Kinderzimmer, Lifestyle
Kommentare 2

Gemeinsames Kinderzimmer für Geschwister?!

enthält Werbung | Ist ein gemeinsames Kinderzimmer für Geschwister mit geringem Altersabstand sinnvoll? Ab wann brauchen Kinder ein eigenes Zimmer mit Rückzugsort? Schlafen Geschwister besser zusammen in einem Zimmer oder getrennt? Sollte wirklich jeder sein eigenes Reich haben?
Diese Fragen sind gar nicht so leicht zu beantworten und hängen von Kultur und sozialem Status ab. Also kann es nicht DIE Antwort geben.
Ich versuche an dieser Stelle den für uns besten Kompromiss zu finden und komme zu einem ziemlich kreativen Lösungsvorschlag!



Kinderzimmer Geschwister gemeinsam

Nur ein Kinderzimmer für drei Kinder

Mir stellten sich die ganzen Fragen bislang gar nicht, denn es mangelte mir an Alternativen.
Da wir nur einen einzigen Raum zu Verfügung haben, war es für uns selbstverständlich, dass die Zwillinge dieses Kinderzimmer gemeinsam bewohnen.
Beim damaligen Einrichten hätte ich mir im Leben nicht vorstellen können, dass so schnell auch noch ein drittes Kind dort Platz beanspruchen wird.
Nun leben hier also zwei Erwachsene zusammen mit zwei Vierjährigen und einem Zweijährigen und wir sind in der glücklichen Lage, die Wohnsituation bald komplett neu aufteilen zu können. Wir ziehen um.

Ein eigenes Reich für jedes Kind

Zunächst erschien es mir logisch, dass jedes Kind sein eigenes Kinderzimmer beziehen wird. Jeder bekommt ein Bett, ein Schrank und eine Spielecke.
Aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr zweifelte ich diese Raumaufteilung an. Die Zwillinge haben noch niemals in ihrem Leben alleine geschlafen. Sie haben so viele gemeinsame Sachen. Wie sortieren wir das alles überhaupt? Außerdem hängen sie doch sowieso immer aufeinander.
Und dann ist da noch das jüngste Kind, was sich sowieso als dritter Zwilling fühlt.
Wäre es also vielleicht sinnvoller, ein gemeinsames Schlafzimmer und ein gemeinsames Spielzimmer für alle drei Geschwister gemeinsam einzurichten?

Kinder brauchen Rückzugsorte

Aber gerade die vergangenen Monate haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass unser Zuhause Rückzugsorte für alle Familienmitglieder bereithält. Sowohl für die Eltern als auch für jedes Kind ist das in unserem Alltag nötig. Funktioniert das mit gemeinsamen Kinderzimmern?

Fragen über Fragen sind das, für die es definitiv keine pauschale Antwort gibt.
Gerade wenn die Optionen fehlen, weil der Wohnsituation sie gar nicht hergeben, lohnt es nicht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.  Dann sollte man lieber das beste aus dem Ist-Zustand herausholen.

Happy Kids Interior Erfahrungen

Kinderzimmer planen mit „happy kids interior“

In unserem Fall möchte ich nun wirklich eine gut funktionierende Lösung finden. Sie muss nicht in Stein gemeisselt sein (sind Dinge mit Kindern ja nie!), sondern sie sollte uns durch die nächsten 3-5 Jahre bringen.
Deshalb habe ich mir Unterstützung von Cordula von happy kids interior besorgt.
Sie berät Eltern als Interior-verliebte Quereinsteigerin und Mutter von zwei Kindern in allen Einrichtungs- und Deko-Fragen rund ums Kinderzimmer.

Und da ich mir vorstellen kann, dass wir nicht die einzigen Eltern sind, die sich Gedanken um die Kinderzimmer Raumaufteilung machen, möchte ich heute meine Recherche, meine Ideen und natürlich Cordulas Vorschläge für ein gemeinsames Kinderzimmer mit euch teilen.

Gemeinsamer Schlafplatz für drei Kinder

Von dem Gedanken, dass wir alle Spielsachen und Schlafplätze aufteilen, habe ich mich schnell wieder verabschiedet. Ich gehe stark davon aus, dass die Zwillinge eine räumliche Trennung spätestens mit dem Eintritt in die weiterführende Schule selbst einfordern werden. Bis dahin scheint mir eine flexiblere Lösung vorteilhafter.

Aktuell planen wir, dass jedes der drei Kinderzimmer fest einem Kind zugeordnet ist und prinzipiell als persönlicher Rückzugsort dient. Allerdings wird es im größten Zimmer eine vernünftige Schlafmöglichkeit für alle drei Kinder geben (Hochbett-Kombination) und in den anderen beiden Zimmern gibt es jeweils ein Bett und noch einen potentiellen, eher provisorischen Gästeschlafplatz, den sowohl Geschwister, Freunde oder auch Eltern (machen wir uns nichts vor) nutzen könnten.
So können wir relativ flexibel entscheiden, in welcher Konstellation die Kinder schlafen möchten. Sowohl Übernachtungsbesuch als auch Abgeschiedenheit sind möglich.



Gemeinsames Kinderzimmer – leichtere Wäschesortierung

Wie wir die Kleiderschränke letztendlich verteilen, kann ich mich noch nicht entscheiden. Für die Wäschesortiererei wäre es super praktisch, wenn sie beisammen im Kinderschlafzimmer blieben. Für den Fall, dass sich die Morgenroutinen voneinander lösen und sich die Kinder selbst mehr um ihre Wäsche kümmern, finde ich die Aufteilung geschickter. Außerdem muss ja auch erst einmal ein Schrank für drei Personen in ein Kinderzimmer passen!

Spielzimmer mit Themen-Bereichen

Fürs Spielen möchten wir uns ein bisschen am offenen Konzept unseres Kindergartens orientieren und Motto-Räume herrichten: ein Bauzimmer mit Leseecke, ein Rollenspiel-Zimmer mit Kreativbereich, ein Tobezimmer mit Puzzeln & Spielen…
Das ermöglicht meiner Meinung nach ein gemeinsames, besonders kreatives Spiel und bringt mehr – für alle gut nachzuvollziehende – Ordnung in die Räume.
Meine Vision wäre, dass das Spielzeug-Herumgeschleppe weniger wird, was wir aktuell von Kinderzimmer zu Wohnzimmer und (selten) zurück kennen.

Natürlich wird die Aufteilung offen gehalten. Gerade die Großen brauchen in absehbarer Zeit einen festen Platz für die Hausaufgaben und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser geteilt werden sollte…
Ein paar persönliche Gegenstände und Lieblingsspielzeuge werden sicher jedem Kind zugeordnet, auch wenn es dann nicht ganz mit den Mottos hinkommt.
Die Gestaltung der Kinderzimmer wird sich auch an den jeweiligen Interessen und Lieblingsfarben orientieren und nicht unbedingt auf einem gemeinsamen Nenner beruhen.
Hier war ich besonders auf Cordulas Ideen gespannt, da unsere Räume ja persönlich gehalten, aber trotzdem ohne typische Geschlechterklischees behaftet sein sollten.

Gemeinsames Kinderzimmer

Rückzug im gemeinsamen Kinderzimmer?

Schwierig finde ich die Sache mit den Hoheitsrechten. Wer darf wen wann hinausbitten?
Für Spielbesuch halte ich es wichtig, den Kindern ab etwa 4-5 Jahren Privatsphäre einzuräumen.
Für die Hausaufgaben ist es ebenfalls hilfreich, wenn Kinder alleine arbeiten können.
Ab dem Vorschulalter (oder auch schon früher) kann man das schon mit Auszeiten (Hörbuch-Hören, Bilderbücher, Malen, Bauen…) üben.
Dafür brauchen Geschwister aber sicherlich nicht unbedingt ein eigenes Zimmer. Es lassen sich auch eine alternative Spielecke im Wohnzimmer für die kleineren Geschwister oder eine Arbeitsecke für die Größeren im Elternschlafzimmer herrichten, wenn es die Gegebenheiten nicht anders ermöglichen.
Aber drei Kinder immer auf einem Fleck – das brachte mich in den letzten Monaten ganz schön an meine Grenzen.

Hierzu war mir aber noch wichtig, ein paar Meinungen von Mehrfacheltern einzufangen.
Spannende Artikel aus dem www zu gemeinsamen Kinderzimmern habe ich bei SarahPlusDrei, Mamaskind, Gewünschtetes Wunschkind und Ahoikinder gefunden.

getrennte Kinderzimmer

Natürlich gibt es auch immer gute Gründe, die Kinderzimmer komplett aufzuteilen: andere Interessen und Persönlichkeiten, abweichende Nähebedürfnisse, unterschiedliche Schlafrhythmen oder ein großer Altersunterschied zum Beispiel. Sollte die Stimmung unter Geschwistern stark angeschlagen sein, kann so eine räumliche Trennung vielleicht zur Besserung beitragen.
Ich persönlich habe ein paar Jahre sehr gelitten, als ich die einzige meiner Freundinnen war, die kein eigenes Zimmer hatte. Umso glücklicher war ich, als ich irgendwann eins bekam.

Ob es die Konflikte, die ein gemeinsames Kinderzimmer mit sich bringt, wert sind, kann nur jede Familie selbst beurteilen. Einerseits schult das Zusammenleben die soziale Kompetenz. Andererseits kann die ständige Kompromissbereitschaft auch für einen Riss in der Geschwisterbeziehung sorgen. Bei einem Altersabstand von +/- 3 Jahren soll es wohl in der frühen Kindheit eher von Vorteil sein, wenn sich Geschwister sehr nah sind und durch „dick und dünn“ gehen.

Vorteile & Nachteile eines gemeinsamen Kinderzimmers

Insgesamt komme ich auf eine Liste mit folgenden, teils sehr alltagsorientierten Vor- und Nachteile für ein gemeinsames Kinderzimmer bei Geschwistern:

Vorteile gemeinsames Kinderzimmer

  • gemeinsame Einschlafbegleitung durch 1 Elternteil
  • nachts ist keiner allein, weniger Familienbett nötig
  • Wäsche schneller einräumen
  • Spielzeug ist beisammen, kann logisch sortiert werden
  • gemeinsames Spiel bei gleichen Interessen
  • soziale Kompetenzen werden nebenbei gefördert
  • Spielen & Schlafen/ Alltagsroutinen getrennt

Nachteile gemeinsames Kinderzimmer

  • gegenseitiges Aufwecken in der Nacht und am Morgen
  • fehlender Rückzugsort, keine Privatsphäre
  • Beengt/ wenig Spielfläche
  • viel Platz für Betten und Schränke nötig
  • Verabredungen & Hoheitsrechte
  • gefährliche Kleinteile für kleinere Geschwister zugänglich

Geschwisterzimmer: unser Plan von happy kids interior

Cordula führt übrigens auch einen Blog, auf dem sie viele gute Ideen für die Kinderzimmergestaltung sammelt.
In unserem 20-30-minütigem Erstgespräch hat sie mich über unseren bisherigen Planungsstand interviewt. Welche Möbel werden benötigt? Was ist uns wichtig? Was charakterisiert die Kinder, die im Zimmer wohnen werde?
Ich konnte auch ein grobes Farbschema bzw. Motto vorgeben oder ihr freie Hand lassen.

Happy Kids Interior Cordula

© Cordula Maudrich, happy kids interior

Bei uns ist eine Art „Dschungelzimmer“ entstanden, wobei Cordula wert darauf legt – und das kann ich sehr gut nachempfinden – dass das Motto nur dezent aufgegriffen wird und bei Geschmacksänderung schnell weiterentwickelt werden kann.

Zusätzlich habe ich Cordula dann einen Plan vom Zimmer geschickt, den sie als Grundlage für ihr cooles 3D-Visualisierungsprogramm verwendet hat.
Da wir einige Möbel mitnehmen werden, habe ich ihr ein kurzes Video vom alten Zimmer gedreht. Das geht schneller und präziser als Erklären.
Anschließend kamen noch einmal ein paar Fragen per Mail und einige Tage später hatte ich dann schon Grafiken in meinem Posteingang.

Mut zum Raumtrenner

Uns fiel es ziemlich schwer, alle Betten und Schränke so zu platzieren, dass noch genügend Spielfläche und Stauraum für das Spielzeug bleibt. Was haben wir hin und her überlegt, wie ein Doppelstockbett und ein weiteres Bett in einen Raum mit Schräge passen.

Geschwister Gemeinsames Zimmer

So wie auf dem obigen Bild hatten wir bislang gedanklich das Doppelstockbett platziert, nachdem wir sämtliche andere Ecken ausgeschlossen hatten.
Richtig glücklich war die Interiorbegeisterte damit nicht, da das Fenster der Gaube ins Möbelstück reicht.

Gemeinsames Kinderzimmer Geschwister

So hat sie dann noch diese Version angefertigt.

Gemeinsames Kinderzimmer Einrichtungsideen

Und dann kam ihr die Idee, das Bett als Raumtrenner zu verwenden. So gäbe es eine Schlaf- und Kuschelecke und einen Spiel- und Lernbereich.
Der Platz unter der Schräge würde optimal genutzt werden, als Schlafstätte. Hier hatte Cordula die Idee, einen Lichtervorhang zu installieren.
Auf Cordulas Vorschlag wären wir niemals selbst gekommen! Wir haben die Betten wirklich in alle Ecken geschoben. Aber sie in die Mitte zu holen, dafür braucht man wohl ein bisschen Erfahrung!

Für ein gemeinsames Kinderzimmer schlägt Cordula generell kleine Rückzugsecken vor, zum Beispiel durch eine Hochebene oder durch einen Raumteiler.
Ein häufiges Problem ihrer Kunden sei, dass die Räume auf den ersten Blick zu klein seien, Möbel für Geschwister unterzubringen.
Sie hat dann auch schon vorgeschlagen, große Schränke in andere Zimmer oder den Flur auszuquartieren und den Kindern nur eine kleine Stange mit Lieblingsteilen aufzuhängen.

Mitspracherecht bei der Kinderzimmergestaltung

Fun Fakt: als meine Kinder die Ausdrucke in die Finger bekamen, waren sie sich einig, dass alles genau so aussehen soll, wie auf den Bildern. Aber bitte in jedem der drei Zimmer! Vom geteiltem Schlafplatz und gemeinsamem Spiel wollten sie erst gar nicht wissen. Es bleibt also spannend.

Unser aktueller Plan ist, dass die Hochbett-Ebene als Kuschel- und besonderer Spielbereich genutzt wird, wenn die Kinder doch getrennt schlafen wollen. Für Besuch kann dann dort oben einfach eine alte Kleinkindmatratze (140×70) gelagert werden.

Kinderzimmer Geschwister Einrichten

Welche Erfahrungen könnt ihr uns mit auf den Weg geben? Ist ein gemeinsames Kinderzimmer top oder flop? Wie war das damals in eurer Kindheit?

Milch und Mehr Kinderernaehrung Signatur

Ps.: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit happy kids interior. Sollte Cordulas Dienstleistung für euch interessant sein, solltet ihr euch bei ihrem Newsletter anmelden. Dann bekommt ihr nämlich kostenlosen Zugang zu ihrem „Mini-Onlinekurs „In 5 Schritten zum Traumkinderzimmer“ und erhalten noch einen detaillierteren Einblick in ihre Arbeit.

PPs. zum Merken & Weitersagen:

Gemeinsames Kinderzimmer Geschwister



.

2 Kommentare

  1. Spannendes Thema! Wir haben uns mittlerweile von langfristigen Lösungen komplett verabschiedet, da bei uns alle Kinder ständig ihre Gewohnheiten und Bedürfnisse ändern. Wir haben Junge (9), Mädchen (6) und Baby (bald 6 Monate). Da die beiden Großen sehr unterschiedlich sind und spielen, haben sie, seit das räumlich möglich war, getrennte Zimmer. Dennoch gab es immer Matratzen, damit sie doch beieinander schlafen können, wenn sie das wollen. Der Große zieht sich seit Schulbeginn ca. meist zurück. Er hört viel Hörbuch und will da natürlich nicht gestört werden. Die jetzige Erstklässlerin ist sehr viel mehr noch bei uns im Wohnzimmer. Sie hat daher ein Schrankfach für Bastelkram usw. am Esstisch. Das Baby hat eine Spielecke im Wohnzimmer und ein Anstellbett bei uns im Schlafzimmer, an Weihnachten wird es eine eigene Ecke mit Floor Bed und Schrank als Raumtrenner bei uns bekommen. Raumtrenner haben wir übrigens sehr gern schon immer genutzt, um geschützte Spiel- und Lesebereiche getrennt vom Schlafbereich zu schaffen. Ich mag deswegen kleine Möbelstücke, die einzeln beweglich sind. Wir kaufen meist gebraucht, damit die Investitionen bei vielen Umräumaktionen nicht so groß sind. An sich beachten wir nur die üblichen Montessoriregeln (Zugänglichkeit, Übersichtlichkeit und möglichst viel Selbstständigkei), das hat sich bei uns bewährt. Einen Schreibtisch braucht der Große übrigens bis heute kaum. Er arbeitet auf dem Boden oder bei uns im Arbeitszimmer, in der Montessorischule hat er kaum Hausaufgaben ;). Empfehlen kann ich die höhenverstellbaren Schreibtische von Moll für kunstbegeisterte Kinder. Man kann sie schräg stellen und es gibt eine Rinne vorn für Stifte, außerdem auch einen Haken für den Ranzen. Finden wir super! Viel Spaß beim Einrichten! LG Maren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.