Familie, Tagebuch
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Die 33. Woche (32+0 bis 32+6)

Und auch diese Woche ist tatsächlich geschafft. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet bzw. ist es wahrscheinlich nur durch eine glückliche Verkettung von Ereignissen so gekommen. Langsam entspanne ich mich etwas und akzeptiere die Situation. Fünfzig fehlende Tage im Bauch sind kein Weltuntergang mehr.
Es ist nach wie vor unglaublich belastend, dass es jeden Tag soweit sein könnte und dass ich genau weiß, meine Kinder nicht natürlich gebären und sie unmittelbar danach bei mir zu haben. Aber meine Bedürfnisse stehen schon seit Tagen ganz hinten an. Alles was zählt ist einfach nur noch, dass es den beiden gut geht. Und auch wenn ich mit dem Gefühl kämpfe, sie in ihren ersten Lebensstunden und –tagen im Stich zu lassen, weiß ich eigentlich, dass sie das noch alles gar nicht richtig mitkriegen werden. Und dass höchstwahrscheinlich relativ schnell alles gut werden wird.
 
Bis zu den zwei Honigmelonen haben wir es tatsächlich mit euch süßen Früchtchen im Bauch geschafft!
 
Leider gab es am Anfang der Woche wieder einen derben Rückschlag. Während bei der letzten Dopplerkontrolle alles stabil war, zeigte sich nun eine weitere Verschlechterung. Gottseidank nehmen mein Mann und ich die Termine nur noch gemeinsam wahr. Sonst wäre Hor-Moni bestimmt wieder eskaliert. Der Pränatalzauberer verwies uns wieder an den Geburtshelfer.

Das Gespräch war trotz der Anwesenheit meines Mannes wieder höchst merkwürdig. Erst hatte ich an dieser Stelle Auszüge hier abgetippt. Allerdings möchte ich ihn auch nicht verteufeln. Er ist sicherlich ein sehr, sehr guter Arzt. Aber mit mir aktuell nicht auf einer Wellenlänge, wie auch mein Mann hinterher feststellte. Insgesamt hatte ich wieder das Gefühl ein Monster zu sein, weil ich immer noch nicht sicher war, ob die beiden außerhalb meiner Gebärmutter wirklich besser aufgehoben seien. Ich war natürlich richtig fertig mit der Welt.
Ich besprach mich mit meinem Gynäkologen. Ohne lange zu fackeln schlug er vor, dass wir uns am Folgetag eine Zweitmeinung von einem Arzt in einem anderen Krankenhaus einholen sollten. Er besprach sich mit diesem und organisierte alles. Zunächst war ich skeptisch. Die falsche Stadt, das falsche Haus über das ich zu viel Negatives wusste. Und mein Mann mag es grundsätzlich nicht, wichtige Dinge umzuentscheiden. Trotzdem hatte ich schon vor einiger Zeit mit genau diesem Gedanken gespielt. Mit dem bisherigen Geburtshelfer fühlte ich mich einfach unwohl. Bauchgefühl. Vom anderen Arzt wusste ich, dass es ein sehr sympatischer Mensch ist.

Ergebnis war: überraschenderweise stimmte mein Bauchgefühl auf einmal zu 100%. Und siehe da – die Werte vom Babyjungen waren nicht mehr so dramatisch schlecht. Und er war etwas gewachsen. Und es fiel ein entscheidender Satz, sowohl vom neuen Geburts-Guru als auch vom Kinderarzt, der sich einfach so zwanzig Minuten für uns Zeit nahm, was in der anderen Klinik nicht möglich war: „Momentan sind die beiden noch bei Ihnen am besten aufgehoben!“. So wurde uns noch ein weiteres Wochenende geschenkt.
Wir entschieden uns sogar dazu, den Geburtsvorbereitungs-Crashkurs, der anstand, teilweise zu besuchen. Zwar war der lange Teil der natürlichen Geburt für uns ja nicht so richtig relevant – aber wir haben trotzdem einiges mitnehmen können über das Wochenbett. Und wir haben gelacht und uns abgelenkt. Und für meinen Mann wurde mit der intensiven Auseinandersetzung nochmal alles realer.
Ich erledigte letzte Vorbereitungen, nähte Frühchen-Mützen und die erste Hose in Größe 44.

Zwar bin ich immer noch sehr traurig, voller Sorge und könnte durchdrehen, wenn ich mal nicht die Herztöne vom Babyjungen finde. Aber ich bin auch bereit. Auf einen anderen Start für die beiden, als ich ihn mir ausgemalt oder gewünscht habe. Aber das Leben ist halt kein Ponyhof. Und wir haben so viel gekämpft. Da kämpfen wir auch noch ein paar Wochen auf der Neo-Intensiv weiter. Und dann wird hoffentlich alles gut und kuschelig und rosa-rot-glitzernd. Mit blau für den Babyjungen.
 

Ps.: Dies ist nun mein letztes Schwangerschafts-Update. Zu Beginn der 34. Schwangerschaftswoche bin ich Mama von den zwei hübschesten, süßesten, welttollsten Menschlein geworden, die ich je kennengelernt habe. Bislang machen sie sich sehr gut und auch ich erhole mich langsam.

0 Kommentare

  1. Meine herzlichsten Glückwunsch! Ich freue mich sehr und hoffe, dass die beiden Süßen sich gut weiterentwicklen und ihr sie bald gesund und munter nach Hause nehmen dürft! Dir ebenso eine schnelle Erholung von der Geburt bzw. dem KS. 🙂 Genieße den Zauber und die erste Kennenlernzeit so gut es eben geht…
    LG, Antje

  2. Anonym sagt

    Herzlichen Glückwunsch zu deinen zwei Babys! Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute! Ich freue mich schon, wenn du wieder die Zeit und Kraft findest weitere tolle Blogeinträge zu schreiben.
    LG, Katja

  3. Hey! Das PS hast du elegant versteckt 😉 Herzlichen Glückwunsch, und jetzt viel Freude beim Kennenlernen der beiden Minis!

  4. Oh Gott, bei deinem P.S. muss ich gleich heulen.

    Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Liebe & Gute zur Geburt eurer Wunder. Auch wenn sie anders verlaufen und der gemeinsame Start ein anderer ist, als du ihn dir erhofft hattest. Schön zu lesen, dass sie sich gut machen. Ich drücke meine Daumen, dass sie das weiterhin meistern. Aber bei so einer Kämpfer-Mama sind die Baby's eindeutig auch kleine Kämpferchen!

    Alles, alles Liebe euch!!

  5. Deborah sagt

    <3-lichen Glückwunsch!!! Schön, dass alles gut gegangen ist 🙂 Eine treue Leserin aus der Schweiz

  6. Anonym sagt

    Ach du Liebe! Ich freue mich so wahnsinnig für euch! Es ist so schön, dass ihr euch nun endlich kennen lernen könnt und alles gut wird. Vor allem, nachdem ich ja selbst gerade erfahre, wie es ist, ganz frisch Mama zu sein. Genießt die Zeit, kuschelt ganz viel und hoffentlich bis bald – die Julimurmel. 😉

  7. Meine allerherzlichsten Glückwünsche für euch vier! Ich drücke die Daumen, es wird alles gut werden. Liebe Grüße, Sabine

  8. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer beiden Wunder. Ich wünsche euch, dass die beiden ganz schnell wachsen und zunehmen, damit ihr bald zusammen nach Hause könnt. Dir wünsche ich schnelle Besserung, damit du die Kennenlernzeit genießen kannst! LG

  9. Doro sagt

    Herzlichen Glückwunsch! Ich bin heute bei 33+6 und fiebere selbst von Woche zu Woche und lag erst 1 Woche stationär. Dein Gefühlschaos verstehe ich voll. Schade das ich erst jetzt den Blog entdeckte. Alles, alles Gute für euch!

  10. Anonym sagt

    Liebes Frollein,
    das PS ist der Hammer!!! Ein Freudentränchen <3 <3 <3
    Herzliche Gratulation und alles Gute euch viern! Ich hoffe dass ihr euch bald derfangt und sich alles brav entwickelt!!
    Alles Liebe, Henriette

  11. Anonym sagt

    Liebes Frollein Doktor, ich lese hier immer mal wieder gerne rein und gratuliere von ganzem Herzen! Einen guten Start den beiden Wundern!

    Eva

  12. Dankeschön! Ich hoffe, du konntest dann noch etwas länger fiebern – bzw. dass nun wieder alles gut bei dir ist! …und dass du dann noch viel Zeit hattest, in Ruhe im Blog zu stöbern 😉

  13. Huhu, viele Dank! die beiden haben das so toll gemacht und wir sind nun schon länger zu Hause als dass sie je im Krankenhaus waren.
    Liebe Grüße, auch an die süße Speckbohne!

  14. Danke, liebste Julimurmel! Wie lieb, dass du noch neben deinem ganzen damaligen eigenen Krankenhaus-Firlefanz (so nenne ich das jetzt einfach mal!) Nerven gefunden hast, hierher zu hüpfen. Wow, über einen Monat ist das nun schon her!
    Liebe Grüße, auch an den kleinen M. natürlich!

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