Familie, Tagebuch
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Die 28. Woche (27+0 bis 27+6)


Zuerst muss ich mich noch mal für die ganze Resonanz auf meine Schubtheorie von letzter Woche bedanken. Gerade auch auf Instagram und in meinem Posteingang hatte ich ganz viele liebe Nachrichten, dass ich da nicht alleine bin mit der Vermutung. Tja, dann läuft die Tatsache wohl momentan wohl unter dem Namen „der Frollein Doctor’sche Wachstumsschub“, weil ich dazu immer noch nichts offizielleres gefunden habe. Naja, den Nobelpreis werde ich dafür wohl trotzdem nicht für bekommen…
Die Woche startete mit einem Arzttermin. Zum ersten Mal durfte ich auch den Herztönen beim CTG lauschen. Leider war es auch der erste Arzttermin seit langem, der mich mal nicht richtig beruhigt hat. Zwar ist der Muttermund nicht zu beanstanden und ich darf weiterhin rumwuseln. Aber die beiden Süßen liegen leider nicht mehr perfekt für eine nicht-operative Geburt (Kopfkino Kaiserschnitt geht an, obwohl es noch viel zu früh für eine solche Entscheidung ist) und der Gynäkologe äußerte nachdem er ein bisschen mit dem Dopplergerät herumgefummelt hatte den Verdacht, dass die beiden Plazenten schon nicht mehr optimal arbeiten (Kopfkino Frühgeburt geht an, obwohl er sich noch nicht mal sicher war).
Die Babys sind immer noch so groß wie zwei fette Papayas aber auch ungefähr so schwer wie zwei halbe Honigmelonen. Da hatte ich mehr Appetit drauf…
Nun haben wir noch engmaschigere Arzttermine und eine weitere Vorstellung beim Pränatal-Zauberer zum richtigen Doppler gewonnen. Aber an sich läuft natürlich weiterhin alles recht problemlos und ich kann mich sehr glücklich schätzen.
Ich mache mir natürlich so meine Gedanken wie und ob ich die Situation verbessern kann. Machen sich die Durchblutungsprobleme, von denen ich ja auch letzte Wocheschrieb, etwa bemerkbar? Muss ich mich nun vermehrt ausruhen, damit mehr Blut im Bauch ist oder muss ich mehr laufen damit die Pumpe das Blut besser verteilt?

Oder ist vielleicht doch mein Eisenwert mit verantwortlich? Obwohl ich mich vor kurzem hier ja noch gegen eine unnötige Eisen-Supplementation ausgesprochen habe bin ich sofort in die Drogerie gestiefelt, um mir einen angereicherten Saft zu kaufen. Soviel zum Zusammenspiel  zwischen Verstand, Hormonen und Angst! Aber ich möchte halt einfach das Beste für mich und die beiden bzw. nichts unversucht lassen.

Obwohl ich nicht möchte, dass diese Wochenupdates zu Gejammer werden, muss ich jetzt noch von meinem persönlichen Alptraum-Tag berichten. Es war mal wieder der olle Freitag. Direkt nach dem Aufstehen hatte ich für die nächsten Stunden Magen-Darm vom feinsten. Ich will natürlich nicht auf Details eingehen. Im Nachhinein bin ich mir allerdings recht sicher, dass es da ein oder zwei Übeltäter gab, die diesmal nicht nur die Blase sondern zur Abwechslung auch mal den Darm malträtierten. Immer wenn ich saß oder lag war alles gut, sobald ich stand oder rumlief, konnte ich direkt den Weg zur Toilette einschlagen. Aber insgesamt war ich dann doch froh, um Virus, Dehydratation und Infusionstherapie drum herum gekommen zu sein. Mit viel Willenskraft erledigte ich noch den Wocheneinkauf. Anschließend hatte ich dann Übungswehen vom feinsten. Das wollte gar nicht mehr aufhören. Waren das wirklich nur Übungswehen? Ich war zum ersten Mal in der Versuchung Gebrauch der privaten Notfallnummer meines Arztes zu machen bzw. sah mich schon das restliche Wochenende mit Wehenhemmern im Krankenhaus liegen. Und dann sah ich auch immer wieder zwei viel zu leichte Würmchen mit ganz vielen Schläuchen im Inkubator. Ich entschied mich aber doch nachdem ich auch mit meinem Mann gesprochen hatte auf dem Sofa liegend erst einmal abzuwarten. Wegschlafen hat leider nicht funktioniert. Da der Bauch sehr unregelmäßig hart wurde und der Geburtskanal vor zwei Tagen ja noch absolut verschlossen war, entschied ich mich dann letztendlich für die Variante der Harmlosigkeit. Vielen Ärzten unterstellt man ja, sie würden sich um sich selbst am schlechtesten kümmern und alles verharmlosen. Ich bin da aber eigentlich anders. Gerade weil es ja nicht nur um mich selbst geht. Es war wirklich Bauchgefühl. Ich kann aber auch niemandem verübeln, wenn er sich bei solchen Schmerzen an einem Freitagabend zu unmenschlicher Uhrzeit noch im Krankenhaus vorstellt.
Ich hoffe, ich konnte mit diesen schonungslosen Wahrheiten vielleicht dem ein oder anderen, der sich in der gleichen Situation befindet oder befinden wird und sich dann an meine Worte erinnert, weiterhelfen. Schwangersein muss nicht immer nur schön sein. Es gibt auch Tage mit dunklen Schattenseiten.
Ansonsten verlief der Rest der Woche aber deutlich netter. Ich war erstmalig auf zwei Babyflohmärkten. Der eine hatte alles nach Größen und Themen sortiert mit Kasse beim Ausgang und eine Vorab-Shoppingzeit für Schwangere. Dort war der Tisch mit den kleinen Größen abgeräumt, so schnell konnte man gar nicht gucken. Beim anderen verkaufte jeder privat an seinem Tisch, es gab ein absolutes Überangebot und die Käufer waren eher geizig und absolut wählerisch. Wir haben ein paar Basics und auch das ein oder andere schöne Teilchen ergattern können. So ganz meins ist der öffentliche Flohmarkt aber nicht.
Vermisse ich etwas?  ziemlich viel, was mir runterfällt 🙂
Heisshunger? weiterhin keinen Appetit, ich esse weiterhin normal große Portionen und bereue es hinterher, da muss sich was ändern!
 Wehwechen? Übungswehen, Watschelgang
 Bauch?  ich trauerte schon zwei Mal wegen Streifen, die sich dann aber doch als Kratzer bzw. Abdruck der Leggins herausstellten (Toi, toi, toi!)
Stimmung?  mit den Wehen etwas ängstlich, jeden Abend mache ich gedanklich viele Kreuze, dass die Babys noch im Bauch sind
Highlight der Woche? das bislang ambitionierteste Nähprojekt war erfolgreich
Worauf freue ich mich?  auf jeden weiteren problemarmen Tag
Anschaffungen?Wickelunterlage und Fohmarkt-Klamotten, mich juckt es in den Fingern mal eine Liste zu erstellen um System in die fehlenden Dinge zu bekommen

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