken. Aber sind die Gedanken überhaupt wehmütig? Einerseits ja. Was wäre gewesen, wenn wir es bis zur 37. Schwangerschaftswoche geschafft hätten. Wenn mein Sohn nicht unterversorgt gewesen wäre? Wenn wir eine spontane Geburt erleben hätten können? Wenn wir nicht die Erfahrungen auf der Intensivstation hätten machen müssen? Wenn ich nicht den letzten Monat in Babyquarantäne und Babymast verbracht hätte? Wenn ich eine unkomplizierte Schwangerschaft mit nur …