Ernährung, Kleinkind Ernährung
Schreibe einen Kommentar

Fastfood für Kleinkinder ab 1 Jahr

Ich gebe zu – Überschrift und Beitragsbild sind provokativer als der Rest vom Artikel. Eigentlich will ich nur kurz festhalten, was ich den Zwillingen nun seit ungefähr einem halben Jahr erfolgreich auftische, wenn es mal wirklich schnell gehen muss. Und das ist eigentlich wochentags immer der Fall, sobald keine vorgekochten Reste mehr für die Mikrowelle da sind. Denn wenn Mama in der Küche steht, sind Hunger und Ungeduld plötzlich unermesslich…
Natürlich tische ich meinen Kindern nicht täglich Pommes und Pizza auf, obwohl es auch wunderbar gesunde, nährstoffreiche Gemüse-Varianten und Rezepte gibt. Dafür sind meine Ansprüche der gesunden, vollwertigen Ernährung zu hoch. Und diese Form von Fastfood möchte ich keinem extra weiterempfehlen. Was ich aber vorab noch klarstellen möchte: Das Foto ist nicht gestellt. Zu Ausnahmen bekommen die Früchtchen auch mal ein paar (vorher etwas vom Salz befreite) Pommes mit Wurst. Und beim Italiener dürfen sie sich auch eine Pizza teilen. Die Dosis macht’s. Wie oft dieser Satz doch passt.
Sind Pommes und Pizza fuer Babys okay?

Kleinkind taugliches Fastfood

Hier sind nun Auszüge aus unserem Esstagebuch mit einfachen, schnell zuzubereitenden und alltagstauglichen Kleinkindgerichten und ein paar Inspirationen, die ja vielleicht auch euren Alltag und euer Gewissen erleichtern. Ich habe heute mal keine frisch gekochten, total fotogenen gemüsebunten Mahlzeiten für euch, sondern tatsächlich auch ein paar Fertigprodukte, die bei mir regelmäßig im Einsatz sind. Fastfood ist nicht immer gleich mit Junkfood zu setzen.

Gemüse-Sticks

Zum Einstieg in Mittagessen und Abendbrot snacken meine Kinder weiche Karotten-Sticks. Zwei Mal wöchentlich dampfgare ich 3-4 in kleine Stifte geschnittene Karotten. Früher begann so immer jede meiner Brei-Kochprozeduren. In einer Frischhaltebox im Kühlschrank halten sich die Sticks mindestens drei bis vier Tage und sind schnell griffbereit. Der Beliebtheitsgrad variiert ehrlich gesagt. Die letzten Wochen sind die Zwillinge regelrecht ausgefippt vor Vorfreude, wenn man sie gefragt hat, ob sie eine Möhre wollen. Da bin ich mit der Produktion kaum nachgekommen. Aber es hat lange gedauert, bis sie damit warm geworden sind…
Da jedoch jegliche Rohkost bislang durchweg abgelehnt wird, finde ich es eine tolle Snack-Variante. Paprika, Zucchini und Kohlrabi Stifte habe ich auch schon angeboten. Die waren kalt bislang kein großer Hit.
Für Kinder, die viele Zwischendurch-Snacks einfordern und dann zu den Hauptmahlzeiten keinen Hunger mehr haben, ist diese Knabberei, die man auch zahnlos am Gaumen zermahlen kann, sicher eine besonders gute Sache.

Fastfood im Alltag fuer Babys und Kleinkinder

Fisch

Da wir (leider) nicht an der Küste wohnen und ich auch kein gutes, praktisch gelegenes Fischgeschäft  kenne, meinen Kindern aber trotzdem auf Grund der wichtigen Fettsäuren und des „Geschmackstrainings“ regelmäßig Fisch auftischen möchte, habe ich von Anfang an zu Tiefkühlprodukten gegriffen. Ich muss gestehen, ich esse selbst Fisch am liebsten im Restaurant, am allerliebsten roh mit Klebereis und Alge drum herum. Lediglich mit der Zubereitung von Lachs habe ich mich in den letzten Jahren halbwegs angefreundet – gerne auf dem Grill. Das ist aber auch nichts für wochentags. Deshalb habe ich irgendwann angefangen Fertigprodukte zu verwenden. Um das erste Lebensjahr der Zwillinge herum habe ich einfach Filetstücke von der Panade befreit. Letztere war dann mein Mittagessen, weil sie riesige Mengen verdrückt haben und sonst nichts übrig blieb. Mittlerweile gibt es gelegentlich auch schon mal Fischstäbchen. Alles aus dem Backofen. Da macht sich das Essen nämlich von selbst, der Fisch trieft nicht in Bratfett und es brennt nichts an.
Ein paar Hinweise möchte ich aber zum Tiefkühlfisch noch loswerden: Fertigprodukte enthalten sehr viel Salz, andere Gewürze und Zusatzstoffe. Auch wenn die Panade ab ist, ist der Fisch immer noch sehr würzig. Wundert euch nicht über riesigen Durst, wenn die kleinen Feinschmecker sowas nicht gewöhnt sind. Täglich ist es auch alles andere als gesund, zum Beispiel für die Nieren. Aber ab und zu schadet es einem Kleinkind höchstwahrscheinlich nicht.
Backofenfisch ist sehr heiß. Kalkuliert 5 Minuten Zeit zum Abkühlen ein. Ich zerkleinere alles, sobald er fertig ist, damit es schneller geht.
Ernährungswissenschaftlich ist Tiefkühl-Fertigfisch sicherlich nicht das Optimum. Andernfalls würden wir hier aber viel seltener Fisch essen. Somit nehme ich die Nachteile in Kauf.
Ein großer Vorteil gegenüber frischem Fisch ist, dass es eigentlich nie Gräten gibt. Davor habe ich bei Kleinkindern Respekt.

Teigwaren

Tortellini sind scheinbar bei allen Kleinkindern ein Dauerbrenner. Sie können so schön alleine mit der Hand gegessen oder mit der Babygabel aufgespießt werden, ohne das sie wegflutschen. Ein tolles Erfolgserlebnis. Die Kochzeit ist flott und zur größten Not schmecken sie auch ohne Sauce. Natürlich sind wieder viele Gewürze, Aromen und Zusatzstoffe involviert, die nicht täglich auf der  Speisekarte stehen sollten. Es gibt allerdings auch ein paar Produkte, gerade auch in der Kühltheke oder in der Bio-Abteilung , die auf eine frische, natürliche Zutatenliste setzen. Ich habe sogar schon Vollkorn-Tortellini gefunden.
Ein bisschen besser schneiden in meiner Gunst Gnocci ab, die mindestens genauso schnell zubereitet sind. Die Früchtchen lieben sie.
Gnocci, Kochbeutel-Reis, Hirse und Nudeln lassen sich super mit etwas frischem kinderfreundlichen Pesto in ein Blitzgericht verwandeln.
Da wir noch ein paar eingefrorene Portionen Gemüsebrei übrig haben, habe ich in den letzten Wochen immer mal wieder eine aufgetaut und mit ein paar Gewürzen verfeinert als Sauce verwendet. Richtig gut angekommen ist diese Gemüseunterjubelei, als ich Reis mit ein bisschen Öl und dem Brei angebraten habe. Oder ich nehme zum Anbraten einfach etwas Möhren-Streichfett.Wie viel Ei darf Baby essen? Wenn mir die Nudel-Reis-Nudeln-Phase auf den Nerv geht und trotzdem noch ein Gericht hergezaubert werden muss, während ich die Kinder alleine betreue, mache ich auch schon mal eine Pizza aus fertig gerolltem Dinkel-Hefeteig oder belege Blätterteig. Soetwas lässt sich in etwa 10 Minuten Vorbereitungszeit auch mit frischem Gemüse aufpolieren, ist schnell und ohne Zutun fertig gebacken und kann von den Kindern prima auf der Hand gegessen werden. Auch hier ist wieder die Abkühlungszeit einzukalkulieren.

Ei

Einmal in der Woche gibt es Spiegelei oder durchgebratenes Omelett, in das mangut kleine Gemüsestückchen schummeln kann. Zubereitungszeit: fünf Minuten. Vorgeschnitten eignet sich Ei gut als Fingerfood. In dieser Menge ist Hühnerei sehr gesund. Zu viele Eier könnte sich ungünstig auf den Fettstoffwechsel auswirken, obwohl es hier auch aktuellere Gegenmeinungen dazu gibt, die entkräften, dass Kinder nicht täglich Eier essen sollten.
Etwas aufwendiger, aber gut für zwei Tage vorzubereiten und aufzuwärmen sind Pfannkuchen, die natürlich auch Eier enthalte. In meinen deftigen Standardpfannkuchen aus Dinkelvollkornmehl gibt es neben Käse als Gemüseportion Erbsen und Möhrenraspel.
Wer an der Regel „1-2 x Ei pro Woche“ festhalten möchte, sollte beachten, dass auch in Spätzle, ein paar anderen Nudelsorten, Kartoffelpuffern, Gebäck und Aufläufen Eier enthalten sind.


So, ich hoffe, ich konnte ein paar brauchbare Anregungen liefern. Was sind denn eure liebsten Blitzmahlzeiten? Wie steht ihr zum Thema Fastfood und zu Fertigprodukten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.