Babys & Kinder, Gesundheit
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Reiseapotheke für Kinder ab 2 Jahren

Unseren Kurzurlaub am Meer nehme ich mir mal als Anlass, um einen Punkt auf der Blog-To-Do-Liste abzuarbeiten: ich möchte unbedingt den Artikel zur Reiseapotheke für Babys und Kleinkinder etwas aktualisieren oder besser gesagt dem Alter anpassen. Denn nicht nur aus den Klamotten wachsen die lieben Kleinen immer viel zu schnell heraus, sondern auch die typischen Krankheiten und Wehwehchen ändern sich mit dem Alter. Die Verdauung wird zur Nebensache, Unfälle und Verletzungen hingegen stehen je nach Temperament auf der Tagesordnung. Und – was ich auch gerne mal verschlafe – man sollte regelmäßig kontrollieren, ob alle Medikamente noch der gewichtsspezifischen Dosierung entsprechen. Da ändern sich für Zweijährige nämlich auch einige Empfehlungen. Und man möchte ja nicht das ganze Zeug mitschleppen, was dann im Ernstfall gar nicht mehr hilft.

Reiseapotheke Kinder ab zwei Jahren

Apropos, ich vertrete ganz klar die Devise: lieber alles auf Reisen „umsonst“ mitschleppenund nicht benutzen, als im schlimmen Fall Stress mit der Beschaffung von Medikamenten und Co zu haben. Urlaub soll Urlaub bleiben. Mit Kind ist es schon genug Alltag. Da möchte ich nicht nachts zur Notfallapotheke düsen oder gar einen Arzt aufsuchen müssen, der gewisse Dinge verordnet. In den USA sind zum Beispiel auch gewöhnliche Schmerzzäpfchen rezeptpflichtig.
Obwohl stets gut ausgerüstet, bin aber nicht der Typ, der sehr schnell zur „Keule“ greift. Also Abwarten ist in einigen Fällen genauso effektiv. Dafür bekommt man ja mit der Zeit als Mama ein ganz gutes Bauchgefühl. Das sei hier noch einmal betont!

Mein Tipp, um beim Packen Zeit zu sparen: einfach einen kleinen, separaten Kulturbeutel oder ein kleines Täschchen mit allem stets gepackt haben. Dann hat man die Dinge auch zu Hause schnell griffbereit. Und es ist kein großer Aufwand, selbst bei Kurzurlauben oder auswertigen Übernachtungen den Beutel ins Gepäck zu schmeißen.

Meine Empfehlungen richten sich übrigens an Familien mit ansonsten gesunden Kindern. Es ist selbstverständlich, dass bei (chronischen) Vorerkrankungen ganz anderes Equipment von Nöten ist. Und eine ärztliche Beratung ersetzt dieser Artikel natürlich auch nicht. Wenn ihr Zweifel oder Fragen habt, lasst euch lieber vom Kinderarzt beraten.
Auch sind die in Text und Bild vorgeschlagenen Medikamente nur Beispiele beziehungsweise zeige ich das, womit ich tatsächlich Erfahrung habe und wir es als Familie nutzen. Alles ist selbst gekauft. Somit ist dies keine Werbung. 😉

wichtige Medikamente fuer Kinder im Urlaub

Fieber und Schmerzen

In dieser Kategorie gilt das gleiche, wie auch schon bei den Babys: am besten das Mittel einpacken, was zu Hause auch hilft. Hier ist es wirklich wichtig, öfters mal Gewicht und Dosis des Kindes zu überprüfen. Die Medikamente wirken an diversen Rezeptoren im Körper, deshalb auch die sowohl fiebersenkende, als auch schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Wenn die Dosis nicht stimmt, werden unter Umständen lediglich die falschen Rezeptoren blockiert und die Wirkung bleibt komplett aus.
Im Fall von Paracetamol-Zäpfchen sind ab 12 kg 250 mg die richtige Wahl. Einige Kinder lassen das Zäpfchen lieber über sich ergehen, als dass sie bereit wären, etwas zu schlucken. Andere bevorzugen eine Dosis süßen Saft…
Es kann deshalb  praktisch sein, eine Alternative zu einem Zäpfchen mit dabei zu haben, zum Beispiel einen Ibuprofen-haltigen Saft (Nurofen). Auf Reisen möchte man ja auch nicht das Kind unterwegs entblößen bzw. wickeln müssen, wenn nicht unbedingt nötig. So eine Flasche Fiebersaft darf übrigens auch mit ins Flugzeug-Handgepäck genommen werden. Man muss es nur bei der Sicherheitskontrolle angeben und eventuell wird sie mit Teststreifen überprüft.
Bei Nurofen-Saft bitte auch regelmäßig die Dosierungsempfehlungen überprüfen. Sie ändert sich nicht nur ständig mit dem steigenden Körpergewicht, sondern es gibt das Produkt in zwei unterschiedlichen Konzentrationen auf dem Markt. Verwirrung pur!
Meine ausführlichen Erfahrungen mit der Behandlung von Schmerzen und Fieber habe ich in diesem Artikel festgehalten.
Ich würde gerade bei Urlaub in warmen Regionen auch immer ein Fieberthermometer dabei haben. Man erkennt ein fieberndes Kind oft auch einfach an den Augen, aber Stirnfühler haben bei +30 Grad Celsius einfach schlechte Chancen…

Erkältungen

Abschwellende Nasentropfen oder Nasenspray darf meiner Meinung auf keiner Reise fehlen. Eine Erkältung durch Klima-Veränderung, vermehrten Wasserspaß oder Hotel-Klimaanlagen haben sich Kinder schnell eingefangen. Die Schnupfennase würde ich nicht sofort mit der chemischen Keule bekämpfen. Aber wenn über Ohrenschmerzen geklagt wird oder nicht in den Schlaf gefunden wird, können Nasentropfen Wunder wirken. Deshalb gehören sie für mich nicht nur bei Babys sondern auch bei älteren Kindern ins Flugzeug-Handgepäck, sollte es in der Luft zu Problemen kommen. Ab 2 Jahren wird für abschwellende Nasentropfen eine höhere Konzentration empfohlen, zum Beispiel Otriven 0,05%.
Ansonsten würde ich noch die Erkältungs-Helferchen parat haben, die dem Kind am besten helfen. In unserem Fall sind es ein paar Tropfen ätherisches Öl auf den Schlafanzug. Viele Eltern schwören auf Erkältungsbalsam oder Hustenlöser… damit habe ich bei Kindern noch keine eigenen Erfahrungen gesammelt, die ich weitergeben könnte.

Checkliste Reiseapotheke stressfreier Familienurlaub

Magen-Darm & Erbrechen

Während das Thema Verdauung bei den Babys noch einen hohen Stellenwert eingenommen hat,  ist sie für Kleinkinder im Normalfall Nebensache. Hier habe ich ordentlich aussortiert.
Bei Reiseverstopfung würde ich lieber mit der Ernährung tricksen: ganz viel trinken, Birne, Kernobst. Bei Durchfall hingegen viel Banane und trockenes, helles Brot, aber trotzdem viel trinken!
Für Kinder ab 2 Jahren gibt es Präparate mit Milchsäure-Bakterien oder Hefen (z.B. Perenterol Junior). Es kann sein, dass eine Durchfallerkranknung dadurch abgemildert wird beziehungsweise etwas schneller wieder vorbei ist. Ob diese Präparate wirklich helfen, muss man am besten selbst herausfinden. Viel schaden tun sie definitiv nicht. Deshalb ist es bei uns letzteres die Haus- und Reiseapotheke eingezogen.
Wenn eine richtige Fernreise in die „Cook it, Peel it or Leave it“ Regionen ansteht oder ein Familienmitglied bekanntermaßen schnell und arg unter Durchfällen leidet, würde ich auch immer Elektrolyt-Pulver mitnehmen. Das kann im Zweifel das Allgemeinbefinden etwas verbessern.
Ansonsten wäre ich mit Mitteln gegen Übelkeit und Erbrechen eher zurückhaltend. Was raus muss, muss raus! Gerade bei Infektionen ist das sowohl bei den Großen als auch bei den Kleinen wichtig. Sollte es während eines (Langstrecken-)Fluges oder einer langen Autofahrt zu akutem, wiederholten Erbrechen kommen, können zur Ausnahme Dimenhydrinat-Präparate verabreicht werden (z.B. Vomex A Zäpfchen oder Sirup). Achtet auf die Dosierung, die sich nach dem Körpergewicht richtet. Zu viel macht schläfrig und legt auch den Rest der Verdauung für die nächsten Tage lahm!

Unfälle & Verletzungen

Dieser Unterpunkt nimmt meines Erachtens im Gegensatz zur Packliste bei Babys den größten Stellenwert ein. Ein bisschen kommt es natürlich auch auf Urlaubsform, Temperament und Anzahl der Kinder an…
Zu meinen Basics gehören definitiv ausreichend Pflaster in diversen Größen. Am besten auch ein paar Pflaster im Portmonee aufbewahren, damit sie immer mit dabei und schnell griffbereit sind, sollte es mal unterwegs zu einer blutenden Schürfwunde oder einem Schnitt kommen.
Für Kinder aus der Kategorie „kleine Tollpatsche“ empfehle ich auch ein bisschen Verbandsmaterial (Mullbinden und Pflasterrolle) . Schon alleine die kleine Schramme am Kleinkind-Daumen ist mit einem Pflaster nicht gut zu versorgen und ein kleiner Verband hält einfach besser. Ich besitze ehrlich gesagt mittlerweile sterile Klebestreifen (Steristrips) und Hautkleber für die fieseren Verletzungen. Für die beliebten, unfallträchtigen Stellen, wo normale Pflaster nicht halten (Kopf und Ohren) tut es auch ein Sprühkleber. Die Anwendung ist leicht und mit etwas Glück umgeht man die ausländische Notaufnahme…
Statt Kühlakku kann man sich unterwegs zum Beispiel bei Nasenbluten mit einem nassen Waschlappen oder Taschentuch behelfen.
Für mich essentiell sind auch eine Pinzette, Hautdesinfektionsmittel (z.B. Octinisept, gibt es auch in der Drogerie) und sterile Kompressen zur Splitterentfernung. Ich würde so auch Zecken entfernen. Es gibt aber auch ziemlich praktische Zecken-Kits mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und einem speziellen Werkzeug, das das ganze etwas erleichtert. Für Strandurlaub oder Städtetrip sicher etwas übertrieben, im Wanderurlaub – vor allem in Süddeutschland – sehr hilfreich!

Florida mit Kleinkind Ana Maria Island

Hautprobleme

An zweiter Stelle der Prioritätenliste stehen für mich einige wichtige Helferchen bei akuten Hautproblemen.
Einmal ist es der Alles-Könner Fenistil-Gel, ein lokales Antihistaminkum. Es mildert sowohl bei Insektenstichen, kleinen Verbrennungen, Sonnenbrand und leichten allergischen Reaktionen die Beschwerden. Je nach Urlaubsregion und Jahreszeit packe ich auch ein für Kinder zugelassenes Mückenschutzmittel ein sowie ein pflanzliches Mittel aus der Drogerie zur Linderung bei Insektenstiche ein.
Wenn es in die Tropen/ Subtropen geht, würde ich mich bei der Wahl des Insektenschutzes nochmal vom Fachpersonal individuell beraten lassen!
Eine Wundschutzcreme (Panthenol- und/oder Zinkhaltig) ist auch über das Windelalter hinaus in Kombination mit einer Feuchtigkeitspflege sinnvoll. Nicht selten kommt es unter der unnormalen Belastung der Haut durch Sonne, Wasser, Sand und wilden Abenteuern zu irgendwelchen mysteriösen, aber harmlosen Hautausschlägen oder Abschürfungen, bei denen ich persönlich dann einfach etwas herumprobiere. Möglichst sauber- und trockenhalten ist oft allerdings das beste, was man tun kann.
Für beginnende Augenentzündungen (Klimaanlage, Klimaveränderungen, Chlor…) oder zur Wundspülung habe ich immer etwas Kochsalz-Lösung dabei.
Und ausreichend Sonnenschutz darf natürlich bei Outdoor-Abenteuern nicht fehlen – egal ob im Sommer oder im Winter . Hierzu habe ich ja im letzten Sommer schon ein paar Infos im oben verlinken Artikel zusammengetragen.

Beratung und spezielle Impfungen vor der Reise

Vor Fernreisen kann ich eine ärztliche Reiseberatung empfehlen. Malaria-Prophylaxe und Reiseimpfungen (auch für Süddeutschland wegen FSME/ Zecken) werden dort besprochen. Manche Krankenkassen übernehmen sogar die Kosten dafür. Ich habe die relevanten Infos für meine Patienten, die das in Anspruch genommen haben und für uns selbst immer hier recherchiert. Die Seite ist wirklich super, sehr informativ und wird regelmäßig aktualisiert.

Was muss bei Kindern in die Reiseapotheke

Checkliste Reiseapotheke

Hier nochmal meine Vorschläge knackig und kurz zum Kopieren und Abhaken:

  • fiebersenkendes, schmerzstillendes Mittel, z.B. Paracetamol-Zäpfchen, Nurofen-Saft
  • Fieberthermometer
  • abschwellende Nasentropfen, z.B. Otriven 0,05%, ggf. Erkältungsbalsam, Hustenlöser, Inhalat…
  • Milchsäurebakterien, Elektrolyt-Pulver, antihistaminerge Zäpfchen oder Sirup, z.B. Vomex
  • ausreichend Pflaster, Verbandsmaterial, ggf. Sprühpflaster
  • Pinzette, Hautdesinfektion, Sterile Tupfer
  • Kochsalz-Lösung
  • antihistaminerges Gel, z.B. Fenistil
  • Wundsalbe, Feuchtigkeitspflege
  • Je nach Urlaub: Mückenschutz, Zeckenkit und/ oder Sonnencreme

Ich wünsche euch viel Freude bei der Urlaubsplanung, beim Reisen und Familienzeit Genießen.
Über Feedback und Ergänzungen freue ich mich wie immer!

Milch & Mehr Mamablog Signatur

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