Alle Artikel mit dem Schlagwort: PCOS

Ovulationstests bei PCOS – ein Erfahrungsbericht

Als mir vor Jahren mal eine Freundin mit langjährig unerfülltem Kinderwunsch von Ovulationsstreifen erzählte, fragte ich mich echt, ob man so etwas wirklich braucht. Aber dann war ich plötzlich selbst an meinem ersten Tiefpunkt der eigenen Kinderwunsch-Geschichte: kein Zyklus seit Wochen, die Basaltemperatur ist die reinste Achterbahn und der Gynäkologe wollte/konnte auch irgendwie nichts für mich tun. Und schwupps, nach etwas mehr als einem halben Jahr nach Absetzen der Pille landete eine Großpackung Ovulationsstreifentests in meinem Warenkorb und wenige Tage später in meinem Briefkasten.  Wie funktioniert ein Ovulationstest? Der Streifen sieht genauso aus wie ein Schwangerschaftstest und die Handhabung ist gleich. Für wenige Sekunden muss er bis zu einer Markierungslinie in Urin gehalten werden. Die chemische Reaktion, die hinterher die Farbe anzeigt, findet mit dem luteinisierenden Hormon (LH, auch Gelbkörperhormon genannt) statt. Dieses unterliegt in einem gesunden Zyklus regelmäßigen Schwankungen und hat seinen Peak (Maximalwert) wenige Tage/ Stunden vor dem Eisprung. Das heißt, wenn meine Linie absolut dunkel ist, sind die Chancen auf einen kurz bevorstehenden Eisprung maximal und ich sollte schnellstens dafür sorgen, dass …

Metformin bei PCOS – ein Erfahrungsbericht

    Als ich damals in diesem verhassten Stuhl saß und das Elend auf den Ultraschall-Monitor des Gynäkologen sah, erinnerte ich mich sofort an eine Situation aus meiner Studienzeit, die nun schon ein paar Jahre her ist. Im Rahmen einer Studie wurden PCOS-Patientinnen mit Metformin behandelt. Ich war mehrfach bei Nachsorgegesprächen dabei und es war immer das Gleiche. Die Frauen sind der Ärztin um den Hals gefallen. So viele missglückte Versuche, nun einfach ein paar Pillen und dann schwanger. Einige Frauen hatten sogar die lebenden Beweise direkt mitgebracht. Sollte das also alles ganz einfach werden? Relativ zügig kamen aber erste Zweifel. Eigentlich ist Metformin ein Medikament, was bei Alters-Diabetes gerne eingesetzt wird. Wie es genau wirkt, ist nicht so richtig geklärt. Am ehesten hemmt der Wirkstoff die Zucker-Neubildung in der Leber. Es wird aber auch vermutet, dass die Zucker-Aufnahme aus dem Darm verringert wird und die Zucker-Aufnahme in den Muskel gesteigert wird. Somit senkt die Tablette den Blutzucker. Außerdem stellt sie den Darm auf den Kopf und führt deshalb zur Gewichtsreduktion. Gynäkologen verschreiben Metformin „off …

Basaltemperatur – ein Erfahrungsbericht

    Schon ziemlich bald nach dem Absetzen der Pille hatte ich so ein Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt. Wann soll in diesem Zyklus  bitte ein Eisprung gewesen sein? War da überhaupt einer? Wann ist überhaupt Zyklustag eins? Ich wollte es einfach mal überprüfen, ohne gleich stärkste Geschütze auszufahren. Also steckte ich mir sporadisch am Morgen nach dem Aufwachen das Thermometer in den Mund, wartete bis es piepte und trug den Wert in eine Kurve ein. Daraus entwickelte sich ein undurchschaubares Zick-Zack. Ich gab es erst einmal wieder auf. Ein paar Monate später war ich auf Grund meiner Monsterzyklen dazu bereit ernsthafter Zyklusmonitoring zu betreiben. Das war vor mehr als einem halben Jahr. Im Grunde ist das Messen mittlerweile so in meinen morgendlichen Trott integriert, dass ich es auch an den Tagen mache, an denen es ganz sicher keine Relevanz hat. Einfach weil es zum Aufwachen dazu gehört. Damals hatte ich mir Grundprinzipien angelesen, z.B. hier oder hier. Dort findet man wirklich viele Infos und Tipps. Deshalb will ich darauf auch nicht besonders eingehen. Worüber …

Hautpflege bei PCOS

Eigentlich soll dies kein Beautyblog werden. Sowas können nämlich andere definitiv besser. Allerdings habe ich vor gut einem Jahr ziemlich verzweifelt nach konkreten Ratschlägen zu Hautpflege bei Post-Pille-Anke (kriege ich für diesen neuen Fachbegriff einen Preis?) und später auch nach speziellen Hautpflegetipps bei PCOS gesucht. Auch wenn jede Haut individuell auf Belastungen, Hormone und Pflege reagiert und es kein Patentrezept gibt, hätte ich mich über Erfahrungsberichte gefreut. Aus diesem Grund habe ich nun meine Helferchen zur Bekämpfung von Pickeln, Fett und Co einmal zusammen gestellt: 1. Pflegeprodukte und Gesichtswasser für Sensible Haut Bedingt durch den hohen LH- und Androgen-Spiegel im Blut sind Haut und Haare sehr, sehr fettig. Es fällt mehr Talg an, die Hautdrüsen entzünden sich und es entstehen Pickel. Meine ersten Kampfversuche startete ich mit relativ scharfen Waschgels. Auch legte ich mir ein mattierendes Gesichtswasser für fettige Haut zu, welches ich mehrmals täglich benutzte um Fett abzutragen. Rötungen und Pickel breiteten sich weiter aus, der Fettfilm wurde eher mehr und nicht weniger. Auch kratzte ich mir häufig Stellen auf, sodass es zu unschönen …

How to survive….a MONSTERZYKLUS

    Erst einmal vorweg: Ich habe auch keine guten Antworten dafür, wie man mit diesen endlosen Zyklen bei PCO während einer aktiven Kinderwunschzeit klarkommen soll. Es ist für Nichtbetroffene wahrscheinlcih sehr schwer vorstellbar, wie schlimm sich das tatsächlich anfühlt und was es für Herausforderungen mit sich bringt. Ich habe leider auch keine ultimative Weisheiten parat, aber ein paar Taktiken, die ich in den letzten Monaten entwickelt habe, um Frustration und Tränenfluss etwas zu mindern!     1. Basaltemperaturmessung – jeden Morgen 

PCOS ohne Übergewicht: Skinny Cysters

Im Lehrbuch klingt alles immer so klar und offensichtlich: Die Kinderwunsch-Patientin ist übergewichtig, hat Akne und einen unschönen Damenbart. Im Zucker-Belastungstest fällt sie durch. Sie reduziert ihr Gewicht, nimmt Metformin ein und hat plötzlich wunderbare Zyklen und Eisprünge. Leben und Lehrbuch haben manchmal aber rein gar nichts miteinander zu tun. Heute möchte ich erzählen, wie ich vor einiger Zeit aus allen Wolken fiel und was es mit den „Skinny Cysters“ auf sich hat. Wenn man schon lange vor dem eigentlichen Projekt Kinderwunsch weiß, dass es auf Grund einer chronischen Vorerkrankung dabei Schwierigkeiten geben könnte, geht man natürlich etwas anders an das Thema heran. Mit großer Planung. Mit der Option zu Plan B. Ohne allzu hohe Erwartungen. Leider mit Komplikationen im Hinterkopf. Dann kommt es plötzlich anders. Monsterzyklen.  50 Tage, 60 Tage, 90 Tage. Irgendwann blutet es gar nicht mehr. Die Temperatur, die ab einem gewissen Zeitraum jeden Morgen feinsäuberlich aufgezeichnet wird, zeigt ein munteres, zusammenhangloses hoch und runter. Von einem Eisprung weit und breit keine Spur. Die Haut sieht schlimmer aus als in der Pubertät. …